Tödliche Klettertour am Untersberg

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Marktschellenberg - Am Samstag kämpfte die Bergrettung um das Leben eines Bergsteigers, der am Untersberg zusammengebrochen war. Ihre Bemühungen blieben vergeblich.

Am Samstag, 21. Juli, brach ein Bergsteiger am Untersberg leblos zusammen. Er war in Begleitung von Angehörigen. Seine Begleiter riefen Hilfe und teilten wenig später mit, dass der Mann keinen Puls mehr hatte und sie mit der Reanimation begonnen haben.

Sofort entsendete die integrierter Leitstelle den Notarzthubschrauber Christoph 14 aus Traunstein und alarmierte die Bergretter aus Marktschellenberg. Aufgrund des widrigen Wetters und der immer stärkeren Bewölkung bemühten sich die Einsatzkräfte so schnell als möglich ein Rettungsteam mit Ausrüstung wie Defibrillator, EKG und Sauerstoff zur Toni Lenz Hütte zu bringen. Jedoch gelang es dem Piloten nur, die Retter weit unterhalb der Toni Lenz Hütte abzusetzen.

Zwei Bergretter und die Notärztin stiegen in schnellem Marsch nun weiter zur Einsatzstelle auf und der Notarzthubschrauber flog in einem zweiten Flug nun Bergetrage und weiteres Personal Richtung Einsatzstelle. Dieses Mal gelang es dem Piloten dichter an den Einsatzort heranzukommen und die Mannschaft rund 50 Höhenmeter höher als die Ersten auszusetzen. Einen dritten Anflug musste der Pilot jedoch wegen der Bewölkung abbrechen. Er konnte die letzten zwei Bergretter nicht mehr am Berg absetzen.

Nach rund 30 Minuten hatten die Retter den Notfallort erreicht und die nun schon völlig erschöpften Ersthelfer, die bis dahin schon fast eine Stunde lang reanimierten, abgelöst. Doch nach kurzer Weiterführung der Reanimation und dem Einsatz von Medikamenten mussten die Retter aufgeben. Sie hatten den Wettlauf um das Leben des 56-jährigen Mannes verloren.

Nachdem die Wolken sich wieder ein wenig gelichtet hatten und der Hubschrauber mit der mobilen Tankstelle der Bergrettung, die in Berchtesgaden stationiert is,t betankt war, flog der Hubschrauber erneut auf den Berg. Dieses Mal nahm er die beiden Bergretter und einen Mitarbeiter des Krieseniterventionsteam Berg mit und setzte sie nach mehrmaligen Versuchen direkt am Landeplatz der Toni Lenz Hütte ab. Gleichzeitig nahm er die Notärztin wieder mit an Bord und flog sie ins Tal.

Anschleißend wurde der Hubschrauber wieder einsatzbereit gemacht und flog zurück nach Traunstein. Zur Bergung des Verstorbenen wurde der Polizeihubschrauber Edelweiß aus München angefordert der ebenfalls einige Zeit warten musste bis er einen Versuch zur Landung an der Toni Lenz Hütte machen konnte. In mehreren Flügen brachte er den Verstorbenen, die Angehörigen des Verstorbenen und die Einsatzkräfte zurück ins Tal. Die Polizei Berchtesgaden hat die Ermittlungen zum tragischen Tod des 56 Jährigen Einheimischen aufgenommen. Die Angehörigen wurden durch das Krieseniterventionsteam betreut.

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