Freie Durchfahrt mit Hindernissen

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Berchtesgaden - Es geht weiter, wie es ist. Auch künftig wird man mit dem Auto nur zeitweise über den Schlossplatz in Berchtesgaden, Teilbereich der Fußgängerzone, fahren dürfen.

Vorausgegangen war eine Probezeit von zwölf Monaten, in welcher der Fahrbahnbereich Schlossplatz (zwischen Triembachereck und Rathaustorbogen) täglich von elf bis 17 Uhr für Fahrzeuge gesperrt war. "Die Regelung hat sich bewährt", sagte Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp. Diese beruhe zwar auf einem Kompromiss, "aber einem guten."

Ein Gutachten hätte in der Vergangenheit Klarheit in das Verkehrsdurcheinander am Schlossplatz bringen sollen. Wie viele Autos fahren wann über den Schlossplatz - diese und ähnliche Fragen hätten geklärt werden sollen. 5000 Euro hätte ein solches gekostet. "Das sparten wir uns", sagte Bürgermeister Rasp. Eine Testphase wurde eingeläutet. Von elf Uhr bis 17 Uhr war der Schlossplatz gesperrt, den Rest des Tages - und der Nacht - konnten Pkw- Lenker durch die verkehrsberuhigte Zone fahren. Die Gewerbetreibenden des Nonntals, das direkt an den Schlossplatz-Bereich angrenzt, störte die zeitweise Öffnung. Das sagt zumindest Hans-Jürgen Kortenacker (Berchtesgadener Bürgergruppe), der alle Gewerbetreibenden befragt haben will. "Dass der Schlossplatz nicht dauerhaft befahren und als Transitstrecke missbraucht werden soll, ist klar." Dennoch wünscht sich der Gemeinderat einen Kompromiss zugunsten der Gewerbetreibenden. Ein paar Stunden länger befürwortet er, den Platz für die Fahrzeuge offenzuhalten - von sechs bis 16 Uhr. Denn: Beinahe den gesamten Tag über ist das Nonntal nicht über den Markt zu erreichen. "Eine Öffnung bringt aber eine Belebung mit sich", meint Kortenacker. Das Nonntal dürfe nicht komplett vom Rest des Marktes abgetrennt sein, so seine Forderung.
Für die Gewerbetreibenden wäre dies ein Signal von Seiten der Gemeinde. Ein Signal, das nicht bei allen Seiten auf Zustimmung stößt. Herrmann Lochschmied (CSU) warnte davor, "an den Öffnungszeiten für den Schlossplatz zu rütteln." Elf bis 17 Uhr sei gerade jene Zeit, "in der Berchtesgadens Gäste durch den Markt flanieren." Verkehr im Marktbereich sei da wenig nützlich, so der CSU-Mann. Ein Gutachten, wie es bereits Bürgermeister Franz Rasp abgelehnt hatte, erachtet auch Lochschmied als wenig sinnvoll. "So wie es jetzt ist, ist der Schlossplatz keine Fußgängerzone", sagte hingegen Michael Widmann (Die Grünen). Von zusätzlichen Durchfahrtszeiten hält er wenig, es sei abschreckend, mehr Verkehr dort zuzulassen, so Widmann. Auch Bartl Mittner (SPD) sagte, dass der Schlossplatz-Bereich nur als Durchfahrtsmöglichkeit missbraucht würde.

Bürgermeister-Stellvertreter Karl Seiberl (Parteilose Gruppe) unterstrich die Aussage, es gehe nur darum, das Nonntal nicht zu vergessen. Demnach müsse der Kompromiss aufgeweitet werden, "eine zusätzliche Stunde muss her." Die jetzige Regelung sei besser als eine komplette Öffnung, so die Meinung von Dr. Bartl Wimmer (Die Grünen). Josef Haslinger (CSU) ist es leid, ständig an den Regelungen "herumzuschrauben." Und Michael Koller (Parteilose Gruppe) vertritt die Ansicht, doch darauf zu hören, was die Leute sagen, die direkt davon betroffen sind. Das tut im Gemeinderat derzeit aber nur die Minderheit. Die Gewerbetreibenden behaupten, das Tagesgeschäft gehe von elf Uhr und dann erst wieder ab 17 Uhr. "Das ist ein Totschlagargument, bei dem wir handeln müssten", sagte Gemeinderat Hans-Jürgen Kortenacker. Die Mehrheit im Gemeinderat sieht das anders. Bis auf Weiteres gilt die bisherige Verkehrsregelung - mit zeitweiser Sperrung von elf Uhr bis 17 Uhr.

kp

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