Insula-Koch mit Olympioniken auf Tuchfühlung

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Zwischen den Olympischen Spielen ist Jürgen Ohmüller als Chefkoch im Adipositas-Zentrum Insula für vollwertige und gesunde Speisen verantwortlich, die den Geschmack der jungen Patienten treffen.

Bischofswiesen - Die Ernährung steht immer mehr im Vordergrund - vor allem bei Sportlern. Mit schwerem Magen lassen sich schwer Medaillen gewinnen, deshalb kocht Jürgen Ohmüller bei Olympia für sie.

Dr. Wolfgang Siegfried, der Ärztlicher Leiter des Adipositas-Reha-Zentrums Insula in Bischofswiesen, hat Jürgen Ohmüller, seinen Chefkoch, nach seiner Rückkehr aus Vancouver interviewt.

Dr. Siegfried: Lieber Herr Ohmüller, ich freue mich, dass ich Sie heute wieder bei uns in Berchtesgaden begrüßen kann. Sie sind ja nach langer Reise erst aus Vancouver zurückgekommen. Nun ist es nicht Ihre erste Erfahrung, die deutschen Olympioniken mit Ihrem Gastro S.H.O.P. Team bekochen zu dürfen, sie waren ja auch schon in Turin und in Salt Lake City dabei. Wenn Sie vergleichen, wie war die Stimmung bei den Spielen und wie haben Sie es empfunden?

Ohmüller: Rein von den Zuschauern her waren dies die besten Spiele, die ich mitgemacht habe. Es war bereits die dritte Olympiade, aber es war in Salt Lake City nicht so ein Andrang von Zuschauern und in Turin waren es eigentlich noch weniger, aber die Spiele in Kanada waren begeisternd und regelrechte Zuschauermagneten. Das ganze Land ist im Aufbruch gewesen, überall waren viele Kanadier unterwegs und es wurden nicht nur die Landsleute angefeuert, sondern auch die Teilnehmer aller Nationen vom Anfang bis zum Schluss.

Im Kufenstüberl und im Deutschen Haus in Whistler waren Sie ja zuständig für die Versorgung, nicht nur der Sportler sondern auch für die Funktionäre. Haben Sie denn auch selbst Kontakt zu unseren deutschen Sportlern gehabt?

Wir hatten die Möglichkeit, mit einigen Medaillen-Gewinnern persönlich zu sprechen. Natürlich haben wir auch fast jede gewonnene Medaille, egal ob Bronze, Silber oder Gold, mal in der Hand gehabt.

Wer von den Sportlerinnen oder Sportlern ist Ihnen denn ganz besonders sympathisch rübergekommen?

Magdalena Neuner ist wirklich eine besonders sympathische boden­ständige Sportlerin – auch vom Typ her. Die möchte man am liebsten in den Arm nehmen und knuddeln. Sie ist ganz besonders nett und redet wie ihr der Schnabel gewachsen ist.

Wie sind Sie denn ins Gespräch mit den Sportlern gekommen, wenn man doch eigentlich in der Küche arbeitet?

Nachdem die Sportler eine Medaille gewonnen haben, werden sie ja von den Medien und von der Presse dermaßen überrannt und verfolgt, dass sie oft fliehen müssen. Sie suchen sich dann ein ruhiges Plätzchen, wo man sich zurückziehen kann, um alles verarbeiten zu können. Es werden ja von der Presse manchmal die unsinnigsten Fragen gestellt.

Und deshalb haben die Sportler bei Ihnen in der Küche Zuflucht gesucht?

Die meisten Sportler sind irgendwann bei uns in der Küche vorbeigekommen, um „Hallo“ zu sagen und der eine oder andere war froh, wenn er bei uns im Personalkämmerchen der Küche in aller Ruhe und ungestört etwas essen konnte.

Das heißt, einige Sportler wurden dann in der Küche beim Essen von Ihnen regelrecht abgeschirmt?

Sozusagen, Victoria Rebensburg war zwei Tage vor ihrem Medaillen-Gewinn bei uns in der Küche und hat eine Kleinigkeit zu sich genommen und wir haben ein sehr lockeres Gespräch mit ihr geführt; das sind Erinnerungen, die ewig bleiben.

Haben Sie denn auch speziell Gelegenheit gehabt, mit unseren Berchtesgadener Medaillen-Gewinnern zusammen zu feiern.

Für uns war das natürlich ein super Erfolg, dass Patric Leitner und Alexander Resch zum Schluss ihrer Karriere in Vancouver die Bronzemedaille gewonnen haben; das wurde auch im Kufenstüberl gebührend gefeiert.

Bei uns im Adipositas-Reha-Zentrum versuchen wir ja gemeinsam in Theorie und Praxis unseren Patienten eine möglichst gesunde Ernährung zu vermitteln. Konnten Sie als unser langjähriger Chefkoch denn von Ihren Erfahrungen im Adipositas-Reha-Zentrum etwas vermitteln? Wurden Sie auch über gesunde Ernährung gefragt und ist das überhaupt ein Thema für die Sportler?

Ganz im Gegenteil! Für mich ist diese Arbeit eher die Abwechslung, weil ich ja das ganze Jahr über mit wenig Butter, Sahne und Salz koche. Wenn dann solche Veranstaltungen sind, genieße ich es, herzhaft und „bayerisch“ zu kochen. Das kommt bei den Sportlern und Funktionären immer gut an.

Gibt es denn keine Sportler, die auf das Gewicht achten müssen?

Doch schon, aber diese Sportler essen dann kleinere Portionen. Die müssen diesbezüglich nicht belehrt oder ermahnt werden, wie unsere Patienten im Adipositas-Reha-Zentrum.

Das klingt für mich wie im Paradies … Darf ich das nächste Mal mitkommen? … Ich kann mir langsam vorstellen: Es hat Ihnen sehr gefallen, in Vancouver dabei zu sein. Wie sieht es denn aus mit Sotschi und in acht Jahren vielleicht dann auch bei uns zu Hause? Sind Sie schon noch weiter dabei?

Jetzt haben wir erst mal die drei sehr arbeitsintensiven Wochen hinter uns gebracht und wir waren ja eine Woche vor der Olympiade schon in Vancouver. Nun müssen wir uns erst mal regenerieren und lassen alles Revue passieren und dann schauen wir mal, was in vier oder acht Jahren ist.

Aber Sie würden schon noch mal mitmachen - oder?

Olympiade ist Olympiade, das ist sportlich interessant und wenn man dazu beitragen kann, dass es eine erfolgreiche Olympiade wird, warum nicht. Wir sind sehr gerne dabei gewesen und haben auch noch viel Anerkennung und Freude erlebt.

Wir als Reha-Zentrum Insula freuen uns natürlich sehr, wenn auf diese Weise einer von „unseren Leuten“ einen Beitrag zu den Olympischen Spielen leistet.

Pressemitteilung Insula

Mehr zu Olympia gibt es hier.

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