Noch immer keine Maßnahmen am Soleleitungs-Weg

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Noch immer ist der Soleleitungssteg aufgrund eines Steinschlagereignisses von vor einem Jahr gesperrt.

Berchtesgaden - Am Soleleitungs-Weg kam es vor einem Jahr zu einem gefährlichen Steinschlag. Trotz dringend notwendiger Sicherungsmaßnahmen wurde bisher jedoch nichts unternommen.

Ein Jahr ist es nun her, dass sich in Berchtesgaden ein Steinschlag ereignete. Im März vergangenen Jahres war unterhalb des Soleleitungs-Steges in Höhe der Christuskirche ein Steinschlagereignis abgegangen, etwa ein Kubikmeter Material.

Zu Rate gezogen wurde damals das Bayerische Landesamt für Umwelt, Fachbereich Geologischer Dienst. Seitdem bei der ersten Inaugenscheinnahme durch das Bayerische Landesamt für Umwelt Handlungsbedarf festgestellt worden war, ist der beliebte Weg für Spaziergänger gesperrt – seit nunmehr einem Jahr.

„Wir haben eine konkrete Gefahr“, sagte Elke Lanzendörfer vom Berchtesgadener Ordnungsamt schon damals. Tatsächliche Maßnahmen wurden bislang aber noch nicht umgesetzt. „So schnell wie möglich werden wir das machen“, verspricht Marktbaumeister Helmut Graßl.

Schaden sei damals, im März, keiner entstanden, informierte Geologe Andreas von Poschinger vom Bayerischen Landesamt für Umwelt, der mit der Angelegenheit betraut war. „Wir beraten aus fachlicher Sicht für die öffentliche Hand“, hieß es.

Der Markt Berchtesgaden hatte das Landesamt für Umwelt herangezogen, um eine Einschätzung gebeten. Das Landesamt für Umwelt schickte damals Experten, die bei einer Begehung des Steges und des Wandfußes Handlungsbedarf feststellten. „Erforderlich wäre eine detaillierte Untersuchung der Wand“, sagte von Poschinger. Diese ist bereits vollzogen worden, Maßnahmen wurden hingegen noch keine durchgeführt. Nach der ersten Beurteilung der Situation – „eine Ad-hoc-Ersteinschätzung“, wurde seitens des Landesamtes für Umwelt die Empfehlung gegeben, den Weg zu sperren und eine Detailuntersuchung anzustreben.

Eine amtliche Stellungnahme mit der Aufschlüsselung der Gefahrenpunkte erfolgte nach Informationen der Heimatzeitung bereits am 27. April vergangenen Jahres. Dort sei mitgeteilt worden, dass die Notwendigkeit bestehe, „dass etwas gemacht werden muss“, wie Fachmann von Poschinger im Nachhinein erklärte. Eine weiterführende Besprechung im Rathaus Berchtesgaden habe dann am 15. Juni 2010 stattgefunden.

„Weil es in diesem Umfeld bereits zu einem Steinschlag gekommen ist, würde man grob fahrlässig handeln, wenn jetzt keine weiteren Maßnahmen eingeleitet würden“, sagte von Poschinger vor einem halben Jahr und auch sein Kollege Dr. Ulrich Haas fragte nun auf Anfrage der Heimatzeitung: „Ist bislang noch nichts geschehen?“.

Der Markt Berchtesgaden hat, so ist es von der Gemeinde zu erfahren, ein Ingenieurbüro beauftragt, „wir haben Mitte März eine gemeinsame Besprechung“, sagt Elke Lanzendörfer vom Ordnungsamt. „Die technischen Details werden dann vorgestellt“. Dr. Haas vom Bayerischen Landesamt für Umwelt sagt: „Wir können niemandem vorschreiben, dass man etwas tun muss. Wir können nur Empfehlungen geben“.

Träte der schlimmste Fall ein, und ein weiterer Steinschlag ereignete sich, sähe es schlecht aus. „Die Gemeinde ist im Zugzwang“, sagt Haas. Ein zeitlicher Rahmen, bis wann sie handeln müsse, gebe es aber nicht. Es sei reine Ermessenssache seitens des Marktes, wie lange der Weg gesperrt bleibe. Selbst sei man nicht im Bilde, ob schon ein Gutachten vorliege, so Haas. „Die Gemeinde hat sich mit uns seitdem nicht mehr in Verbindung gesetzt“, eine weitere Stellungnahme sei nicht mehr erfolgt.

Marktbaumeister Helmut Graßl sagt, dass eine Detailuntersuchung bereits im vergangenen Herbst erfolgt sei. Über etwaige Kosten, die auf den Markt zukämen, will er sich bis dato nicht äußern. „Die Sache ist von der Verantwortung her sehr kompliziert“, sagt der Marktbaumeister, der den Spazierweg so schnell als möglich wieder eröffnen möchte, „im Frühjahr wollen wir loslegen“, sagt er. Er weiß, dass die Zeit drängt. Was wäre, wenn ein Stein fiele? Dazu äußern möchte sich Graßl gegenwärtig nicht, nur so viel: „Es ist nicht ganz klar, wer für einen Steinschlag in die Verantwortung gezogen würde“, sagt er. Im Sommer sollen alle Maßnahmen getroffen und beendet sein.

kp

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