Wissenswertes für die Schwammerl-Suche

Interview: Pilzexperte gibt Tipps

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Salzburg - Von Juli bis Oktober findet jeden Montag eine kostenlose Pilzberatung im Haus der Natur in Salzburg statt. Wir haben dem Schwammerlexperten Dr. Thomas Rücker ein paar Fragen gestellt:

Giftig oder ungiftig? Dr. Thomas Rücker, Schwammerlexperte aus dem Haus der Natur in Salzburg, gibt derzeit jede Woche wertvolle Tipps rund um das Sammeln und Bestimmen von Pilzen. BGLand24.de hat dem Experten ein paar Fragen gestellt.

Pilzexperte im Interview

BGLand24.de: "Herr Dr. Rücker, wie gesund sind Pilze, hinsichtlich radioaktiver Belastung? Stimmt es, dass Pilze noch immer belastet sind?"

Dr. Thomas Rücker: "Je nach Pilzart und Belastung im Boden werden Radionuklide angereichert. Zigeuner und Maronenröhrlinge können zum Beispiel relative hohe Gehalte aufweisen. Die Menge hängt allerdings vom Gehalt im Boden ab, daher sind allgemeine Aussagen schwierig."

BGLand24.de: "Kann ich wirklich (wieder) unbedenklich in unseren heimischen Wäldern im Sommer regelmäßig auf Pilzsuche gehen und diese verzehren?" 

Dr. Thomas Rücker: "Im normalen Maß ja. Das bedeutet man sollte sich an die Empfehlung der WHO halten. Diese rät nicht mehr wie 250 g / pro Woche)." 

BGLand24.de: "Sammeln Pilze andere Umweltgifte?"

Dr. Thomas Rücker: "Ja, zum Beispiel Schwermetalle."

BGLand24.de: "Wo sammle ich am Besten Pilze, sprich nehmen die Pilze Schadstoffe auf, wenn sie in Straßennähe gesammelt werden würden?"

Dr. Thomas Rücker: "Am Straßenrand würde ich das Pilzesammeln nicht empfehlen – da sammelt eigentlich ja auch niemand."
BGland24.de: "Pilze sammeln: "Was muss ich als Pilzsammler beachten - wie gehe ich am Besten vor?"
Dr. Thomas Rücker: "Hier empfehle ich die neue Broschüre "Pilzschutz in Salzburg". Dort finden Schwammerlfreunde in den "10 Geboten zum Schwammerlsuche" alle notwendigen Informationen."

BGLand24.de: "Welche Tipps können Sie Pilz-Neulingen geben beim Sammeln. Wie schneide / drehe ich richtig oder falsch?"

Dr. Thomas Rücker: "Am Besten ist es, den Speisepilz vorsichtig aus der Erde oder dem morschen Holz herauszuheben. Besonders am unteren Ende des Stiels befinden sich oft wichtige Bestimmungsmerkmale (Knolle, Hüllreste, wurzelartige Verlängerungen etc.), welche für die Bestimmung häufig unentbehrlich sind. Auch dieses Thema wird ausführlich in der neuen Broschüre beschrieben."

BGLand24.de: "Wie und wie lange kann ich Pilze lagern?" 

Dr. Thomas Rücker: "Pilze sind ähnlich empfindlich wie frischer Fisch. Idealerweise erfolgt die Zubereitung noch am selben Tag. Im Allgemeinen müssen Pilze kühl und luftig gelagert werden! Viele Speisepilze sind roh giftig, daher sollten Pilze nur gründlich gegart gegessen werden. Im gebratenen oder gekochten Zustand lassen sich Pilze im Kühlschrank maximal 1–2 Tage aufbewahren, sie müssen aber vor dem Verzehr nochmals gründlich erhitzt werden. Sollen Pilze gelagert werden, empfiehlt sich die Trocknung bzw. das Einfrieren der Schwammerl."

BGLand24.de: "Welche Pilze sind am Besten zu Verarbeiten?" 

Dr. Thomas Rücker: "Frische und nicht durchfeuchtete Pilze." 

BGLand24.de: "Haben Sie persönlich ein Lieblingspilzgericht?"

Dr. Thomas Rücker: "Nein"

BGLand24.de: "Herzlichen Dank für das Gespräch."

Druckfrische Infobroschüre

Weitere Informationen finden Pilzsammler in der Broschüre "Pilzschutz in Salzburg", welche die Universität Salzburg und das Haus der Natur gemeinsam herausgegeben hat. 

Auf insgesamt 24 Seiten finden interessierte Schwammerlsuche alle wichtigen Informationen zum Thema Pilze. Lebenweise, Bedrohung, Pilzschutz, Giftpilze und vieles mehr werden ausführlich erläutert und verständlich dargestellt.

In den "10 Geboten zum Schwammerlsuchen" werden die wichtigsten Fragen beantwortet und zahlreiche hilfreiche Tipps gegeben. 

Außerdem präsentieren die Herausgeber wichtige Kontaktadressen für weitere Informationen sowie anschauliche Fotos häufig vorkommender Pilze, um die Bestimmung beim Sammeln zu erleichtern.

Die Broschüre ist online im Webshop des Landes Salzburg abrufbar. Gedruckte Exemplare sind bei der Naturschutzabteilung des Landes Salzburg erhältlich.

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