„Der finanzielle Aufwand hält sich in Grenzen“

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Stephan Köhl über die neuen Kommunikationskanäle, über welche das Berchtesgadener Land nach außen hin beworben wird.

Berchtesgaden – Um das Berchtesgadener Land in der Öffentlichkeit einem breiteren Publikum schmackhaft zu machen, setzt die Berchtesgadener Land Tourismus GmbH auf ein Sammelsurium verschiedenster Kommunikationskanäle.

Die Speerspitze bildet das soziale Netzwerk Facebook, bei dem man unter den Tourismusregionen Bayerns „ganze vorne mit dabei ist“, so Stefan Köhl, BGLT-Geschäftsführer. Der finanzielle Aufwand sei – im Vergleich mit anderen Medien - relativ gering. Es bleibt die Frage: Lohnt die investierte Mühe?

Dem sozialen Netzwerk Facebook scheint bei der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH besondere Bedeutung zuzukommen. Was bietet Facebook in Sachen Marketing?

Stefan Köhl: Die Berchtesgadener Land Tourismus GmbH ist unter den Tourismusregionen Bayerns bei Facebook ganz vorne dabei und wurde mit über 5000 Fans von vielen Kollegen schon als „Speerspitze“ bezeichnet. Facebook bedient fast die komplette inhaltliche und emotionale Bandbreite des Marketings: Kommunikation, Information, Aktualität, Emotion, Vertrauensbildung, Branding, Neukundengewinnung und Kundenbindung.

Facebook muss sich den Vorwurf gefallen lassen, oberflächlich zu sein. Eine Zielgruppe, die als Gast für das Berchtesgadener Land wichtig wäre, werden Sie dort kaum finden… Ist der Aufwand nicht vergebliche Mühe?

Neue Kommunikationskanäle können und dürfen wir als Marketingorganisation nicht auslassen. Wir haben uns zur richtigen Zeit dem Thema gewidmet und sind dank gut geplantem Vorgehen und gezielten Aktionen die erfolgreichste Fanseite im Tourismus in Südbayern. Der Anteil älterer Facebook-User sowie nach gezielter Information suchender Nutzer ist durchaus hoch, was wir auch unseren eigenen Statistiken entnehmen können.

Der Aufwand hält sich in Grenzen, bisher wurden 600 Euro investiert. Ideale Voraussetzungen also, um die Chancen und Möglichkeiten eines innovativen Mediums risikofrei zu testen. Darüber hinaus bietet Facebook messbare Effekte: Klicks auf die BGLT-Website „berchtesgadener-land.com“ - 1000 Visits/Monat -, konkrete Anfragen und Kundenbindung. Das direkte Feedback in Form von Kommentaren kann uns wertvolle Hinweise auf Angebotsstärken und -schwächen liefern.

Mit welchen Medien arbeitet die BGLT derzeit, um das Berchtesgadener Land nach außen hin zu repräsentieren?

Dieser Bereich ist sehr vielfältig. Die BGLT arbeitet zusammen mit Printmedien wie Gastgeberverzeichnis und Themenprospekte, betreibt Crossmarketing mit Partnern, aktive Pressearbeit, Eigenvertrieb und Incoming für Fremdveranstalter. Des Weiteren bemüht man sich um Verkaufsförderung und Messebesuche und eine enge Zusammenarbeit mit übergeordneten Organisationen, etwa dem Tourismusverband München-Oberbayern und Bayern Tourismus sowie den Neuen Medien - wie Internet und Web 2.0.

Im Bereich Web 2.0 liegt unsere Konzentration auf dem BGLT-eigenen Blog. Facebook und Youtube werden, wie bereits erwähnt, mit geringem Aufwand und trotzdem sehr erfolgreich bedient. Außerdem arbeiten wir mit den Bewertungsplattformen TrustYou und Holidaycheck, diese wurden im neuen Online-Gastgeberverzeichnis integriert.

Sie sagten kürzlich auf einer Veranstaltung, kein Medium würde durch ein anderes ersetzt werden. Die BGLT muss also marketingtechnisch überall Präsenz zeigen. Werden Ihre Kapazitäten dadurch nicht arg strapaziert, im schlechtesten Fall gar gesprengt?

Es ist richtig, dass die Vielfalt im Marketingmix steigt. Wir setzten entsprechende Prioritäten, um die vorhandenen Kapazitäten optimal einzusetzen. Wie jedes andere wirtschaftlich arbeitende Unternehmen auch. Mit qualifizierten Praktikanten, die studienbegleitend bei uns arbeiten, konnten wir gerade im Bereich Web 2.0 zusätzliche Marketingkanäle bespielen. Ein weiteres erfolgreiches Fallbeispiel: Das SpaCamp2010 in Bad Reichenhall. 90 Teilnehmer aus Deutschland und Österreich, 19 Vortragende - und das zu einem Minibudget!

Die BGLT wird künftig, sofern gewünscht, Kurse anbieten, wie man als Geschäftsmann seine eigene Facebook-Seite einrichtet. Wird Facebook als Plattform nicht überschätzt?

Wir arbeiten professionell und effizient und wissen, welchen Nutzen wir aus Facebook ziehen können – und welchen nicht. Wir wollen unsere Gastgeber und Partnerbetriebe in einem wichtigen neuen Medium einen Schritt weiterbringen. Dies in Seminaren im Rahmen der Qualitätsoffensive zu vermitteln, sehe ich als eine unserer Aufgaben.

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