Thielen wird PSM Protech

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Die Berge haben Irene Wagner und Hans Peter Bunz nach Marktschellenberg gebracht.

Marktschellenberg - Vor rund drei Monaten war Marktschellenberg geschockt. Ihr Vorzeigeunternehmen Thielen Feinmechanik meldete Insolvenz an. Jetzt ist die Zukunft des Unternehmens klar.

Sie heißen Hans Peter Bunz und Irene Wagner und sind die neuen Chefs bei Thielen Feinmechanik. Unter dem Namen PSM Protech GmbH & Co.KG soll das Familienunternehmen wieder zu neuem Glanz geführt werden. Oberste Priorität dabei: "Wir sehen uns in der Verantwortung für unsere Mitarbeiter. Wir wollen natürlich, dass sie hart arbeiten, aber sie sollen Spaß dabei haben", sagte Irene Wagner gegenüber bgland24.

Das Ehepaar Bunz/Wagner hat sich mit der Übernahme des Automobilzulieferers einen Traum erfüllt. Die beiden Manager wollten wieder gemeinsam arbeiten und die Wirtschaftskrise hat es möglich gemacht: "Während alle anderen schockiert waren, was passiert, haben wir unsere Chance darin gesehen", erzählt Wagner. Und PSM Protech GmbH ist auch die Chance für Thielen Feinmechanik.

Die neuen Chefs werden die Standorte Marktschellenberg und Zalaegerszeg (Ungarn) übernehmen. Der Standort in Bocsa (Rumänien) soll selbstständig weiterarbeiten. Vor allem im Berchtesgadener Land wollen der Vertriebsprofi Bunz und die Betriebswirtin Wagner aus dem bereits "guten Produkten", die von "hochqualifizierten Mitarbeitern" gefertigt werden, einen hochqualitiativen Standort machen. Sie wollen "weg vom Billiglohn".

Dafür wollen sie in den kommenden Jahren einiges tun. "Das geht mit professionellem Controlling und Qualitätsmanagment an und endet beim professionellen Vertrieb", so Wagner. "Deshalb werden wir jetzt zuerst einmal Gespräche mit den Kunden führen", beschreibt Bunz das weitere Vorgehen. "Wir wollen letztendlich nicht Produkte liefern, sondern sie mit den Kunden zusammen entwickeln."

Vom Zulieferer zum Partner ist also die Devise. "Und wir wollen auch weg von der reinen Automobilindustrie und neue Kunden aus anderen Sparten gewinnen", beschreibt Wagner die geplante Absicherung. Denn so sei man weniger abhängig von einem Kunden oder einer Sparte.

Die beiden Unternehmer haben seit Ende April mit dem Insolvenzverwalter verhandelt. Damals haben sie ihr Unternehmenskonzept eingereicht und am Dienstag letztlich dann die Verträge unterschrieben. Da Irene Wagner immer schon in die Berge wollte, steht für die beiden auch fest, dass sie ihren Lebensmittelpunkt nach Marktschellenberg verlagern werden. "So können wir den 85 Mitarbeitern in Marktschellenberg und den 59 in Ungarn beweisen, dass wir dieses Unternehmen führen wollen, bis wir einen Nachfolger brauchen", lachen die beiden und freuen sich sichtlich auf ihre neue Aufgabe. Kein Wunder zuletzt haben sie vor knapp zehn Jahren bei Fiat zusammengearbeitet und sich damals rein aus privaten Gründen beruflich verändert.

Die ersten Mitarbeitergespräche seien sehr positiv verlaufen, verraten die beiden zum Schluß noch und stellen eins klar: "Das Personal war und ist das Engagement wert."

red-bgl24/cz

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