Rekordjahr für Ramsauer Bergwacht

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Ramsau – Die 49 Einsatzkräfte der Bergwacht waren 2009 bei insgesamt 107 Einsätzen gefordert, darunter allein 82 Bergunfälle, 47 Hubschraubereinsätze und fünf Bergtote.

Bereitschaftsleiter Rudi Fendt erinnerte in seinem Rückblick bei der Jahreshauptversammlung an den besonders tragischen Doppeltodesturz am Baueisgletscher Ende August, bei dem zwei 39 und 54 Jahre alte Bergsteiger aus der Nähe von Augsburg und aus dem Landkreis Traunstein ums Leben gekommen waren.

"Wir kennen uns ja schon von früher!" – der Leiter der Ramsauer Alpinrettungswache, Rudi Fendt staunte über diese Aussage eines Geretteten beim letzten Einsatz des Jahres am 30. Dezember 2009 auf der Hochalm nicht schlecht. Eine vierköpfige Gruppe hatte sich im Aufstieg vom Wimbachschloss zur Hochalm abseits des Weges im Schnee festgegangen, konnte nicht mehr weiter und musste bei hereinbrechender Dunkelheit vom Berg ins Wimbachtal geflogen werden. Beim Eintreffen der Unverletzten, aber doch durch Schnee und Kälte Gebeutelten in der Bergrettungswache erzählten die Geretteten von einem Einsatz vor zwei Jahren: Am Steinberg musste sie die Bergwacht aus fast derselben Situation schon einmal retten.

Fendt: "Verständlich, dass man sich über die Bekanntheit mit Bergrettern dann freut!" Eine heitere von unzähligen Episoden, die Fendt in seinem jährlichen Rückblick anlässlich der Jahreshauptversammlung der Ramsauer Bergretter im Einsatzleitbereich Berchtesgaden rekapitulierte.

Leider waren die Einsätze nicht alle mit einem Happy End verbunden, mussten doch fünf Bergtote geborgen werden. Besonders tragisch waren dabei der Lawinenabgang im Sailergraben im März und der Doppeltodessturz vom Blaueis am Tag des Seefestes. Die 49 Aktiven der eigentlich kleinen Ramsauer Bereitschaft wickelten allein 82 Bergunfälle ab, mit einer Rekordzahl von 47 Hubschraubereinsätzen. Schwerpunkt war wie die Jahre zuvor das Watzmann-Gebiet. Das weitere Einsatzspektrum umfasste Wander-, Rodel- und einige wenige Pistenunfälle, wie Schriftführer Markus Gröll in seiner Präsentation veranschaulichte.

Anhand der ausführlichen Bilddokumentation einer durchgeführten Rettungsübung in der Wimbachklamm von Raphael Hang jun. erläuterte Ausbildungsleiter Barthi Wurm den Ablauf des Ausbildungsjahres. Dass Bergrettung auch im Hintergrund Geld kostet, zeigte Kassier Wasti Wurm in seinem Bericht auf: Fahrzeug-Unterhalt, Versicherungen, Ausrüstungs- und Materialbeschaffung sowie Gebäudeunterhalt schlugen mit ansehnlichen Beträgen zu Buche. So kosteten die Versicherungen alleine rund 3.500 Euro.

Nicht nur seinem Kassier für die exakte Buchführung, sondern dem ganzen Team der Ramsauer Bergretter zollte Bereitschaftsleiter Rudi Fendt hohe Anerkennung, die auch der erkrankte Ramsauer Bürgermeister Herbert Gschoßmann in einem Schreiben übermittelte. Sein Dank ging auch an alle Förderer und Freunde der Bergwacht, die die Arbeit der Einsatzkräfte tatkräftig unterstützen: Ein großes Anliegen der gesamten Bereitschaft ist die geplante Verwirklichung eines Anbaus, der die Raumnot in der Bergrettungswache beheben soll; neben viel Eigenleistung der Freiwilligen werden für das Projekt auch nicht unerhebliche Geldmittel notwendig sein.

Pressemitteilung des Bayerischen Roten Kreuzes, Kreisverband Berchtesgadener Land

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