Bergauf am Jenner

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Schönau am Königssee – Aus dem „Masterplan Jenner“, der die Zukunft des Skigebietes skizzieren sollte, wurde in der vergangenen Gemeinderatssitzung in Schönau am Königssee nichts.

Und das, obwohl das Thema auf der Tagesordnung stand. „Da muss ich mich entschuldigen“, so Schönaus Bürgermeister Stefan Kurz, der die Angelegenheit in den September hinein verschob. Zuerst werde dann der Gemeinderat nicht-öffentlich über die von einem beauftragten Planungsbüro entworfenen Ideen informiert. „Einen Tag später werden wir eine Art Bürgerversammlung veranstalten“ – um die Öffentlichkeit über die möglichen Vorhaben aufzuklären. Die anwesenden Besucher zeigten sich darüber deutlich enttäuscht.

In einem Rückblick präsentierte Stefan Kurz die Zahlen der Berchtesgadener Bergbahn AG des letzten Geschäftsjahres. Stand der Dinge: es geht aufwärts! Im vergangenen Geschäftsjahr 2009/2010 zählte die Berchtesgadener Bergbahn AG 184.000 Besucher, ein Jahr zuvor waren es noch 202.000 gewesen. „Das entspricht einem Fahrgastverlust von 8,7 Prozent“, so Bürgermeister und Vorstand Kurz. Grund hierfür sei die schlechte Witterung gewesen. Allein im Mai 2009 seien im Vergleich mit dem Vorjahr 4000 Gäste weniger gezählt worden. Der Umsatzerlös beim Bahnbetrieb betrug 2,7 Millionen Euro, die Wintersporteinnahmen reduzierten sich von 28 auf 27 Prozent – trotz der seit einigen Jahren installierten Beschneiungsanlage, die in der Vergangenheit immer wieder für Diskussionsstoff gesorgt hatte. Der Mitarbeiterstand liegt nun bei 35 Personen, davon arbeiten elf Personen in der Gastronomie am Jenner. Das Jahresergebnis beläuft sich auf ein Minus von 18.000 Euro. Gleichzeitig erhöhten sich die liquiden Mittel auf 1,06 Millionen Euro.

Im aktuellen Geschäftsjahr wolle man investieren, so Kurz, etwa in den Ausbau der Beschneiung beim Krautkaser (150.000 Euro), in das Aufziehen eines neuen Tragseils (50.000 Euro), aber auch in die Erneuerung einer Sprenganlage (120.000 Euro). Trotz ihres Alters wurde die Jenner-Bergbahn auch dieses Mal wieder vom TÜV komplett überprüft und „ohne Beanstandungen abgenommen.“ Bis einschließlich 15. August diesen Jahres konnte man eine Steigerung der Gästezahlen um acht Prozent auf 139.000 Personen verbuchen.

„Bei der aktuellen Umsatzentwicklung rechnen wir für dieses Geschäftsjahr mit einem insgesamt positiven Ergebnis“, so Kurz, der dem Gemeinderat noch mitteilte, dass ein Wasserkraftwerk am Jenner in Planung sei. Wegen des vorhandenen Beschneiungsteiches sei es möglich, Wasser in den Krautkaserbach einzuleiten. Vorausgesetzt sei eine Genehmigung, die Errichtung eines kleinen Kraftwerks im Tal. „Dann wären wir in der Lage, elektrische Energie zu erzeugen.“ Diese könnte von den Jennerbetrieben selbst genutzt werden. Bereits nach „fünf bis sechs Jahren würde sich das Kleinkraftwerk rechnen“, so Kurz.

kp

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