Reaktionen aus Bischofswiesen

"Unsere offene Ganztagesschule ist ein Erfolgsmodell!"

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Bischofswiesen - Nach der Diskussion ist vor der Diskussion. Und zwar um den Standort der Mittelschule im südlichen Talkessel. Ein kritischer Brief heizt derzeit die Gemüter der Betroffenen auf:

"Holt die Kinder aus dem Keller", so lautet eine der Anschuldigungen, die Friedrich Sparrer, der ehemalige Leiter der Ganztagesschule in einem Brief an zahlreiche Verantwortliche anprangert. Desweiteren heißt es "Wo bleibt die Schulaufsicht?" und "Warum handelt jetzt nicht die Bezirksregierung". Und auch von "zu entfeuchtenden Kellerräumen" ist die Rede. BGLand24.de hat Auszüge des Briefes zusammen mit einer Stellungnahme von Schuldirektor Frank Thiese veröffentlicht. Aber es gibt noch weitere Stellen, die dieses Schreiben nicht unkommentiert lassen möchten.

So reagieren die betroffenen Stellen

BGLand24.de hat sowohl von Thomas Weber (1. Bürgermeister von Bischofswiesen), Hans Metzenleitner (Direktor der Schule in Bischofswiesen) sowie Dr. Werner Vietze (AWO) ein Feedback erhalten.

Hans Metzenleitner (Schulleitung der Grund- und Mittelschule Bischofswiesen)

"Das gesamte Schulgebäude wurde in den Jahren zwischen 2008 und 2010 für mehr als drei Millionen Euro baulich, energetisch und brandschutztechnisch generalsaniert. Zusätzlich  wurden in den vergangenen Jahren ein großer Teil der sanitären Anlagen, der EDV-Raum, der Chemie- und Physikraum, zahlreiche Neben- und Gruppenräume sowie die gesamte Haustechnik mit Haustelefonanlage und Internetvernetzung auf den neuesten Stand gebracht. Sämtliche Klassenzimmer sind mit Beamer, Laptop und Dokumentenkameras ausgestattet, internetfähig und digital vernetzt. Die 300 Schülerinnen und Schüler der Grund- und Mittelschule Bischofswiesen finden eine bestens sanierte Schule mit modern ausgestatteten Klassen-, Gruppen- und Fachräumen vor", so beginnt das Feedback von Hans Metzenleitner, dem Direktor der Grund- und Mittelschule von Bischofswiesen.

Im Folgenden schreibt Metzenleitner: "Nach der Einführung der offenen Ganztagsschule für die Mittelschule (3 Gruppen) wurde für dieses Schuljahr auch ein entsprechendes Angebot für die Grundschule neu eingeführt. Derzeit werden ebenfalls 3 Gruppen geführt. Die notwendigen Räumlichkeiten für einen vorschriftsgemäßen pädagogisch sinnvollen Ganztagsschulbetrieb stehen in weit mehr als benötigtem Maße zur Verfügung. 

Nach dem Mittagessen in der neu errichteten Mensa für die knapp 100 Schülerinnen und Schüler teilen diese sich nachmittags in Kleingruppen auf die verschiedenen Klassenzimmer und Gruppenräume, in denen Hausaufgaben gemacht werden, Fördermaßnahmen durchgeführt werden oder auf Probearbeiten gelernt wird. Weiters stehen Werkräume, der EDV-Raum, ein Musikzimmer und die Turnhallen fürs Lernen, Basteln, Musizieren oder Sporteln zur Verfügung".

Und weiter: "Die offene Ganztagsschule ist in Bischofswiesen ein Erfolgsmodell. Schule, Gemeinde und Arbeiterwohlfahrt arbeiten überaus konstruktiv und eng zusammen. Eltern und Schüler freuen sich über diese Einrichtung und bringen dies auch immer wieder gegenüber der Schulleitung zum Ausdruck. Sozialer Treffpunkt für die Schüler der 1. und 2. Klassen, wenn sie mit den Lernarbeiten fertig sind, ist das 'Piratennest' in der Tiefparterre, das bis vor wenigen Monaten den gemeindlichen Kinderhort beherbergt hat. Es entspricht voll und ganz den Anforderungen einer modernen Kindertagesstätte. 

Entgegen der Darstellung Herrn Sparrers sind diese Räume weder feuchte Kellerräume, sondern kindgemäß und pädagogisch sinnvoll eingerichtet. Im 'Piratennest' hält sich in der Regel eine OGTS-Gruppe mit durchschnittlich 20 Schülern auf – und zwar durchschnittlich 1 bis 2 Stunden am Tag, bevor sie mit den Hausaufgaben beginnen und dann wieder danach", so Metzenleitner. 

"Der Beschwerdeführer Friedrich Sparrer legte am 13.11.2016 die pädagogische Leitung auf eigenen Wunsch aus gesundheitlichen Gründen nieder und ist seitdem von allen Aufgaben der offenen Ganztagsschule entbunden. Die Vorhaltungen Herrn Sparrers bezüglich der Raumsituation in der offenen Ganztagsschule entbehren jeglicher Grundlage. Herr Sparrer war im Übrigen auch mit dem Aufbau der offenen Ganztagsschule der Grundschule maßgeblich selbst beteiligt, ohne zum damaligen Zeitpunkt die räumliche Situation in Frage zu stellen. 

Es liegen im Übrigen die Genehmigungsbescheide der Regierung von Oberbayern vom 25.07.2016 für die Einrichtung von drei Gruppen der offenen Ganztagsschule Grundschule vor, ebenso die Genehmigungsbescheide vom 26.07.2016 und 10.10. 2016 für die entsprechenden Gruppen der Mittelschule vor. Ebenso überzeugte sich das Staatliche Schulamt BGL anlässlich eines Ortstermins vor Ort von dem großzügigen Raumangebot. Alle benutzten Räume entsprechen den schulaufsichtlichen Vorschriften und den gesundheitlich hygienischen Standards. Von feuchten Kellerräumen kann nicht die Rede sein", schließt Metzenleitner seine Stellungnahme ab.

Thomas Weber (1. Bürgermeister Bischofswiesen)

Stirnrunzeln rief der Brief auch bei dem Bischofswiesener Bürgermeister Thomas Weber hervor. 

"Der Verfasser des Briefes – Angestellter der AWO - hat maßgeblich am Aufbau der offenen Ganztagsschule für den Grundschulbereich mitgearbeitet und mitgestaltet. Vor Gründung der beiden neuen Gruppen im Bereich Grundschule durch die AWO – im Bereich der Mittelschule betreibt die AWO bereits seit letztem Jahr eine Gruppe – hat Herr Sparrer alle Räumlichkeiten gekannt und sowohl bei der Schulleitung als auch bei uns (Gemeinde) nachgefragt, ob sie diese Räume nutzen dürfen. Gerade die beiden Räume im Tiefparterre, die Herr Sparrer jetzt so schlecht redet, wollte er unbedingt haben", so das Feedback von Thomas Weber. 

Und weiter: "Herr Sparrer hat alles von Anfang an mitgestaltet und mitentwickelt. Er hat einen erheblichen Beitrag dazu geleistet, dass auch die Erweiterung der offenen Ganztagsschule im Bereich Grundschule ein Erfolgsmodell wurde. Die Zusammenarbeit zwischen Betreiber der offenen Ganztagsschule der AWO, als auch der Schule Bischofswiesen mit Schulleiter Hans Metzenleitner funktioniert hervorragend. Dass gerade beim Start eines solchen Projektes Herausforderungen zu lösen sind, ist meines Erachtens für jeden nachvollziehbar und wurde vom Betreiber der AWO, der Schule und dem Leiter der offenen Ganztagsschule, Herrn Sparrer (AWO) hervorragend gemeistert. 

Beim letzten Besuch von Herrn Sparrer bei mir hat er das Modell offene Ganztagsschule noch in den höchsten Tönen gelobt. Warum jetzt dieser Sinneswandel eingetreten ist, warum er keinen weiteren persönlichen Kontakt mit mir aufgenommen hat und warum er jetzt das Image seines eigenen Projektes in der Öffentlichkeit so beschädigt, ist für mich sehr irritierend und überhaupt nicht nachvollziehbar. 

Wer den Raum im Tiefparterre kennt, der übrigens auch von der Rathausstraße durch die großen hellen Fenster sichtbar ist, wird nicht von einem Kellerraum sprechen. Ich hätte mir gewünscht, wenn Herr Sparrer in seiner bisher mir bekannten Form die für ihn noch zu bewältigenden Herausforderungen gemeinsam mit seinem Träger der AWO und der Schulleitung abgestimmt hätte. Gerne auch gemeinsam mit der Gemeinde Bischofswiesen. Wir hatten und haben auch weiterhin ein offenes Ohr für das Erfolgsmodell offene Ganztagsschule und sind auch weiterhin um das Wohl unserer Kinder bestrebt", so Weber abschließend.

Dr. Werner Vietze (AWO)

Und auch Dr. Werner Vietze von der AWO, welche die Trägerschaft der Ganztagesschule übernommen hat, läßt den Brief nicht unkommentiert: 

"Mit großem Bedauern habe ich das Schreiben von Herrn Sparrer zur Kenntnis genommen und weise die Mißstände die er anprangert entschieden zurück. Krankheitsbedingt hat Herr Sparrer seinen Posten als Leiter der Ganztagesschule selber niedergelegt, nachdem er zuvor äußerst erfolgreich und engagiert dieses Projekt aus der Taufe gehoben hat. 

Was nun zu diesem Sinneswandel führt ist mir unerklärlich und finde ich sehr bedauerlich. Fakt ist, dass das Modell der offenen Ganztagesschule in Bischofswiesen sehr erfolgreich angelaufen ist und Eltern wie Kinder sehr glücklich zufrieden mit dem Angebot sind

Der bisherige Stellvertreter von Herrn Sparrer, Prof. Dr. Jürgen Müller hat mittlerweile die Koordination übernommen.", so Dr. Vietze zu BGLand24.de

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