Verdächtige gestehen gegenüber Salzburger Polizei 

"Badewannen-Leiche": Zwei Syrer im mysteriösen Fall festgenommen

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Das Mordhaus von Salzburg. In einer Wohnung fand die Polizei die Leiche des Mannes.

Salzburg - Am 10. Juli wurde ein 30-Jähriger leblos in seiner Wohnung in der Elisabethstraße aufgefunden. Die Salzburger Polizei hat Dienstagnacht zwei tatverdächtige Männer verhaftet.

Update - Mittwoch 16.30 Uhr: Die Chronologie der Ereignisse

„DIE NACHT VON 9. AUF 10. JULI 2016 

Kurz vor Mitternacht meldete der Vater eines 30-jährigen Serben auf der Polizeiinspektion Bahnhof, seinen als verlässlich geltenden Sohn abgängig. Da Erhebungen zum Aufenthalt negativ verliefen und ein Unfall nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde eine Wohnungsö nung veranlasst und durch die Berufsfeuerwehr Salzburg durchgeführt. Dort fanden Polizeibeamte die Leiche des Mannes in der Badewanne. Der Serbe war mit Klebebändern an Händen und Füßen gefesselt und hatte Verletzungen im Gesicht. Die Wohnung war offensichtlich durchsucht worden. 

Aufgrund der Auffindungssituation musste von einem Gewaltverbrechen ausgegangen werden. Ermittler des Landeskriminalamtes Salzburg übernahmen die weiteren Erhebungen. Eine von der Staatsanwaltschaft Salzburg angeordnete Obduktion der Leiche des Serben brachte keine eindeutig pathologisch-anatomisch nachweisbare Todesursache. Das Opfer wies mehrere Verletzungen im Gesicht und auf der Brust auf, die jedoch nicht todesursächlich waren. Von den Gerichtsmedizinern werden weitere toxikologische Zusatzuntersuchungen durchgeführt. Ein Ergebnis steht nach wie vor aus. Obwohl keine Todesursache feststellbar war, musste in Zusammenschau der Gesamtumstände nach wie vor von einem Gewaltverbrechen ausgegangen werden.

Bei der mehrtägigen Spurensicherung in der Wohnung des Opfers sowie durch Aussagen Verwandter und Bekannter stellten die Ermittler fest, dass die gesamten Bekleidungsgegenstände inklusive der Schuhe, ein Rasierapparat, ein Haarfön, zumindest ein Mobiltelefon sowie der Wohnungsschlüssel fehlten.

„10. JULI 2016 - ASYLKARTE 

Laut Aussagen von Zeugen wurden im Laufe des 10. Juli 2016 mehrmals zwei Männer wahrgenommen, welche mit Müllsäcken das Wohnhaus verließen und o ensichtlich einen Bezug zur Wohnung des Opfers hatten. Eine diese Personen wurde als au älliger „Wuschelkopf“ beschrieben. Die weiteren Erhebungen konzentrierten sich nun auf die Ausforschung einer Person mit „Wuschelkopf“. Zahlreiche in der Wohnung des Opfers sichergestellte Schriftstücke, Zettel, Briefe und der gleichen wur- den in Kartons verpackt und zum Landeskriminalamt verbracht. Bei der Sichtung der Schriftstücke fanden die Ermittler eine Asylkarte (Aufenthaltsberechtigungskarte gemäß § 51 AsylGesetz 2005) lautend auf einen 19-jährigen Syrer mit auffälligem Wuschelkopf.

8. JULI 2016 - ERKENNUNGSDIENSTLICHE BEHANDLUNG 

Eine Recherche ergab, dass sich der 19-Jährige am 8. Juli 2016 beim Stadtpolizeikommando Salzburg, bei einer erkennungsdienstlichen Behandlung wegen eines Diebstahles mit der in der Wohnung des Mor- dopfers vorgefundenen Asylkarte ausgewiesen hat. Sie weist auf der rechten unteren Ecke eine markante Beschädigung auf. Auf der im Zuge der erkennungsdienstlichen Behandlung gemachten Fotokopie der Asylkarte ist die selbe Beschädigung ersichtlich.

13. JULI 2016 - ZURÜCKSCHIEBUNG DURCH DEUTSCHE POLIZEI 

Deutsche Polizeibeamte nahmen den 19-Jährigen unmittelbar nach Einreise in das deutsche Bundesgebiet fest und schoben ihn nach Österreich zurück. Er führte eine E-Card und eine Bankomatkarte mit sich. Die Bankomatkarte lautete auf einen anderen, ebenfalls 19-jährigen Landsmann. Es wurde festgestellt, dass es sich zum gute Freunde handelt. Beide traten in naher Vergangenheit als Komplizen bei Straftaten auf.

TÄTER TRUGEN KLEIDUNG DES OPFERS 

Seitens der deutschen Behörden wurden Lichtbilder einer erkennungsdienstlichen Behandlung übermittelt. Auf diesen Fotos trug der 19-Jährige Kleidung des Opfers. Das wurde durch Abgleich mit privaten Familien- und Urlaubsfotos festgestellt.

Bei web-orientierten Recherchen konnten die Ermittler auch die vom gleichaltrigen Landsmann getrage- nen Kleidungsstücke auf dort eingestellten Bildern eindeutig dem Opfer zugeordnet werden. Die oben erwähnte E-Card gehört einem in Wien lebenden Bekannten des Opfers, der einige Sachen im Mai diesen Jahres in der Wohnung des Serben vergessen hatte.

26. JULI 2016 - FESTNAHMEANORDNUNG DER STAATSANWALTSCHAFT

Aufgrund des eindeutig dringenden Tatverdachtes gegen die beiden Syrer ordnete die Staatsanwaltschaft Salzburg die Festnahme der beiden Tatverdächtigen an. Beamte der EGS Salzburg nahmen den Komplizen am 26. Juli um ca. 1 Uhr in der Nähe seiner Wohnung in Puch fest. Eine Stunde später wurde der Tatverdächtige mit dem markanten Wuschelkopf in der Asylun- terkunft Thalgau festgenommen. Bei Hausdurchsuchungen in den Unterkünften der Tatverdächtigen stellten die Ermittler zahlreiche Beklei- dungsgegenstände sicher, die eindeutig dem Opfer zugeordnet werden konnten.

GESTÄNDNISSE

Beide legten nach anfänglichem Leugnen ein Geständnis ab. Als Motiv gaben sie an, dass sie die Absicht hatten das ihnen flüchtig bekannte Opfer auszurauben. Sie gestanden das Opfer mittels Klebeband gefesselt und auf dieses eingeschlagen zu haben um an den Code für die Bankomatkarte zu kommen. Der 19-jährige Freund des „Wuschelkopfes“ gestand das Opfer solange gewürgt zu haben, bis es schließlich verstarb. Anschließend legten sie den Toten in die Badewanne und ließen Wasser ein. In die Badewanne wurden noch Waschpulver und verschiedene Kosmetika (Duschgel und Haarshampoo) eingebracht um eventuelle Spuren zu beseitigen. Die Beschuldigten werden am 27. Juli 2016 in die Justizanstalt Puch-Urstein überstellt.

Pressemitteilung Landespolizeidirektion Salzburg

Update - Mittwoch 16 Uhr: Polizei verhaftete zwei tatverdächtige Syrer

In der Nacht auf Dienstag hat die Polizei zwei Personen verhaftet, die in Verbindung mit dem Mord an einem 30-jährigen Serben Anfang Juli stehen. Wie salzburg24.de berichtet, handelt es sich dabei offenbar um zwei 19-jährige Syrer, die die Tat inzwischen auch gestanden haben. 

Die beiden Männer gaben an, dass sie das Opfer ausrauben wollten und dabei dessen Tod in Kauf genommen hätten, teilte die Polizei in einer Pressekonferenz am Mittwoch laut dem Nachrichtenportal mit. 

Vorbericht Mittwoch 8.50 Uhr:

Wie am 10. Juli auch von unserem Portal berichtet, lag der Mann voll bekleidet, aber gefesselt in seiner Badewanne. Die Obduktion der Leiche lieferte keine eindeutigen Erkenntnisse zur Todesursache. 

Der 30-jährige Serbe war mit Kabelbindern und Klebeband an Händen und Füßen gefesselt und hatte Verletzungen im Gesicht.

Nun jedoch scheinen die Mordermittlungen vor dem Abschluss zu stehen. Die Salzburger Polizei hat zwei Personen festgenommen. Weitere Details sind noch nicht bekannt. Die Polizei lädt zu einer Pressekonferenz um 14 Uhr ein. 

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Salzburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser