Pressekonferenz des LKA Salzburg

Polizei gelingt siebenfacher Schlag gegen Drogenszene

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Pressekonferenz LKA Salzburg zum Suchtmittelfund

Salzburg - Die Polizei hat in den vergangenen sechs Monaten gleich sieben Mal größere Mengen an Drogen sichergestellt und vierzehn Suchtmittelhändler festgenommen. Elf davon sitzen noch immer in Untersuchungshaft. 

Das Landeskriminalamt Salzburg präsentierte am Freitagvormittag auf einer Pressekonferenz einen großen Erfolg. Mit Hilfe zahlreicher verdeckter Ermittler konnten in den vergangenen sechs Monate zahlreiche Unmengen von Suchtmitteln sowie insgesamt 14 Dealer festgenommen werden. Oberst Karl-Heinz Pracher (Stellvertretender Leiter des LKA Salzburg) und Dr. Karin Michalski von der Kriminalpolizeilichen Untersuchung, standen den teilnehmenden Pressevertretern für zahlreiche Fragen zur Verfügung.

Fall 1: Pinzgau - Kokain für Autokauf

Das erste Mal klickten die Handschellen am Nachmittag des 14. November vergangenen Jahres. E insatzkräfte der Cobra und Kriminalisten des LKA Salzburg nahmen einen Pinzgauer fest, der 200 Gramm Kokain bei sich trug, sowie diverse Suchtmittelutensilien. Der 19-jährige Täter gab vor, den Reinerlös für den Kauf eines neuen Autos zu benötigen.

Fall 2: Salzburg-Parsch - Gemeinsame Sache

Mitte Oktober 2015 erlangten Beamte des LKA Salzburg Kenntnis über einen Österreicher, der in Salzburg-Parsch einen regen und gewinnbringenden Handel mit Suchtmitteln aller Art betreiben soll. In Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Salzburg observierten die Kriminalisten die Wohnung des 29-jährigen Salzburgers und schlugen zu, als ein Käufer gerade die Wohnung des Dealers verließ. 

Neben dem Hauptbeschuldigen befanden sich in der Wohnung auch noch der 28-jährige Bruder sowie drei weitere Suchtmittelkonsumenten. Bei der Durchsuchung der Wohnung fanden die Beamten 970 Gramm Cannabiskraut, 15 Stück Cannabispflanzen, 30 Gramm Cannabisharz, 104 Stück Ecstasy Tabletten, 13 Gramm Amphetamine, ein Gramm Metamphetamin, einen Schlagring und eine Stahlrute, die zu den verbotenen Waffen zählt. 

Gegen den 29-jährigen besteht ein Waffenverbot. In der Wohnung des Bruders stellten die Beamten 14 Gramm Cannabiskraut, 76 Stück Ecstasytabletten, ein Gramm Kokain und zwei Gramm Amphetamin sicher. 

Außerdem durchsuchten die Beamten noch die Wohnung des 21-jährigen Käufers, in der sie 30 Gramm Amphetamin, elf Stück Cannabispflanzen, zwei Gramm Cannabiskraut und drei Gramm Kokain sicherstellten. 

Alle drei Beschuldigten wurden in die Justizanstalt Puch-Urstein gebracht, wo der 29-jährige Salzburger noch immer in Haft einsitzt.

Suchtmittelfund des LKA Salzburg

Fall 3: Anif - Tatort Elisabethkai

Cobra-Einsatzkräfte nahmen am 1. Dezember einen 28-jährigen marokkanischen Staatsangehörigen bei der Übergabe von Suchmitteln in Anif fest. Der Marokkaner hatte zwei Kilogramm Cannabisharz bei sich und hatte im Rahmen verdeckter Ermittlungen des LKA Salzburg die Suchtmittel den ermittelnden Beamten angeboten. 

Der geständige Marokkaner handelte mit den verbotenen Stoffen im Bereich Elisabethkai und sitzt derzeit in der Justizanstalt Puch-Urstein ein.

Fall 4: Salzburg - Bahnhofsvorplatz

Am 11. Februar klickten die Handschellen für zwei Algerier und einen Marokkaner auf dem Bahnhofsvorplatz in Salzburg. Einer der beiden Algerier (26 Jahre), bot Anfang Februar einem Beamten einer Sondereinsatztruppe unterschiedliche Suchtmittel an. Bei der Übergabe stellten Observationskräfte zwei weitere Mittäter fest, einen 21-jährigen Algerier und einen 25-jährigen Marokkaner

Während der 25-jährige Marokkaner auf freiem Fuß ist und angezeigt wurde, sitzen die beiden Algerier in der Justizanstalt Puch-Urstein ein. Bei dieser Verhaftung wurden insgesamt 360 Gramm Cannabiskraut sichergestellt.

Fall 5: Salzach - Suchtmittelbunker

Ein anonymer Hinweis und die gute Nase eine Drogenspürhundes sorgten dafür, dass die Drogenfahnder des Landeskriminalamtes Salzburg einen Suchtmittelbunker am Salzachufer ausfindig machen konnten. Auf insgesamt drei Stellen verteilt, fanden die Beamten 1.580 Gramm Cannabisharz, dass bei einem Straßenverkauf einen Wert von circa 15.800 Euro erzielen würde. Die Ermittlungen nach den Tätern laufen noch.

Fall 6: Grödig - Schmuggelfund

Und noch einen Erfolg konnten die Salzburger Beamten verzeichnen. Am 28. Januar nahmen Einsatzkräfte der Cobra in Zusammenarbeit mit Kriminalisten des LKA Salzburg zwei albanische Staatsangehörige im Alter von 40 und 56 Jahren fest. Die beiden Beschuldigten wurden auf einem Parkplatz im Bereich Grödig festgenommen, nachdem festgestellt wurde, dass sie über ein Kilo Kokain in einem eigens dafür angelegten Versteck im PKW von Deutschland nach Österreich geschmuggelt hatten. 

Die beiden Täter wollten das Kokain zu einem Preis von 40.000 Euro verkaufen. Das hochqualitative Kokain hätte für den Straßenverkauf noch mindestens dreimal gestreckt werden können. Die beiden Albaner, die derzeit die Aussage noch verweigern, sitzen beide in der Justizanstalt Puchheim ein. 

Der 40-jährige wird übrigens seit 2009 von französischen Behörden wegen Freiheitsberaubung mit Todesfolge sowie Freiheitsberaubung mehrer Personen gesucht.

Fall 7: Oberösterreich - zehn Kilo Kokain

Den größten Fund gelang den Salzburger Ermittlern bei der Festnahme dreier Deutsche im Alter von 32,33 und 35 Jahren sowie einem 25-jährigen Türken. Bei der Festnahme im Rahmen verdeckter Ermittlungen auf einer Autobahnraststätte in Oberösterreich, entdeckten die Beamten zehn Pakete Kokain im Dach eines Mietfahrzeuges, die von Deutschland nach Österreich geschmuggelt werden sollten. 

Die Beschuldigten wollten das Kokain zu einem Preis 400.000 Euro verkaufen. Das Kokain war von sehr hoher Qualität und hätte bei einem Straßenverkauf noch mindestens zwei bis drei Mal auf eine Gesamtmenge von 20 bis 30 Kilo gestreckt werden können. Der Preis für ein Gramm Kokain hätte zwischen 80 und 120 Euro gelegen. Alle vier Beschuldigten verweigern die Aussage und befinden sich derzeit in der Justizanstalt Wels.

Hauptsächlich Kokain und im Raum Salzburg

Auch wenn Oberst Pracher die Zunahme an Drogendelikten in Salzburg nicht bestätigen wollte, räumte er ein, dass momentan viel Suchtgift im Umlauf sei. "Das Suchtgift stamme nicht aus Österreich", so Pracher, "kommt aber immer wieder aus anderen Ländern in unser Land." Die Polizei setzt neben dem Einsatz verdeckter Ermittlungen, die stets in enger Zusammenarbeit mit der zuständigen Staatsanwaltschaft ablaufen, auf Telefonüberwachungen und Observationen

Obwohl Observationen deutlich zeitintensiver seien, würden sie aber in der Regel zu der Verhaftung von mehreren Abnehmern führen. “Mit Scheingeschäften geling es meist, drei bis vier Täter auszuforschen. Bei Überwachungen sind es 70 bis 80 Abnehmer. Allerdings haben die Dealer dann meist nur geringe Mengen bei sich”, so Pracher. 

In Salzburg spielen derzeit vor allem Cannabis – als Harz oder Kraut – und Kokain eine größere Rolle. Außerdem stellt die Polizei immer wieder Amphetamine und Metamphetamine sicher. Ecstasy in Tablettenform werde aber immer weniger. Allerdings tritt der Ecstasy Inhaltstoff MDMA dafür verstärkt in kristalliner Form auf, so Michalski: “Das schaut aus wie Kandiszucker und wird oft mit Crystal Meth verwechselt.”

Quelle: rosenheim24.de

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