Best Western Berghotel Rehlegg

Neue Bilder: Erster Nachwuchs bei den Schwarzen Alpenschweinen

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Ramsau - Vom Aussterben bedroht? Vielleicht woanders, aber nicht im Landkreis Berchtesgadener Land. Das Best Western Hotel Rehlegg präsentiert stolz seinen ersten Nachwuchs bei den Schwarzen Alpenschweinen

Vergnügtes Grunzen und Quieken hört man derzeit im Best Western Hotel Rehlegg. Kleine schwarze Wesen sausen durchs Stroh und bringen jeden zum Schmunzeln, der dem munteren Treiben zu schaut. 

Zuchterfolg im Bergsteigerdorf Ramsau

Wer jetzt an an ganz normalen Ferkelnachwuchs denkt, der hat nur bedingt Recht, denn die kleinen Ferkel sind ein ganz besonderer Zuchterfolg

„Unsere elf Ferkel sind die ersten Schwarzen Alpenschweine, die seit über 109 Jahren wieder in Bayern zur Welt gekommen sind“, freut sich Johannes Lichtmannegger, der Hotelier vom Hotel Rehlegg. 

Einwanderer aus Italien

Über die italienische Schutzorganisation „Pro Patronomio Montano“, die sich für den Erhalt der genetischen Vielfalt in den Alpen einsetzt, ist es dem Hotel Anfang des Jahres gelungen, Zuchttiere zu bekommen. 

Neue Bilder: Erster Nachwuchs bei den Schwarzen Alpenschweinen

Drei Schweine stehen seitdem beim Kederbachlehen in der Ramsau (Berchtesgadener Land) und drei am Biohof Kettenberger in Tittmoning (Landkreis Traunstein). 

****S Alpenschweine

Das Hotel finanziert beiden Bauern die Zucht der Tiere und ist gleichzeitig Hauptabnehmer des Fleisches. Die alte Nutztierrasse, die einst auf Bergweiden gang und gäbe war, ist eigentlich vom Aussterben bedroht

Ab Juni dürfen die Ferkel mit ihren Mamas raus ins Freigehege und den ganzen Tag frisches Wiesengrün futtern. 

Während rosafarbene Rassen kaum Haut-Pigmente haben und kein UV-Licht vertragen, sind die Schwarzen Alpenschweine durch ihr dunkles Borstenkleid vor der Sonne geschützt. Sie sind robust, selbst starke Temperaturunterschiede können ihnen nichts anhaben. 

Schwarze Alpenschweine wachsen wesentlich langsamer und haben dadurch eine andere Fleischentwicklung als Masttiere. Es ist stärker marmoriert und reichert wertvolle Omega-n3-Fettsäuren an, die modernem Schweinefleisch fehlen.

Unterstützung kleinbäuerlicher Strukturen

„Qualität von Fleisch war lange Zeit kein Kriterium in der Produktion, es ging es um Masse. Mittlerweile gibt es eine Rückbesinnung auf Qualität, man interessiert sich wieder für die Tiere. Dabei ist den meisten Gästen Regionalität deutlich wichtiger als Bio“, weiß Hannes Lichtmannegger. 

Artgerechte Tierhaltung

Bis die ersten Tiere aus der Rehlegger-Zucht schlachtreif sind, werden noch eineinhalb Jahre vergehen. „Bis dahin leben die Schweine völlig artgerecht und sind auch zum Schluss keinerlei Stress ausgesetzt. Das ist uns enorm wichtig. 

Wir gehen mit der direkten Zusammenarbeit mit den Bauern ganz bewusst einen anderen Weg und sindgegen Masttierhaltung. Unsere Philosophie: es soll kein gequältes Fleisch auf den Teller kommen. Davon profitieren alle: die Tiere, die Landwirte und der Konsument“, sagt Johannes Lichtmannegger. 

Vom Aussterben bedroht

„Natürlich gibt es auch Gäste die erstmal sagen: Ich esse  doch nichts was vom Aussterben bedroht ist. Aber diese Tiere sind Nutztierrassen und würden sonst aussterben. Bei uns haben sie das allerbeste Leben“. 

Und bei den ersten Schweinenachkommen hat sowieso die Schutzorganisation das Recht auf Auslese, damit die Rasse den Genen entsprechend zur weiteren Zucht im Alpenraum verteilt werden kann und es nicht zur Inzucht kommt.

Neuland für den Bauern

Für den Bauern Franz Kuchlbauer ist die Schweinezucht Neuland. Bei den beiden Geburten war er jeweils die halbe Nacht auf den Beinen. 

„Es ist eine schöne Sache. Die Zusammenarbeit mit dem Hotel macht mich als Nebenerwerbsbauer subventionsunabhängiger. Es ist ein fairer Partner, der es honoriert, dass die Tierewesentlich länger aufgezogen  werden müssen, als Masttiere“, freut sich der Bauer. „Die Natur ist schon verrückt. Die Alpenschweine brauchen keine künstliche Wärmequelle und die Muttertiere umsorgen die Ferkel richtig, sie bauen ihren Kleinen nach dem Säugen aus Stroh ein Nest. Wenn ich in der Früh in den Stall komme und unterm Stroh rührt sich was und die kleinen Ferkel tauchen ganz verschlafen auf, das ist schon schön anzusehen.“

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