BRK erlaubte sich einen Spaß

Wollen Sie wirklich per E-Bike gerettet werden?

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Berchtesgaden - Was ist wirklich dran am "einzigartigen" Pilot-Projekt des Bayerischen Sportministers Joachim Herrmann in Berchtesgaden:

UPDATE am Samstag

Auch wenn einige andere lokale Medien diese Meldung schon vor dem 1. April brachten - es handelt sich hierbei um einen liebevoll produzierten April-Scherz des BRK. 

Die Retter, die oft genug schlimme Dinge sehen müssen, dürfen sich auch mal einen Spaß erlauben und wollten uns in den April schicken. 

Meldung am 1. April

Die dortige Rettungswache des Roten Kreuzes testet als erster Standort im Freistaat die Praxistauglichheit von E-Bikes im Rettungsdienst und Krankentransport. Das unkonventionelle Projekt wird von einer Forschungsgruppe der Technischen Universität (TU) München unterstützt und begleitet, die im Fachgebiet alternative Antriebstechniken neue Konzepte entwickelt. Die Wahl fiel nicht ohne Grund auf Berchtesgaden, das mit seinen vielen Bergstraßen und Staus zur Ferienzeit das komplette Spektrum an schwierigen Verkehrsbedingungen bietet. Dabei schlagen die Verantwortlichen gleich drei Fliegen mit einer Klappe und tragen neben Umwelt- und Lärmschutz ganz nebenbei zur Fitness und körperlichen Gesundheit der durch Stress und Schichtdienst übermäßig belasteten Rettungsdienst-Mitarbeiter bei. "Steil ist geil und die frische Luft bei der Einsatzfahrt wirkt Wunder", freut sich Wachleiter Hermann Scherer.

Gerade zur touristischen Haupt-Saison während der Sommermonate kommt es speziell im Ortsgebiet aufgrund der hohen Anzahl an Urlaubsgästen immer wieder zu massiven Stau-Bildungen. Das erhöhte Verkehrsaufkommen erschwert es auch dem Rettungsdienst trotz Blaulicht und Martinshorn, mit den großen Fahrzeugen rasch und ohne Verzögerung zu den Notfallorten zu gelangen. Deshalb beschäftigte sich ein ausgewähltes Forschungsteam mit acht Spezialisten seit Monaten mit der Erarbeitung eines Konzepts für alternative Antriebstechniken im Rettungsdienst und Krankentransport. Die Experten kamen dabei zu folgendem Resultat: E-Bikes sind die Lösung! Mit und ohne elektrische Unterstützung sollen die flinken und kompakten Bergräder die Einsatzkräfte durch den Stau hindurch rasch zum Patienten bringen und wenn es sein muss den Patienten auch danach in die Klinik, wofür eine spezielle Krankentransport-Variante mit Koppelstange für die Fahrtrage entwickelt wurde. „Bei Bergstrecken müssen wir da ganz schön treten!“, betont Scherer.

„E-Bikes ermöglichen in schwierigen Verkehrssituationen ein schnelleres Durchkommen zum Einsatzort, zumal Sanitäter neben Lücken im Stau auch für den Radverkehr freigegebene Wege durch Parks, Einbahnstraßen und Fußgängerzonen als Abkürzungen nutzen können“, erklärt Projektleiter Professor Dr. Horst Strampelmann. Damit würde sich nicht nur die Anfahrtszeit erheblich verkürzen, sondern auch ein sehr wertvoller Beitrag zu einer positiven Umwelt-Bilanz geleistet. Darüber hinaus fördert die Anreise zum Einsatzort mit E-Bikes die Fitness und Zufriedenheit der Sanitäter. Eine separate Fahrerlaubnis ist für die Elektroräder nicht notwendig.

Die Realisierung des Projekts stellt aufgrund der geografischen Lage sowie der unterschiedlichen Streckenverhältnisse im Berchtesgadener Tal durchaus keine Leichtigkeit dar. „Eigentlich bräuchten wir hier eine eierlegende Wollmilchsau“, meint Scherer. Durch verschiedene Messtechniken wurden Streckenprofile analysiert und ausgewertet, die von asphaltierten Bundesstraßen bis hin zu schmalen Wanderwegen im steilen Gelände reichen. Die gesammelten Daten wurden schließlich in der Konstruktion der Rettungs-E-Bikes berücksichtigt. Zwei Prototypen sind Ende März in der Rettungswache Berchtesgaden eingetroffen und werden ab 1. April in die Testphase gehen, darunter auch eine Koppelstange für die Krankenfahrtrage, die als Anhänger nachgezogen werden kann. Alles wird dabei kompakter und die medizinische Ausrüstung optimiert verstaut und untergebracht. „Große Geräte werden an der Trage fixiert, Kleinkram passt gut in die Hosentaschen; wir ziehen auch die Verwendung einer speziellen Ausrüstungsweste in Betracht“, erklärt Strampelmann.

Scherer: „Die Zusammenarbeit mit der TU im Vorfeld war grandios und das Zusammenspiel aller Beteiligten funktionierte einwandfrei. Wir sind stolz, als Vorreiter im Freistaat mit den neuen Bikes an den Start zu gehen. Ich wünsche dem Testbetrieb bestes Gelingen und allen Mitarbeitern allzeit gute Fahrt!“

Pressemeldung BRK BGL

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