Nach Taten an Salzburger Mittelschule

Sex-Übergriffe: Mutmaßliche Täter streiten alle Vorwürfe ab

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Salzburg - Sie wurden suspendiert und angezeigt. Jetzt streiten die vier unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge alle Vorwürfe von sexuellen Übergriffen auf drei Schulmädchen ab.

UPDATE, 12.53 Uhr

Über einen Zeitraum von drei Monaten sollen sie ihre Opfer, drei Mitschülerinnen, drangsaliert, sexuell bedrängt und gedemütigt haben. Die vier mutmaßlichen Peiniger, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zwischen 14 bis 16 Jahren aus Afghanistan und Syrien, haben sich jetzt zu den Vorwürfen geäußert.

Wie salzburg24 berichtet, bestreiten die Beschuldigten sämtliche Vorwürfe. Die Anschuldigungen, eines der Mädchen immer wieder fest am Gesäß angefasst zu haben, bestreiten die Jungen gänzlich. Den Vorwurf, ihre Opfer körperlich bedrängt zu haben erklärten sie damit, dass nicht nur sie selbst, sondern auch die Mädchen mit den Rempeleien und Stößen angefangen hätten. Außerdem hätten sie sich nichts bei diesen Schubsereien gedacht, es sei nur Spaß gewesen.

Ermittlungen gehen weiter

Die Ermittlungen in diesem Fall sind damit aber noch nicht abgeschlossen. Weitere Zeugenbefragungen, darunter womöglich auch Lehrer und andere Mitschüler, sollen für Klarheit in dieser unschönen Angelgegenheit sorgen.

So reagierte die Landesregierung auf die Vorwürfe

Vorkommnisse dieser Art sollen sich keinesfalls wiederholen und bereits im Keim erstickt werden. Das machte am Donnerstag der Salzburger Landschulrat im Auftrag von Landeshauptmann Wilfried Haslauer deutlich. 

Wie salzburg24 berichtet haben die Bildungs-Verantwortlichen des Bundeslandes mit einem Fünf-Punkte-Plan auf die mutmaßlichen Sex-Übergriffe an der Neuen Mittelschule Schlossstraße in Salzburg reagiert. Nach neuesten Erkenntnissen handle es sich bei den vier Tätern um drei schulpflichtige Asylbewerber sowie einen asylberechtigten Schüler im Alter zwischen 14 und 16 Jahren. 

Sie wurden von der Schuldirektorin am Mittwoch wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung, der Körperverletzung und der gefährlichen Drohung angezeigt, schreiben die Salzburger Nachrichten. Die vier Jungen würden demnach in unterschiedlichen Flüchtlingsunterkünften leben. Eine Verlegung in andere Schulen, getrennt voneinander, werde nun geprüft, hieß es aus dem Büro von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP), in dessen Ressort der Schulbereich fällt. 

2484 "außerordentliche Schüler" in Salzburg

Haslauer spricht in diesem Zusammenhang von "außerordentlichen Schülern, die sprachlich nicht in der Lage seien dem Unterricht in deutscher Sprache ausreichend zu folgen und daher ein "weiterer Betreuungsbedarf" bestehe. Von insgesamt 38.000 Pflichtschülern im Land Salzburg seien 2484 außerordentliche Schüler, davon wiederum 450 Flüchtlingskinder.

Obwohl sich die Übergriffe auf die drei Mädchen monatelang hingezogen hätten, seien Schulleitung und Behörden erst kürzlich über die Vorfälle in Kenntnis gesetzt worden. Der nun vorgestellte Fünf-Punkte-Plan soll nicht nur den Informationsaustausch der Behörden untereinander verbessern, sondern auch Lehrer und Schüler zu mehr Aufmerksamkeit verleiten.

Der Fünf-Punkte-Plan im Überblick:

1. Unterstützung von Lehrern und Schulleitungen

Neben 25 weiteren bewilligten Planstellen zur Sprachförderung und Integration an Pflichtschulen, wurde ein eigener Koordinator für den Bereich der Beschulung von Asylbewerbern in den Landesschulrat bestellt.

2. Null-Toleranz-Anweisung für Lehrer

Schon einen Verdacht von Belästigungen oder Übergriffen auf Schülerinnen und Schüler sollen die Lehrer im Land Salzburg umgehend der Schulleitung melden.

3. Enge Kooperation mit der Polizei

Jedem Verdacht soll ab jetzt gemeinsam mit der Polizei nachgegangen werden. Dazu stehen den Schulen eigene Kontaktbeamte zur besseren Koordination zur Verfügung.

4. Psychologische Betreuung für Betroffene und Suspendierung bei bestätigtem Verdacht

Mutmaßliche Täter, die im Zuge von Befragungen nachweislich als schuldig überführt werden können, sollen zum Schutz der Opfer umgehend und vorläufig von der Schule suspendiert werden. Ihre Opfer, deren Familien und Klassengemeinschaften,  erhalten psychologische Hilfe.

5. Maßnahmenpaket mit Schulpartnern

Lehrer-, Schüler-, und Elternvertreter sollen ein Maßnahmenpaket erarbeiten, das klare Verhaltensregeln und Konsequenzen bei Verstößen regeln soll. Im Fokus soll dabei vor allem die Wertevermittlung und die Verwendung der deutschen Sprache in der Schule stehen.

Schon in den Asyl-Unterkünften aufklären

Integrations-Landesrätin Martina Berthold (Grüne) wolle laut Salzburger Nachrichten aber auch schon früher ansetzen und bereits in den Asyl-Unterkünften Aufklärungsmaßnahmen zu Gesetzen und Verhaltensregeln erörtern.

bj

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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