Grundsätzlich positive Haltung in Anthering

Fachgespräche über Entwicklungsmöglichkeiten der Salzach

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Anthering - In Anthering fand vor kurzem ein Fachgespräch, über die Entwicklungsmöglichkeiten der Salzach im Freilassinger Becken, zwischen der Salzach- und Saalach-Anrainergemeinde und den Wasserbaubehörden statt.

Auf Einladung von EuRegio-Präsident Bürgermeister Hans Hutzinger aus Bergheim und Initiative von Salzburgs Energie-Landesrat Josef Schwaiger sowie Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler, zuständig unter anderem für den Naturschutz, fand kürzlich in Anthering ein Fachgespräch zwischen Salzach- und Saalach-Anrainergemeinden sowie Wasserbaubehörden und Gutachtern statt.

Diskutiert wurden die Entwicklungsmöglichkeiten der Salzach im Freilassinger Becken vor dem Hintergrund neuester Ergebnisse aus einer Geschiebetransportmodellierung der Saalach und der Salzach durch die Universität Stuttgart – diese Ergebnisse wurden vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein vorgestellt – und den Planungen für eine Naturflussvariante der Salzach, präsentiert von der flussbau iC Gesmbh und der REVITAL Integrative Naturraumplanung GmbH.

Aus dem Beitrag des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein wurde deutlich, dass bei ausreichendem Geschiebenachschub aus der Saalach  (angedacht ist eine Dotierung mit 50.000 m³ pro Jahr an der Kiblinger Staumauer in Bad Reichenhall) kein weiteres Querbauwerk bei Flusskilometer (Fkm) 55,4 für eine langfristig stabile Flusssohle im Freilassinger Becken erforderlich ist. In Verbindung mit Uferaufweitungen auf öffentlichem Grund kann dort sogar sofort eine deutlich höhere Sohllage (bis zu 2 Meter) und damit eine größere Sicherheit gegen einen befürchteten Sohldurchschlag erreicht werden.

iC Flussbau und REVITAL erläuterten die Planungen zur Naturflussvariante für die Untere Salzach auf österreichischer Seite und stellten dabei klar, dass der ursprüngliche Zustand der Salzach wohl nicht mehr ganz erreichbar sein werde. Die angedachten Maßnahmen wie ein 500 Meter langes Buhnenfeld bei Fkm 57, diverse Flussaufweitungen und die Anbindung bzw. Reaktivierung von Nebenarmen würden zu einer dynamischeren Entwicklung auf Salzburg und einem verbesserten Schutz auf bayerischer Seite führen sowie zu einem sofortigen Geschiebegewinn und einer Stabilisierung der Wasserspiegellage mit einem steigenden Nieder- und Mittelwasser- sowie einem sinkenden Hochwasserspiegel.

Ebenso käme es auf Salzburger Seite in der Antheringer Au durch regelmäßige Überflutungen zu einer Vergrößerung der weichen Auwaldstandorte, zu neuen Lebensräumen für gefährdete Tier- und Pflanzenarten und zur Anbindung der Aubestände an das Grundwasser. In der Diskussion wurden viele Anliegen der Gemeinden behandelt wie etwa die hochwasserbedingte Gefährdung des Trinkwasserbrunnens in Anthering (wäre beherrschbar und Brunnen würde von höherem Grundwasserspiegel profitieren), der zu niedrige Grundwasserspiegel auf bayerischer Seite mit zum Teil auslaufenden Grundwasserbrunnen und einem Vitalitätsverlust des Auwaldes (Anhebung des Grundwasserspiegels würde Verbesserungen bringen), die Situation bei Hochwässern in Laufen/Oberndorf und St. Georgen als tiefster Punkt des Landes Salzburg (keine Auswirkungen zu befürchten, da Laufener Enge als "Drossel" wirkt; auch Hinterlandereignisse ohne Auswirkung), der Hochwasserschutz (insbesondere bei Acharting und am Haunsberg [Reitbach] noch zu prüfen), die steigende Hochwassergefährdung an der Saalach durch die Erhöhung der Geschiebemengen (Zugabemengen sind noch genauer zu definieren in Abhängigkeit von den laufenden Studien zum Weitertransport) oder ein von Anthering und Saaldorf-Surheim angedachter Rad- und Fußgängersteg über die Salzach (ist in den Naturparkplanungen enthalten).

Zu einer energetischen Nutzung der Salzach im Freilassinger Becken und den bisher vorgenommenen Kraftwerksplanungen bestand eine grundsätzlich positive Haltung. Am angedachten Standort bei Fkm 55,4 erscheint jedoch eine solche Lösung nicht realisierbar. Sowohl die flussbautechnische Sicht wegen zu geringen Fallhöhen, einer zu großen Flussbreite und zu großen Widerstände als auch die Sachlage aus der Studie heraus gaben dafür den Ausschlag. Die vorgestellten Studienergebnisse und Entwicklungsmaßnahmen einschließlich der damit bedingten Abkehr von der energetischen Nutzung der Salzach im Freilassinger Becken wurden von den Gemeinden und den Regierungsvertretern einvernehmlich als plausibel anerkannt. Alle Teilnehmer bekannten sich dazu, die Ergebnisse und Maßnahmenvorschläge als gemeinsame Arbeitsgrundlage weiter zu entwickeln. Und auch der von Anthering und Saaldorf-Surheim geplante Salzachsteg soll weiter verfolgt werden.

Pressemitteilung EuRegio

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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