Nachwuchs im Haus der Natur

Nachwuchs bei gefährdeter Fischart - Die Rochenbabys sind da

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Nachwuchs bei den Blaupunktrochen

Salzburg - Seit einigen Monaten wartete alles auf die Geburt der kleinen Rochen. Das Blaupunkt-Rochenweibchen wurde immer rundlicher, nun hat die frischgebackene Mama zwei gesunde Rochenbabys zur Welt gebracht:

Schon seit Monaten warteten die Mitarbeiter gespannt auf die Geburt der kleinen Rochen. Nun sind sie endlich da! Die gefährdete Fischart hat zwei neue Nachkommen bekommen.

Das Museum "Haus der Natur" beteiligt sich am Europäischen Nachzuchtprogramm für gefährdete Tierarten (European Studbook ESB). Das erste Jungtier, das gleichzeitig auch als erster Zuchterfolg in einem europäischen Binnenlandaquarium gilt, kam im Oktober 2012 auf die Welt. Der inzwischen erwachsene Rochen lebt im Burger ́s Zoo in Arnheim (Niederlande).

Auch die aktuellen Rochenbabys werden nicht dauerhaft im Haus der Natur bleiben. In gut zwei Monaten, wenn die Tiere alt genug sind, werden sie an ein Aquarium abgegeben, das sich ebenfalls am Europäischen Nachzuchtprogramm für gefährdete Tierarten beteiligt. Vor der Übersiedelung heißt es aber zunächst einmal die kritischen Wochen nach der Geburt bis zur selbständigen Futteraufnahme zu überstehen und transportfähig werden. 

Bildergalerie: Die Rochenbabys sind da

Um den besonderen Anforderungen der Jungtiere gerecht werden zu können, werden sie isoliert und mit Spezialfutter liebevoll von Hand aufgezogen. Darum kommen die kleinen Rochen am Samstag in ein Aufzuchtbecken und können nur noch bis Freitag besucht werden.

Blaue Punkte und herausragende Sinnesleistungen

Die attraktive Rochenart mit den blauen Punkten lebt in den Korallenriffen des Indopazifiks. Die Tiere bevorzugen die sandigen Bereiche des Riffs, wo sie sich oft bis zu den Augen im Sand vergraben. Auf dem Schwanz befinden sich zwei mit Widerhaken versehene Giftstacheln, die mit einer Giftdrüse verbunden sind. Die Stacheln werden aber ausschließlich zur Verteidigung eingesetzt. Die Kiemenspalten und die Mundöffnung der Rochen befinden sich auf der Körperunterseite, die Nahrung besteht aus Muscheln, Schnecken, Krebsen und Würmern. 

Blaupunkt-Rochen besitzen auch Sinneszellen zur Wahrnehmung elektrischer Reize, sogenannte Lorenzinische Ampullen. Mit ihrer Hilfe nehmen sie elektromagnetische Felder versteckter Beutetiere wahr.

Rochen sind lebendgebärend

Besonders interessant ist auch die Fortpflanzung dieser Knorpelfischart. Ist das Weibchen fortpflanzungsbereit, so gibt es Pheromone, also chemische Duftstoffe ab, die das Männchen stimulieren. 

Es führt sein Fortpflanzungsorgan, auch Klasper genannt, in die Kloake des Weibchens ein. Diese innere Befruchtung ist ein gemeinsames Merkmal der Knorpelfische, zu denen auch die Haie gehören

Die „Gebärmutter“ des Weibchens produziert daraufhin eine nahrhafte Flüssigkeit, die vom Embryo aufgenommen wird. Die Tragzeit beträgt etwa vier Monate, kann aber auch bis zu einem Jahr andauern. Und wenn alles gut geht, kommen ein bis sieben Junge zur Welt ...

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