Kein Licht in stockfinsterer Nacht

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Sonnenuntergang in Berchtesgaden

Berchtesgaden - Noch einmal gutgegangen sind die Wanderungen vieler Bergsteiger, angesichts fehlender Stirnlampen. Markus Leitner vom BRK mahnt zur Vorsicht:

Nach einer Nachmittagsüberschreitung vom Gamsknogel zum Reichenhaller Haus bin ich am Sonntagabend nach einem schönen Sonnenuntergang am Mittelstaufen auf dem Weg ins Tal nach und nach auf gleich mehrere Gruppen gestoßen, die ohne jede Lichtquelle in stockfinsterer Nacht tastend den Weg von der Bartlmahd ins Tal gesucht haben. Wärs einer gewesen, der sich verspätet hat, hätte mich das nicht so beeindruckt – kann ja mal passieren, aber offenbar haben doch viele Leute derzeit am Berg kein Licht mehr dabei.

Die Wanderer, darunter auch Kinder, waren heilfroh und dankbar, dass sie den Weg wieder sehen konnten. Im Schein meiner großen Stirnlampe sind wir dann alle im Gänsemarsch bis zur Padinger Alm getippelt. Nochmal gut gegangen, denn ohne künstliches Licht ist es nach Sonnenuntergang schlagartig zappenduster; plötzlich stolpern die Lampenlosen oder stehen nur wenige Meter abseits im Steilhang oder vor einem Wandl und es geht bergab – das muss nicht sein.

Altweibersommer trügt: Nach 19 Uhr ist es meist schon stockdunkel!

Das anhaltend schöne und milde Herbstwetter lädt derzeit unzählige Menschen zum Wandern und Bergsteigen ein. Viele unterschätzen dabei, dass bereits gegen 18.30 Uhr die Sonne untergeht und es kurz nach 19 Uhr stockfinster ist. Der Weg ist Tal wird ohne Licht zum lebensgefährlichen Unterfangen; eine Stirnlampe im Rucksack wiegt nicht viel, kann aber Notsituationen und unnötige Bergwacht-Einsätze verhindern. Auch wer rechtzeitig aufbricht – der Hüttenaufenthalt dauert einfach mal länger als geplant und durch unerwartete Fußprobleme kann sich der Abstieg doch erheblich in die Länge ziehen.

Eine Lampe schadet also nie. Wer dennoch in der Dunkelheit strandet: Bitte unbedingt sitzen bleiben, Bekannte, Freunde oder im absoluten Notfall die Bergwacht anrufen und eine Lampe bringen lassen! Wer weitergeht, kommt zwangsläufig vom Steig oder Weg ab – dann wird’s richtig gefährlich!

Markus Leitner (BRK BGL)

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