Wird Berchtesgaden eine Universitätsstadt?

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Sieht so bald das Ortsschild aus?

Berchtesgaden - Heiße Planungen der Technischen Universität München: Zwei Lehrstühle könnten nach Berchtesgaden ausgelagert werden. Die Überlegungen:

Dr. Andreas Kratzer von der TUM ist einer der treibenden Köpfe hinter dem Schülerforschungszentrum Berchtesgadener Land. Das nächste Ziel: eine Forschungsaußenstelle der TU München in Berchtesgaden.

Das Schülerforschungszentrum Berchtesgadener Land ist erfolgreich gestartet. Dr. Andreas Kratzer von der Technischen Universität München (TUM), selbst mitverantwortlich, hat aber noch viel vor. Berchtesgaden als Forschungsaußenstelle der TUM? „Ich bin zuversichtlich, dass in Berchtesgaden künftig zwei Lehrstühle der Universität aufgebaut werden könnten“, sagt er. Erst kürzlich bestätigte der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer eine finanzielle Zusage - „Unterstützung für alle Projekte“. Kratzer freut dieser Umstand, ist er neben der Schülerforschungszentrumsleiterin Heike Gierisch einer der treibenden Köpfe hinter dem ambitionierten Projekt. „Lehrstühle in Sportpädagogik und Präventiver Pädiatrie würden hier entstehen“, weiß er.

Das Schülerforschungszentrum liegt im Neubaubereich des alten Gymnasiums von Berchtesgaden. „Der Altbau steht noch leer“, sagt Kratzer. Platz genug gibt es in den Räumlichkeiten also. Ein eigener Gebäudekomplex könnte in Zukunft die Lehrstühle der TUM aufnehmen. Universitäre Forschung in Berchtesgaden? „Ja“, sagt Kratzer, das sei das Ziel. Wissenschaftliche Mitarbeiter, Doktoren, Professoren könnten im alten Gymnasium bald zum Alltag gehören. Auch wenn die Lehrstühle unabhängig vom Schülerforschungszentrum laufen – gemeinsame Projekte seien vorstellbar, meint Kratzer. Der Fokus der forschenden Jugend liege zwar auf den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Doch werde es auch Bereiche geben, die ineinandergreifen: Sportpädagogik bedeutet „Lernen in Bewegung“. Warum etwa also nicht zusammen mit dem Nationalpark – unter wissenschaftlicher Aufsicht – die Natur erkunden? Den Zuwachs an persönlicher Fitness messen? „Wir sind ganz am Anfang“, sagt Kratzer, Mitglied des „Instituts für innovative Bildungskonzepte“. Denn kaum Konkretes steht zum jetzigen Zeitpunkt fest.

In das alte Gymnasium von Berchtesgaden könnten Lehrstühle der TUM kommen. Der Bayerische Ministerpräsident hat finanzielle Unterstützung zugesichert.

Dass sich in nächster Zeit aber etwas tun wird, sei so gut wie sicher, sagt der studierte Physiker. Das noch leer stehende Gebäude, in dem die Lehrstühle untergebracht würden, „hat Charakter“. Zu schade sei es, dieses weiterhin ungenutzt zu lassen. Über eine Million Euro würde es kosten, es herzurichten - ein neues Dach, Brandschutz, zeitgemäße Technik. „In Berchtesgaden fände dann moderne Forschung statt“, schwärmt der Wissenschaftler, der schon für das Schülerforschungszentrum viel persönliches Engagement investiert hat. „Ein Forschungskontakt zur TU München kann auch für Unternehmen von Interesse sein“, sagt Kratzer. Bis es soweit ist, wird noch viel Zeit vergehen. Es gilt, sich ganz auf das nächste Etappenziel zu konzentrieren. Berchtesgaden als Universitätsort. Für Dr. Andreas Kratzer ist die Zukunft schon jetzt greifbar.

kp

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