Gesuchte Frau schon längst tot

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Ramsau - Ein Großaufgebot an Einsatzkräften hat am Sonntagabend im Raum Berchtesgaden rund eineinhalb Stunden lang nach einer bereits vor zwölf Jahren verstorbenen Frau gesucht...

Ein 74-jähriger Kurgast aus Duisburg mit psychischen Problemen hatte gemeldet, seine Frau sei in die Ramsauer Ache gestürzt.

Gegen 19 Uhr wurde die Polizeieinsatzzentrale Rosenheim von einem Verkehrsteilnehmer informiert, dass an der Gmundbrücke in Berchtesgaden eine ältere Frau in die Ramsauer Ache gefallen und abgetrieben worden sei. Der Mann wurde von einem 74-jährigen Kurgast aus Duisburg angehalten, der ihn gebeten hatte, einen Notruf abzusetzen. Die Integrierte Leitstelle Traunstein alarmierte daraufhin ein Großaufgebot an Einsatzkräften: Innerhalb kürzester Zeit waren Feuerwehr, BRK-Wasserwacht, der Rettungsdienst des Roten Kreuzes und die Polizei vor Ort und suchten die Ramsauer und Berchtesgadener Ache ab, wobei Fußtrupps, Schlauchboote und zwei Hubschrauber eingesetzt wurden. Jenseits der Grenze bei Marktschellenberg wurden die bayerischen Einheiten durch Österreichische Wasserrettung und Feuerwehren unterstützt.

Der Kurgast, ein 74-jähriger Mann aus Duisburg, hatte mitgeteilt, dass seine Frau auf einem Holzsteg ausgerutscht und in die Ache gefallen sei. Er habe sie noch herausziehen wollen, aber nicht mehr erreichen können, da sie abgetrieben worden sei. Mittlerweile waren auch der Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ und der Polizeihubschrauber „Edelweiß 1“ im Einsatz: Die Besatzungen suchten die Ramsauer und Berchtesgadener Ache bis nach Marktschellenberg aus der Luft ab; der Pilot von „Christoph 14“ hatte bei einer Zwischenlandung am Bahnhof Berchtesgaden extra einen Wasserretter des Roten Kreuzes aufgenommen, der die vermeintlich treibende Frau sofort sichern hätte können.

Suchaktion an Ramsauer Ache

Während die große Suchaktion im vollem Gange lief, wurde der Mann aus Duisburg vom Roten Kreuz medizinisch versorgt und von einem Mitarbeiter des BRK-Kriseninterventionsdienstes (KID) betreut. Da nach und nach der Eindruck entstand, dass der Mann psychische Probleme hat und die Angaben nicht mehr glaubwürdig erschienen, wurde die Polizei hinzugezogen. Bei einer weiteren Befragung durch einen Beamten erhärtete sich der Verdacht und es wurden klärende Ermittlungen in Duisburg durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass die vermeintlich in die Ache gestürzte Ehefrau bereits vor zwölf Jahren verstorben ist und der Mann in Duisburg alleine lebt. In Berchtesgaden hatte das Paar vor Jahrzehnten Hochzeit gefeiert. Nach Rücksprache mit der behandelnden Ärztin in Duisburg und dem Berchtesgadener Notarzt wurde der 74-Jährige zur weiteren Behandlung in das Inn-Salzach-Klinikum Freilassing gebracht.

Im Einsatz waren auf bayerischer Seite rund 70 Feuerwehrleute aus Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Bischofswiesen und Marktschellenberg, die Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) der BRK-Wasserwacht aus Bad Reichenhall und Berchtesgaden mit 15 Wasserrettern, der Rettungsdienst des Roten Kreuzes mit zehn Einsatzkräften und dem Berchtesgadener Notarzt, zwei Hubschrauberbesatzungen, vier Beamte der Polizeiinspektion Berchtesgaden und der BRK-Kriseninterventionsdienst.

BRK-Kreisverband Berchtesgadener Land

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