Naturschutz in Berchtesgaden feiert Geburtstag

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Berchtesgaden - Der Nationalpark hat am Donnerstag 100 Jahre Schutzgebiet Berchtesgaden - natürlich mit einem rauschenden Fest, aber auch mit viel fachlicher Information - gefeiert.

In einem Symposium hat am Donnerstagvormittag der ehemalige Nationalparkleiter Hubert Zierl auf die Geschichte zurückgeschaut. Vom Pflanzenschonbezirk (1910) bis zum Nationalpark (1978) war es ein langer Weg, der vor allem vom Verein zum Schutz der Bergwelt, dem Deutschen Alpenverein und dem Forstamt Berchtesgaden maßgeblich geprägt war.

Vor allem der Gedanke, Natur sich selbst zu überlassen war für die Berchtesgadener in den 70er-Jahren neu. Dementsprechend groß war der Widerstand. "Die Idee, Windwürfe nicht aufzuarbeiten, den Borkenkäfer nicht zu bekämpfen, machte den Einheimischen Angst", berichtete Zierl. Sie befürchteten, dass das zu schweren Lawinen und Murenabgängen führen würde. "Jetzt, 30 Jahre danach sehen sie, dass alles halb so schlimm ist", lächelt der ehemalige Nationalparkleiter, der zu Beginn seiner Amtszeit durchaus einigen Anfeindungen ausgesetzt war.

"Aufführen duad er si, wie der Fürstpropst", hätten die Leute zu ihm gesagt, erzählt der Rentner lächelnd den Zuhörern. "Drei Gesetze habt's braucht, um uns Berchtesgadener in die Knie zu zwingen." Dabei hatten sich die Berchtesgadener mit dem Naturschutzgebiet Königssee, dass 1921 ausgerufen wurde voll identifiziert. Dort war allerdings der normale landwirtschaftliche und der Forstbetrieb noch erlaubt.

Jetzt sollen 75 Prozent der Fläche des Nationalparks sich selbst überlassen sein. Ganz sei dieses Ziel noch nicht erreicht, aber der Nationalpark sei auf einem guten Weg dahin, so Zierl. Und auch die Bevölkerung spricht mittlerweile von "ihrem Nationalpark". "Neugierig bin ich ja nur, wenn mal wieder ein Bär nach Berchtesgaden kommt", freut sich Hubert Zierl. "Was dann für eine Diskussion losgeht."

Diskutieren ist für den Abend gar nicht vorgesehen. "Es soll ein lustiger, abwechslungsreicher Abend mit Musik und Geschichten werden", kündigte Nationalparkleiter Michael Vogel am Vormittag an. Dabei werden unter anderem Fotos von dem VW-Käfer gezeigt, der mit seinem Besitzer seit 1963 am Grunde des Königssees liegt. Der See war damals zugefroren und der Mann wollte nach St. Bartholomä oder wieder zurück, kam auf zu dünnes Eis und ertrank. Mit vielen Legenden um diesen Käfer räumt Hans Stanggassinger am Abend auf. Ansonsten steht bei der Jubiläumsveranstaltung im Kur- und Kogresshaus alles im Zeichen des Edelweiss. Die Gäste dürfen also gespannt sein.

red-bgl24/cz

Rubriklistenbild: © cz

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