Neuer Platz für Mutter-Kind-Brunnen

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Künstler Fritz Schelle freut sich auf "seinen" neuen Brunnen. Auf 40.000 Euro schätzt er die Gesamtkosten.

Berchtesgaden - Künstler Fritz Schelle freut sich auf einen neuen Standort für seinen Mutter-Kind-Brunnen, der noch vor dem Wintereinbruch versetzt wirde.

"Ich war überrascht, dass jetzt alles ganz schnell geht", sagt der Berchtesgadener Künstler Fritz Schelle. Noch vor dem ersten Frost soll sein Mutter-Kind-Brunnen, über 30 Jahre Inventar des Marktes Berchtesgaden, wieder errichtet werden. Seit eineinhalb Jahren rätselt man in der Gemeinde, wohin der ehemals zentral vor dem Café Forstner platzierte Brunnen hin soll. Der Gemeinderat hat sich entschieden: zwischen Hirschenhaus und Triembachereck. Für Fritz Schelle ist das eine gute Lösung. Doch hätte er sich den Brunnen, über dessen Umsetzung er mit der Heimatzeitung nun sprach, auch an anderer Stelle im Markt gut vorstellen können. Schelle bedauert, dass Brunnen generell oft nicht als Bereicherung gesehen werden, "sondern eher im Weg stehen."

"Der Brunnen soll ein integraler Bestandteil für die Situation vor Ort sein", sagt Schelle. Die Grundform spiegelt jene eines Viertelkreises wider. Auch andere Formen seien vorstellbar gewesen. Dass man sich für den Halbkreis entschieden habe, ergibt für ihn Sinn. Etwa drei Meter entfernt von der Ladenfront des Hirschenhauses wird im Laufe der nächsten Monate ein 5,5 Meter langer und 2,5 Meter breiter Brunnen in Viertelkreisform entstehen. "Alle Anschlüsse sind bereits vorhanden", weiß Schelle, der mitten in den Planungen steckt. Die abschließende Kostenermittlung müsse innerhalb der nächsten 14 Tage gemacht werden.
Der Kostenrahmen für den neuen Brunnen mit der Mutter-Kind-Figur, die bislang im Berchtesgadener Bauhof eingelagert wird, liegt bei 40.000 Euro. Kleine Instandsetzungsarbeiten an der bei vielen Berchtesgadenern beliebten Figur müssen noch bewerkstelligt werden, ehe sie ihren neuen Platz im unteren Marktbereich einnehmen wird. Auch künftig soll der Blickfang die Möglichkeit einräumen, um sich an dessen Rand auszuruhen. 40 Zentimeter hoch soll die Brunneneinfassung werden. Ein kurzer Plausch am plätschernden Wasser - all das kann sich Künstler Fritz Schelle gut vorstellen. Anders als zuvor wird der Brunnen aus verschiedenen Ebenen bestehen. Von einer höher gelegenen Ebene soll das Wasser in das Brunnenbecken plätschern, "die Situation lebendiger gestalten", so Schelle. Die Speisung mit Wasser erfolgt von zwei Seiten - durch den Mutter-Kind-Eimer sowie eine zusätzliche Quelle auf der gegenüberliegenden Seite. Bislang äußert er sich nicht weiter über diese Umsetzung.

Fritz Schelle hätte sich seinen Mutter-Kind-Brunnen auch an anderer Stelle im Markt gut vorstellen können. Pläne gab es bereits am Hotel Edelweiss. Vorangetrieben wurde die Idee dann aber nicht. Auch der Bereich beim ehemaligen Postturm, bislang noch ein ödes Fleckchen, eignete sich "hervorragend." Jedoch kommt für ihn diese Lösung ("ein Brunnen mit drei Kastanien") aufgrund der in der Nähe befindlichen Discothek nicht in Frage: "Nach dem Wochenende wäre das Wasser eine braune Brühe", so der Künstler, der über tatsächliche Vorschläge, man könne doch einen mobilen Brunnen schaffen, nur müde lächeln kann. Wenig Verständnis zeigt Schelle, dass im Markt lebendiges Grün, "etwa Bäume", komplett außen vor gelassen wurden. "Das hat der Ortsplaner versäumt", sagt er. Umso überraschter ist Schelle, dass das Brunnen-Vorhaben nun so zügig vorangeht.

Wohl auch, weil wichtige Fördermittel, die für eine Brunnenverlegung gewährt werden, Ende des Jahres wegfielen. Dass der ursprüngliche Plan, den Mutter-Kind-Brunnen am Weihnachtsschützenplatz zu errichten, verworfen wurden, freut den Künstler: "Die umliegenden Schaufenster hätten ihn verschluckt." Dass Brunnen oft nicht als Ortsbereicherung verstanden werden, ärgert ihn. "Stünde der Marktbrunnen nicht dort, wo er seit Jahrhunderten steht, würde man ihn nicht noch einmal errichten", sagt Schelle. Umso mehr freut es den Brunnengestalter, dass der Platz zwischen Hirschenhaus und Triembachereck nun bereichert wird.

Ob mit Untersberger Marmor ("sehr teuer") oder etwa Muschelkalk (Rathaus-Brunnen) - das sei alles eine Kostenfrage, über das zu verwendende Material sei noch nicht endgültig entschieden worden. In den nächsten Wochen werde die Gemeindeverwaltung den Rahmen festlegen. Bis dahin wird die Mutter-Kind-Figur im Bauhof auf ihren erneuten Einsatz warten.

kp

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