"Fall Lambertis": Entschuldigung und offene Fragen

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Berchtesgaden – Die mit Spannung erwartete öffentliche Sondersitzung des Marktgemeinderates enttäuschte viele Bürger. Für Schwester Lambertis gab es eine Entschuldigung, für die Öffentlichkeit aber kaum Antworten. *Jetzt mit Video-Umfrage*

Dossier:

Schwester Lambertis

Groß war der Andrang im Berchtesgadener Rathaus am Dienstagabend: Den Bürgern brennen viele Fragen rund um den Fall Schwester Lambertis unter den Nägeln, dazu kommt der Unmut über das Vorgehen der Verwaltung. Gleich nach Beginn der Sondersitzung musste der Sitzungssaal von den vielen Besuchern geräumt werden, damit der Gemeinderat hinter verschlossenen Türen über die Öffentlichkeit der Sitzung beraten und abstimmen kann. Das Hinein, Hinaus und wieder Hinein der vielen Besucher verbesserte nicht die Stimmung im Saal, als dann die öffentliche Sitzung began. Bürgermeister Franz Rasp entschuldigte sich nochmals öffentlich bei Schwester Lambertis. Das Vorgehen bei der Absetzung der verdienstvollen Ordensschwester sei zwar „juristisch korrekt, aber menschlich falsch“ abgelaufen. Danach wurde die bereits bekannte Chronologie des Falles besprochen – neue Informationen kamen dabei nicht zu Tage. Rasp räumte ein, dass es schon seit längerer Zeit immer wieder Reibereien zwischen der Schwester und dem Heimleiter gegeben hatte, und zwar seit dessen Einsetzung Ende 2009. Am 26. Juli ging dann eine schriftliche Meldung über Dienstverfehlungen der Schwester ein. Von wem diese Meldung kam, blieb offen. Sie wurde an die Heimaufsicht des Landratsamtes weitergeleitet, die schließlich das Beschäftigungsverbot gegen die Schwester verhängte. Mehrere Gemeinderäte kritisierten, dass sie in der Sitzung am 26. Juli nicht schon über die Vorwürfe informiert worden seien. Bürgermeister Rasp sagte aber, damals habe es sich nur um Gerüchte gehandelt, und Gerüchte seien keine Diskussionsgrundlage für den Gemeinderat.

Tränenreicher Abschied von Schwester Lambertis:

Tränenreicher Abschied von Schwester Lambertis

Der Bürgermeister berichtete, dass Schwester Lambertis seine Entschuldigung in einem Vier-Augen-Gespräch angenommen hat und sich nun Friede unter den Berchtesgadenern und eine gute Zukunft für das Bürgerheim wünscht. Wer sich von der Gemeinderatssitzung neue Informationen erhofft hatte, wurde enttäuscht: Aufgrund der laufenden Ermittlungen und dem Schutz der involvierten Personen wurden die vielen, offenen Fragen der Berchtesgadener nicht beantwortet. „Wer, was, wann, wo“ gäbe es jetzt leider nicht, so der Bürgermeister. Vermutlich richtig zur Sache ging es im Gemeinderat nachdem die Bürger das Rathaus verlassen hatten: Bis in den späten Abend wurde noch unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit getagt.

Quelle: BGLand24.de / Bayernwelle SüdOst 

Rubriklistenbild: © cz, cw bg anzeiger

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