Einheitlicher Schilderdschungel

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Genormt und rot-weiß - Neue Beschilderung in Berchtesgaden

Berchtesgaden - Die Gemeinde erhält für 25.000 Euro eine neue Ortsbeschilderung. Die Umsetzung dieser Maßnahme erfolgt durch die Traunsteiner Firma Pavem Lichtwerbung GmbH.

Herr Bock, für die Umsetzung der neuen Ortsbeschilderung in Berchtesgaden zeichnen Sie verantwortlich. Warum benötigt Berchtesgaden eine einheitliche Beschilderung?

Norbert Bock: Erste Anregungen kamen von den Gästen. Während für Ortskundige eine Formulierung als Zielwegweisung „Zum Markt“ für die Erreichung der Ortsmitte selbstverständlich ist, ist diese für den Ortsfremden eher ungewohnt, versteht man doch anderswo unter Umständen einen Wochenmarkt damit. Das gilt in ähnlichen Fällen für jede Kommune. Solcher Art Missweisungen ist man in der Vergangenheit konsequent nachgegangen und hat jetzt eindeutige Begriffe verwendet wie „Historische Ortsmitte“. Mit diesen Begriffskorrekturen geht einher, dass man die gesamte Beschilderung kritischer sieht und auch versucht, diese quasi „von außen“ zu betrachten. So kommt man schlussendlich zu der Überzeugung, dass eine über die Jahrzehnte ergänzte Information, vor allem im Zusammenhang mit weiteren Ortsgestaltungsmaßnahmen, nicht mehr zeitgemäß ist. Eine solche hat vielerlei Aufgabenstellungen zu erfüllen, die beiden wichtigsten sind: Klare, eindeutige Zielformulierungen und zeitgemäßes aber dennoch zeitloses Design, das sich der Ortsgestaltung unterordnet, also nicht „zu wichtig nimmt“. In diesem konkreten Fall soll es eine für Fußgänger geschaffene Wegweisung sein. Demzufolge ist die Gesamtgestaltung von Pfosten- und Schildgröße sowie der Textmenge als auch der Schriftgröße allererste Rechnung zu tragen. Darauf haben wir in enger Abstimmung mit allen Verantwortlichen größten Wert gelegt.

Die Schilderfarbe wird „weinrot“ sein, für den Pfostenabschluss hat man sich für den Dekoraufsatz „Dom“ entschieden. Warum gerade diese Wahl?

Bock: Dieses modulare System, dessen Kernelemente aus dem Profilrohr, den Dekoraufsätzen und den Paneelen, also den Schildern, besteht und ausgebaut werden kann zur Aufnahme von Schaukästen oder zum Bau von Bänken und Tischen, ist dazu entwickelt worden, um als flexibles Kommunikationssystem einer Kommune einen repräsentativen Charakter zu verleihen. Wir haben hier ein System entwickelt, das sowohl zeitlos als auch trendorientiert ist. Unterschiedlichste Dekoraufsätze erlauben unterschiedliche Akzente im Design. Ob flache Aufsätze, farbige Kugeln oder Kegel. Dass man sich gerade für den „Dom“, eine flach auf dem Pfosten aufsitzende Halbkugel, entschieden hat, mag wohl damit zusammenhängen, weil man unweit in Bad Reichenhall genau dieses komplette Orientierungssystem in Augenschein nehmen konnte. Dort wurde die gesamte Innenstadt mit diesem System als Füßgängerzonen-Leitsystem ausgestattet - mit dem Dekorabschluss „Kegel“, einer Spitze also. Der Dom als Halbkugel fügt sich ja auch unmittelbar an den Pfosten, wirkt in der Gesamtgestaltung sehr homogen und ist die dezenteste und zugleich zeitloseste Gestaltungsform unserer Abschlüsse. Grundlage der Farbwahl war, eine klare Abgrenzung zu den ebenfalls neuen Alpenwegsbeschilderungen zu finden. Diese sind zu Recht im grellen Gelb gewählt, um bei schlechten Lichtverhältnissen noch wahrgenommen zu werden. Hier haben wir es jedoch mit einer innerstädtischen Wegweisung zu tun und diese sollte dezent und zeitlos sein.

25.000 Euro Brutto-Investitionssumme seitens des Marktes Berchtesgaden sind kein Pappenstiel. „Es gibt günstigere Lösungen“, sagt Berchtesgadens Bürgermeister Rasp. Trotzdem hat man sich für Ihre Umsetzung entschieden. Welche Vorteile rechtfertigen Ihr Beschilderungsmodell?

Bock: Es ist richtig, dass es günstigere Systeme gibt. Auch wir haben solche und die müssen durchaus nicht minderwertiger sein. Der Unterschied jedoch liegt im Detail. Und genau das war auch die Aussage des 1. Bürgermeisters, dessen Argument ich hier mit seinen Worten ergänzen darf: Nämlich, dass er Wert aufs Detail legt. Und unser Produktargument ist im Wesentlichen, dass bei diesem, die Ausrichtung der Schilder rund um den Pfosten möglich ist. Gerade so eine Zentrumsbeschilderung ist ständigen Aktualisierungen unterworfen. Die Schilder sind als Paneel, also doppelwandig gefertigt und in der gewünschten Farbe pulverbeschichtet. Und die Beschriftung ist in Hochleistungsfolie ausgeführt, die selbst nach Jahren zu ändern ist, ohne das Paneel neu lackieren zu müssen. Alles das macht den Unterschied, nämlich einer wartungsfreien Zentrumsbeschilderung, die als wichtigste Entscheidungsgrundlage die Amortisation hatte. Denn Ausbesserungsarbeiten machen Produkte im öffentlichen Raum erst teuer.

kp

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