Zweckverbands-Vorsitzender Kurz über das Kongresshaus und seine Skilehrer-Ambitionen

Kongresshaus-Ziel: Halbierung der Schulden

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Soll künftig anstatt 800.000 nur noch 400.000 Euro Schulden pro Jahr machen: das Kongresshaus in Berchtesgaden.

Schönau - Der Tourismusbericht zeigt, dass die Region in Sachen Gäste gut dasteht. Trotzdem soll sich so manches ändern.

Der Bericht des 1. Bürgermeisters von Schönau am Königssee und Vorsitzenden des Zweckverbandes Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee, Stefan Kurz, zeigt, dass die Region in Sachen Gäste gut dasteht. Trotzdem müsse sich so manches ändern, sagte Kurz anlässlich der Jahreshauptversammlung des Tourismusvereins Schönau am Königssee. So bekräftigte er die Forderung nach einem Winterkonzept – und auch beim Kongresshaus in Berchtesgaden kann es nur ein Ziel geben: Die Schulden drücken. Und zwar deutlich um 50 Prozent pro Jahr.

Hat die Schulden des Zweckverbands in zehn Jahren von 17 auf vier Millionen Euro drücken können: Stefan Kurz.

Kurz bedankte sich gleich zu Beginn beim Tourismusverein-Team, das sich in veränderter Mannschaft präsentierte: Gabi Springl hatte den Vorsitz erst im vergangenen Jahr übernommen. Kurz: „In der heutigen Zeit ein Ehrenamt zu übernehmen, ist keine Selbstverständlichkeit“. Sein Amt als Vorsitzender des Zweckverbands, der 1950 gegründet wurde, hat er zwischenzeitlich zehn Jahre inne. Damals übernahm er es von Landrat Georg Grabner. „Und in dem Amt gibt es durchaus etwas zu tun“, so Kurz. Elf Millionen Euro betrage das Haushaltsvolumen im Jahr 2012. 18.500 Gästebetten in über 2.000 Gastgeberbetrieben fallen in den Zweckverband. 53 Mitarbeiter beschäftigt dieser aktuell. Wobei ein Großteil davon vom Freistaat Bayern bezahlt werde, unter anderem in der Dokumentation Obersalzberg. Die Gäste-Verweildauer innerhalb des Zweckverbands betrage fünf Tage. 1988, noch vor dem Fall der Mauer, lag diese bei knapp acht Tagen. Über 5000 Betten seien während der letzten 20 Jahre weggefallen. „Wir müssen die Bettenkapazität wieder erhöhen“, so Kurz‘ Plan. Seit dem Jahr 2004, seitdem es also die Berchtesgadener Land Tourismus GmbH gibt, sei es gelungen, immer mehr Gästeankünfte zu verzeichnen. Allerdings, und das sei der Trend, haben die Übernachtungen abgenommen. Um dem entgegenzuwirken, bedürfe es eines Winterkonzeptes: „Der Wintertourismus muss angegangen werden“, so Kurz. Denn das Sommer-Halbjahr in der Region sei zwar überdurchschnittlich stark, im Winter hinke man Orten wie Inzell oder Reit im Winkl aber deutlich hinterher. Wie man die Leute wieder an die Region binden könne, weiß Kurz, der selbst einst Skilehrer war, ganz genau: „Wir brauchen wieder attraktive Skilehrer, so wie ich einer war“, scherzte er. „Früher, da waren noch Französinnen und Engländerinnen hier, die sich von mir beschulen lassen wollten.“ Deutlichen Optimierungsbedarf erkennt Kurz bei den Winterwanderwegen, mit welchen seines Erachtens noch zu wenig Werbung betrieben würde. Denn das Potenzial sei vorhanden. Auch in Sachen Kongresshaus gehe es voran. Nachdem der Zweckverband seine Schulden von einst 17 Millionen (2002) auf vier Millionen (Ende 2012) senken konnte, sei man bereit, wieder zu investieren: „Wenn alles nach Plan läuft, beginnen wir 2013 dort zu bauen“, so Kurz. Mehrere Millionen Euro soll die Maßnahme des fast 40 Jahre alten Baus kosten. Bislang macht das Kongresshaus jedes Jahr zwischen

700.000 und 800.000 Euro Miese. „Unser Ziel ist es, die roten Zahlen auf 400.000 Euro senken zu können“. Ganz aus den Miesen herauszukommen, sei unmöglich.

kp

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