Allerheiligen im Landkreis Berchtesgaden

Heute ist Allerheiligen

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Brennende Kerzen auf dem Friedhof, Totengedenken Gräbersegnungen,  Tanzverbot: Heute ist Allerheiligen! Aber was bedeutet das überhaupt außer "da haben wir einen Tag frei"?

"Da geht man auf den Friedhof...", "Irgendwas mit den Toten...", "Da ist Tanzverbot" - die Frage nach der richtigen Bedeutung von Allerheiligen kann den ein oder anderen schon mal ins Grübeln bringen. Vor allem wenn man dann auch noch nach dem Unterschied zwischen Allerheiligen und Allerseelen fragt.

Welche Bedeutung hat der Feiertag Allerheiligen?

Allerheiligen ist ein alter katholischer Feiertag, der den Heiligen gewidmet ist. Und zwar allen Heiligen, denn die 365 Tage eines Kalenderjahres reichen nicht aus, damit jeder Verehrte einen eigenen Gedenktag bekommt (in der katholischen Kirche gibt es fast 7.000 Heilige und Selige).

Ab wann ist man ein "Heiliger"?

Pabst Benedikt XVI. definierte den Status "Heiliger" vor einigen Jahren: "Am Fest Allerheiligen blicken wir voll Dankbarkeit auf die große Schar der Gläubigen, die schon im Himmel an der Herrlichkeit Gottes Anteil haben. Wir alle sind berufen, auf dem Weg der Seligpreisungen Christus nachzufolgen, der uns in die ewige Heimat führen will. Dabei helfen uns die Heiligen durch ihr Vorbild und mit ihrer Fürsprache." 

Also auf Deutsch: Menschen, die bei Gott im Himmel angekommen sind. Die Kirche beruft sich dabei auf Wunder, die wissenschaftlich nicht erklärt werden können und die "Gott auf Fürsprache der Heiligen" geschickt hat. Auch viele Märtyrer, die für ihren Glauben sogar den Tod in Kauf genommen haben, wurden auch ohne Wunder selig- und später heiliggesprochen.

Seit wann wird Allerheiligen gefeiert?

Die Ursprünge dieses Feiertages gehen bis ins 4. Jahrhundert zurück. Anfangs wurde Allerheiligen an dem Sonntag nach Pfingsten gefeiert und stand in direktem Zusammenhang mit dem Auferstehungsfest Ostern

Papst Gregor III verlegte den Feiertag im 8. Jahrhundert extra für die Stadt Rom auf den 1. November, da er an diesem Tag eine Kapelle in der Basilika St. Peter in Gedenken an alle Heiligen weihte. 

Papst Gregor IV. legte im Jahre 835 Allerheiligen für die gesamte westliche Kirche auf den 1. November fest. 1475 bestimmte Papst Sixtus IV. Allerheiligen zum gebotenen Festtag für die ganze Kirche.

Allerheiligen und Halloween - was haben sie gemeinsam?

"Mia brauchn sowos ned, goi?", so hieß es kürzlich in einem Posting zum Thema Halloween. Aber hat Halloween wirklich nichts mit Allerheiligen und alten kirchlichen Bräuchen zu tun? Natürlich hat es! Das Halloween am 31. Oktober, dem Vortag von Allerheiligen gefeiert wird ist kein Zufall oder amerikanischer Schnickschnack. Wie beschrieben, legten die Päpste Gregor III. und Gregor IV. das Fest Allerheiligen auf den 1. November. 

Da hohe katholische Feiertage bekanntermaßen immer schon am Vorabend beginnen, gab es auch am Vorabend zu Allerheiligen eine erste Gebetszeit.Und übersetzt man das Wort "Allerheiligen einmal ins Englische, dann wird daraus das Wort "All Hallows Eve", was sich im Laufe der Zeit zu Halloween weiterentwickelt hat. 

Viele keltisch-heidnische Volksbräuche wurden ebenfalls traditionell am 31. Oktober abgehalten und die Forschung führt noch immer rege Diskussionen, ob die katholische Kirche diese Bräuche so evtl. christianisieren wollte. Diese Bräuche waren vor allem im katholischen Irland weit verbreitet. Irische Einwanderer brachten diese Bräuche mit in die USA, von wo sie in den letzten Jahren verstärkt nach Deutschland kamen.

Warum gibt es an Allerheiligen ein Tanzverbot?

An dieser Frage scheiden sich die buchstäblich die Geister. Für die einen gehört das Tanzverbot zur Pietät des Totengedenkens. Die anderen sind sauer, weil sie am Vorabend eines Feiertages, an dem sie ausschlafen könnten nicht ausgiebig feiern können.

Das Tanzverbot ist im sogenannten Feiertagsgesetz geregelt. Jedes Bundesland kann selber bestimmen wie die "Stillen Tage" gehandhabt werden. In Bayern geht bei der Halloween-Party mittlerweile spätestens um 2 Uhr in der Nacht die Musik aus. Bis 2012 galt in Bayern das Tanzverbot noch ab Mitternacht. 

Was ist der Unterschied zwischen Allerheiligen und Allerseelen? 

Am 2. November begehen Katholiken das Fest Allerseelen. Dieser Tag wurde im Jahr 998 von dem Abt Odilo von Cluny ausgerufen. Gebete, Fürbitten und Eucharistie an Allerseelen sollen dazu beitragen, dass die Toten im Fegefeuer Vollendung in Gott finden. Der Begriff Fegefeuer steht dabei für das lateinische Wort "Purgatorium", das kein richtiges Feuer beschreibt, sondern eigentlich einen Läuterungszustand meint. 

Denn: Gemäß kirchlicher Lehre und biblischer Offenbarung kann nur jemand vor Gott treten (sprich: in den Himmel kommen), der frei von Sünde ist. Die Gläubigen unterstützen den Verstorbenen in der Läuterungsphase mit gute Werken, Gebeten und heiligen Messen. Das kann allerdings natürlich das ganze Jahr über gemacht werden, aber der Tag "Allerseelen" steht für das Gedenken an die Verstorbenen im Fegefeuer. Auf den Friedhöfen brennen an diesem Tag hunderte "Allerseelenlichtern" auf den Gräbern als Symbol für das ewige Licht, das den Toten leuchtet.

Die evangelische Christen haben übrigens auch einen Tag, an dem sie der Toten gedenken: Den Totensonntag, der auch Ewigkeitssonntag heißt und der jedes Jahr vor dem ersten Sonntag im Advent stattfindet.

Wichtige Gottesdienste und Andachten an Allerheiligen im Landkreis Berchtesgadener Land.

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Berchtesgaden

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser