Nach dem 11. Fehlalarm soll nun Ruhe herrschen

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Auch in der Tiefgarage in Berchtesgaden wird immer wieder geraucht. Schilder weisen darauf, dies nicht zu tun.

Berchtesgaden - Nach elf Fehlalarmen in der Tiefgarage in Berchtesgaden sorgt Bürgermeister Franz Rasp nun für Ruhe.

Elf Mal ist der Alarm angesprungen - und das alleine in diesem Jahr. Die Tiefgarage im Marktzentrum von Berchtesgaden, in der der Alarm ausgelöst wurde, wurde zum nächtlichen "Ruhestörer", sagt ein Marktbewohner, der den Alarm tief in der Nacht schon mehrmals ausmachte. Auch die Freiwillige Feuerwehr Berchtesgaden wurde deshalb schon häufiger auf den Plan gerufen. Grund allen Übels waren zwei Brandmelder, die sich vor der Disco "Rauchkuchl" befinden und technisch falsch geschaltet waren. Dies soll nun ein Ende haben, wie Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp bestätigt.

Dutzende Jugendliche, alle rauchen, der Qualm trübt die Luft vor der "Rauchkuchl". Drinnen darf man nicht mehr rauchen, also müssen die Qualmer nach draußen, nicht in den Markt, dort würden sie die nächtliche Ruhe stören. Also stehen sie vor der Disco im Tiefgaragenbereich und ziehen an ihren Glimmstengeln. Das stört an und für sich keinen - nur die Brandmelder, die immer wieder Alarm schlugen und die Feuerwehr auf den Plan riefen. "Wir kommen dann in der Regel mit 15 Mann", sagt Kommandant Anton Brandner. Um festzustellen, dass es sich lediglich um einen Fehlalarm gehandelt hat. "Für uns war das wirklich lästig", sagt er.

Auch wenn es bei der Feuerwehr bereits bekannt war, dass es in der Tiefgarage wegen des Rauches zu falschen Alarmen kommt, "müssen wir dennoch so ausrücken, als wenn es sich um einen wirklichen Brandfall handelte", sagt Brandner. Die Feuerwehr habe jenen Schlüssel für das Bedienfeld, um den Alarm zu deaktivieren. "Es ist ja kein Wunder, dass das Signal immer wieder anspringt, wenn 20 Jugendliche unter dem Melder rauchen", meint ein Conti Park-Mitarbeiter, die Betreiberfirma der Tiefgarage im Markt Berchtesgaden. Zwar wurde eine Rauch-Abzugsanlage nachträglich eingebaut, gegen die Zigarettenwolke kam diese aber scheinbar nicht an. "Dann kam immer die Polizei und die Feuerwehr - obwohl nichts brennt", erzählt der Mitarbeiter.

Elf Mal sei das in diesem Jahr bereits passiert. Zwei Fehlalarme seien zu dulden, aber elf Mal? Damit soll jetzt Schluss sein. Das Problem: Die beiden Brandmelder vor der "Rauchkuchl" laufen über die Tiefgarage. Bei zu viel Rauch vor der Disko schlagen diese an, geben den Alarm in die Tiefgarage aus. So geschehen vergangenes Wochenende. Über eine Stunde lang tönte der Alarm durch die Tiefgarage, auch im Markt war das Signal deutlich zu hören. "Wenn man hier wohnt und nachts das Fenster offen hat, stört das", sagt einer, der im Ortszentrum ansässig ist.

Bürgermeister Franz Rasp, in dessen Verantwortungsbereich auch die Tiefgarage im Markt fällt, weiß um die Problematik Bescheid. Er bringt Licht ins Dunkel: Letzten Samstag sei zwar ein Alarm ausgelöst worden, dieses Mal aber nicht wegen des Zigarettenqualms, sondern "weil ein Brandmelder kaputt gegangen ist." Künftig möchte er die Fehlalarme umgehen, das Problem werde an der Wurzel gepackt. Wann alles nach Plan laufen werde, könne er noch nicht sagen. Änderungen an Sicherheitseinrichtungen bedürfen der Genehmigung des Landratsamtes. Dort soll nun alles schnell gehen, das Genehmigungsverfahren laufe. Bald schon werden die Brandmelder, die bislang mit der Tiefgarage gekoppelt waren, auf die Rauchkuchl geschaltet, sagt Bürgermeister Rasp, der sich auch in der Causa "Rauchkuchl" zufrieden zeigt. Im vergangenen Jahr hatten Anwohner noch über Ruhestörungen geklagt, weil die Raucher draußen standen. Laute Unterhaltungen und Gröhlen inklusive. "Keine einzige Beschwerde gibt es bislang", sagt der Bürgermeister. Die schönen Tag kommen erst. Das weiß auch Rasp. Er ist aber zuversichtlich, dass es ruhig bleibt.

kp

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