Musikschule im Nationalpark-Haus?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Würde die Musikschule Berchtesgadener Land in Zukunft gerne in den Räumlichkeiten des Nationalpark-Hauses sehen: Vorsitzender Hans Stanggassinger.

Berchtesgaden - Aus Raummangel bekundet der Vorsitzender der Musikschule Berchtesgadener Land Interesse an der Franziskanerplatz-Immobilie.

In der zweiten Jahreshälfte 2012 wird der Nationalpark mit dem Auszug beginnen. Dann stehen die Räumlichkeiten am Franziskanerplatz leer.

Mit der Eröffnung des „Hauses der Berge“ im Frühjahr 2013 wird das Nationalpark-Haus am Franziskanerplatz geschlossen. Ein Umzug steht an. Ulrich Brendel vom Nationalpark Berchtesgaden: „Wir werden bereits im Vorfeld die gemieteten Räumlichkeiten verlassen.“ Was mit den dortigen Ausstellungsflächen und Vortragsräumen passiert, ist ungewiss. Die Musikschule Berchtesgadener Land, derzeit mit kleinen Räumlichkeiten am Gmundberg vertreten, bekundet seit vielen Jahren Interesse, wie 1. Vorsitzender Hans Stanggassinger gegenüber der Heimatzeitung bestätigt. Mit bislang wenig Erfolg.

Nationalpark Berchtesgaden und Franziskaner-Mönche – gemeinsam befindet man sich in Miete in jenen Gebäudekomplexen, die der „Immobilien Freistaat Bayern“ unterstehen. Der Geschäftsführer ist Dieter Knauer, einer, der wissen sollte, was mit den Gebäudeteilen geschehen wird, wenn sie denn einmal leer stehen. „Erst einmal muss das Haus der Berge stehen“, sagt Knauer. Im Nationalpark-Haus, direkt an das Kloster angrenzend, herrscht indes Ruhe vor dem Umzugssturm. Vom gesamten Gebäudekomplex „bewohnen wir etwa ein Viertel“, weiß Franziskaner-Mönch Pater Benno. Den Rest belegt der Nationalpark mit seinen Räumlichkeiten. Ob die Franziskaner-Mönche Interesse bekunden würden, wenn die Gebäude in der zweiten Jahreshälfte 2012 leer stünden? Es werde sich „zeigen, wie es weitergeht. Vielleicht gibt es die Möglichkeit, dass die Erzdiözese München die Gebäude kauft“, sagt Pater Benno.

Die Franziskaner-Mönche seien sehr überschaubar, was ihre Vor-Ort-Stärke angeht, ob eine so große Immobilie da überhaupt in Frage kommt? Konkretes Interesse schaut anders aus. Da wäre noch die Musikschule Berchtesgadener Land. Schulleiter Igor Oder wird aufmerksam, wenn er „Nationalpark-Haus“ zu hören bekommt. Und auch der 1. Vorsitzende Hans Stanggassinger hat seit vielen Jahren – „auch schon unter Berchtesgadens Alt-Bürgermeister Rudolf Schaupp“ - immer wieder Vorstöße gewagt. Das Nationalpark-Haus wäre eine „optimale Örtlichkeit“, so Stanggassinger. Groß in den Ausmaßen, zentral gelegen, behindertengerecht eingerichtet. Wenn da nicht die Kosten wären.

Mitgetragen von den Partnergemeinden Bischofswiesen, Berchtesgaden, Ramsau und Schönau am Königssee – Marktschellenberg ist nicht mehr mit von der Partie – sind die finanziellen Zukunftsperspektiven aber alles andere als rosig. Eine so geräumige Örtlichkeit für die Musikschule? „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man da auf einen Nenner kommt“, sagt ein Mitarbeiter des Marktes Berchtesgaden. Zumal der Ablaufplan klar geregelt ist, wenn eine von der „Immobilien Freistaat Bayern“ getragene Immobilie plötzlich leer steht. Selbst wenn potenzielle Anwärter von außerhalb konkretes Interesse bekundeten, „muss das Bayerische Umweltministerium zunächst deutlich sagen, dass die leer stehenden Gebäude nicht mehr gebraucht werden“, so Dieter Knauer auf Anfrage. Der zweite Schritt wäre jener, zu prüfen, ob staatlicher Bedarf in anderer Hinsicht bestehe. Der dritte Schritt ließe es zu, das jetzige Nationalpark-Haus mit den angrenzenden Gebäudeteilen der Kommune, also dem Markt Berchtesgaden, anzubieten. „Im Regelfall zum Kauf“, sagt Knauer. Wenn dann noch immer kein Interesse zu erkennen ist, wird öffentlich ausgeschrieben. „Das ist der offizielle Ablaufplan, der eingehalten werde muss“, so der Geschäftsführer der „Immobilien Freistaat Bayern“. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Ausreichend Zeit, Gespräche zu führen. „Es wäre schade, wenn eine so hervorragende Immobilie keiner sinnvollen Nutzung zugeführt wird“, sagt Hans Stanggassinger, verhalten optimistisch.

kp

Zurück zur Übersicht: Region Berchtesgaden

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser