Kehlsteinwege Berchtesgaden:

Sanierung vielleicht erst 2017

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Martin Neumeyer zeigt die Karte der Wegsanierung. Die mit grün gekennzeichneten Wege sollen nicht ausgebaut werden.

Bad Reichenhall - Bürgerinitiative, Landratsamt und Bayerische Staatsforsten haben sich für das weitere Vorgehen in Sachen Kehlsteinwege-Sanierung entschieden. Eine entsprechende Vereinbarung wurde unterzeichnet.

Gut ein halbes Jahr hat es gedauert. Jetzt haben sich die Bürgerinitiative 'Kehlsteinwege', das Landratsamt Berchtesgadener Land und die Bayerischen Staatsforsten auf einen Kompromiss geeinigt. Dass es ein zweites Gutachten über die mögliche Sanierung der Kehlsteinwege geben soll, steht schon seit Ende April fest. Jetzt legten die Verantwortlichen die Eckdaten dazu genau fest.

Demnach holen die Bayerische Staatsforsten fünf Angebote zur Erstellung des zweiten Gutachtens ein. Das Landratsamt erteilt dem wirtschaftlichsten Gutachter den Auftrag. Der soll bewerten, ob der giftige Teer, der vor 70 Jahren auf den Kehlsteinwegen verbaut wurde, entnommen werden muss oder versiegelt werden kann. Dabei muss die wirksame Gefahrenbeseitigung sichergestellt werden, die Maßnahmen müssen langfristig wirtschaftlich, nachhaltig und gesamtökologisch sinnvoll sein. Außerdem ist der geringstmögliche Eingriff in den Bestand Voraussetzung.

Die gelb gekennzeichneten Wege dürfen für die forstliche Nutzung ausgebaut werden, die grün gekennzeichneten sollen erhalten bleiben.

Alle Beteiligten sind mit dem Kompromiss sehr zufrieden. Bartl Wimmer betonte im Namen der Bürgerinitiative, dass sie am wenigsten mit einer Einigung gerechnet hätten. Vor allem in Hinblick auf eine mögliche Verbreiterung der Wege, um die forstwirtschaftliche Arbeit dort zu optimieren. "Wir können den Kompromiss vor allem mittragen, da acht Kilometer Weg aus der forstwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen wurden und somit nur noch fünf Kilometer dafür ausgebaut werden müssen", betonte er in einer Pressekonferenz.

Martin Neumeyer von den Bayerischen Staatsforsten war es in diesem Zusammenhang wichtig, zu erklären, dass dieser Ausbau nicht der Wirtschaftlichkeit des Geländes um den Kehlstein diene, sondern der Erhaltung des Waldes, was die Aufgabe der Bayerischen Staatsforsten sei.

Auf die Frage nach dem Zeitrahmen erklärte der Leiter des Forstbetriebes Berchtesgaden, Daniel Müller: "Hier geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit." Das bedeutet, dass jetzt die Ausschreibung für das Gutachten erfolgt. Bis ein geeigneter Gutachter gefunden ist und der die Wege beurteilen kann, wird es Frühjahr. Dann wird am runden Tisch erneut die Sanierung beraten. Sobald dort eine Entscheidung getroffen ist, wird eine Ausschreibung für die ausführenden Firmen vorbereitet. "Und dann kann es für eine Sanierung im kommenden Jahr schon zu spät sein", gibt Müller zu. Die Planungen und Ausschreibungen sollen aber 2016 abgeschlossen werden.

cz

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