Kann’s der Kurz ein sechstes Mal?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Wie er leibt und lebt – und wie man ihn kennt: Stefan Kurz auf dem Chefsessel der Gemeinde Schönau am Königssee. Ob er ein weiteres Mal kandidiert, bleibt fraglich. Aber theoretisch, so Kurz, möglich.

Schönau am Königssee - Bürgermeister Stefan Kurz befeuert die Spekulation über eine erneute Kandidatur als Bürgermeister von Schönau am Königssee.

Am Ende der aktuellen Legislaturperiode 2014 ist Stefan Kurz, der momentane Bürgermeister von Schönau am Königssee, seit 30 Jahren im Amt. Ein weiteres Mal kandidieren, eine sechste Amtszeit? Eigentlich nicht möglich. Kurz ist dann zu alt. Doch scheint der Traum nicht ganz ausgeträumt. „Theoretisch ist alles möglich“, so Kurz. „Ob ich und der Gemeinderat das aber möchten, ist die andere Frage.“

In der Nähe des Königssees soll eine große Hotelanlage verwirklicht werden. Derzeit laufen die Planungen.

Im Bayerischen Gemeinde- und Landkreiswahlgesetz heißt es: „Zum berufsmäßigen ersten Bürgermeister (…) nicht gewählt werden, wer am Tag des Beginns der Amtszeit das 65. Lebensjahr vollendet hat.“ Stefan Kurz wird am 5. März 2014 65 Jahre alt. Amtsantritt des nächsten Bürgermeisters wäre Mai 2014. Doch Kurz ist sicher: „Wenn der Gemeinderat vor der Wahl entscheidet, dass der künftige Bürgermeister im Ehrenamt tätig sein soll, könnte ich ein weiteres Mal kandidieren.“ Ein hauptamtlicher Einsatz, der bei Gemeinden über 5000 Bürgern üblich ist, ist indes ausgeschlossen. Dazu wäre er dann, laut Gesetz, schon zu alt. „Wir reden hier über reine Theorie“, sagt Kurz im Gespräch. Es ist nicht gesagt, dass er erneut kandidieren möchte. Doch auszuschließen ist es nicht. Denn Stefan Kurz wird schweigsam, wenn es um seine Zukunft geht.

Er lässt sich ein Hintertürchen offen, das wird schnell klar. Spätestens ein Jahr vor der Wahl, irgendwann im ersten Halbjahr 2013, wolle er sagen, ob er seinem fest angestammten Bürgermeister-Chefsessel Lebewohl sagen wird. Ob er denn an einen Nachfolger gedacht habe? Kurz bleibt die Antwort schuldig. Man könnte mutmaßen, der Nachfolger sitze dem Reporter direkt gegenüber. Der Alte auch gleichzeitig der Neue? „Der Gemeinderat hätte, wenn es denn so kommen würde, ein entscheidendes Wörtchen mitzureden“, sagt Kurz. Hätte, würde. Ob er denn Spaß habe am Amt? „Ungetrübt“, sagt der Gemeindechef. „Das müsste man doch merken, oder?“, so die Antwort in Richtung Reporter. Er sei mit dem gleichen Engagement bei der Sache wie zu Beginn. Im Übrigen gebe es Bürgermeister, die noch viel länger im Amt seien. Kurz kennt einen, einen Südtiroler, der war ein halbes Jahrhundert Gemeindechef. Und selbst? „Nein, so lange werde ich gewiss nicht dabei sein“, sagt er und lacht. Denn Kurz hat noch viele Ziele vor Augen. Und diese in der aktuellen Legislaturperiode zu verwirklichen, ist nicht möglich.

Verwirklichen möchte er in naher Zukunft aber das alpine Trainingszentrum am Krautkaser. „Bis April 2014 soll das passieren“, sagt er. Vorangetrieben werden soll auch das Hotelprojekt am Königssee. Dass das noch einige weitere Jahre in Anspruch nehmen wird, darüber ist sich Kurz im Klaren. „Wenigstens die Basis muss gelegt werden.“ In baulicher Hinsicht werde in Sachen Hotelprojekt in den nächsten beiden Jahren aber sowieso nichts geschehen. Dafür rückt das Kongresshaus in Berchtesgaden immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit. Denn Kurz ist auch Vorsitzender der Tourismusregion Berchtesgaden- Königssee und deshalb ist das Kongresshaus auch eine Art Kurz’sches „Baby“. Planung, Genehmigung der Planung und Beantragung der Fördermittel könnten im besten Fall noch heuer abgeschlossen werden, sagt er – alles Dinge, die viel Zeit benötigen. Der Umbau des Kongresshauses wird sich, so Kurz, über mehrere Jahre hinwegziehen. „Drei bis vier Jahre soll es dann dauern und in einzelnen Schritten ablaufen.“ Und gleichgültig wie es kommen mag: Eine weitere Olympia-Bewerbung wird Stefan Kurz nicht mehr im Bürgermeister-Amt erleben. Fünf Mal war er in der Vergangenheit dabei. „Ich bin wohl der Bürgermeister, der weltweit die meisten Bewerbungen für Olympische Spiele aktiv miterlebt hat“, sagt er. Enttäuscht sei er, dass es nie geklappt hat. In absehbarer Zeit sehe er aber auch keine weitere Chance, dass Deutschland – und somit vielleicht auch Schönau am Königssee mit seiner Kunsteisbahn – erfolgreich sein werden. Eine Frage bleibt: Erneute Kandidatur – ja oder nein? „Lassen wir uns überraschen.“ Das Lächeln in seinem Gesicht verrät viel, aber nicht alles.

kp

Zurück zur Übersicht: Schönau am Königssee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser