Ferienparadies Alpenglühn: BGLand24.de im Gespräch mit dem Inhaber

Drohbriefe und anonyme Anrufe: Jetzt spricht Peter Juhre

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Berchtesgaden - Das Ferienparadies Alpenglühn ist genau das, was der Name schon ausdrückt. Ein Paradies für Urlauber im wunderschönen Berchtesgadener Land. Doch vor ein paar Tagen sind dunkle Wolken aufgezogen. Ein anonymer Neider bedroht Inhaber Peter Juhre.

Im Mai feiert das Ferienparadies Alpenglühn sein drittes Jubeljahr in Berchtesgaden. Peter Juhre, Betreiber der Ferienwohnungsanlage und ehemaliger Rockmusiker ist nicht nur stolzer Inhaber, sondern fühlt sich hier zu Hause. Genau das und die unzähligen Auszeichnungen, die er erneut für seinen Lebenstraum bekommen hat, missgönnt ihm anscheinend jemand. 

Keine 24 Stunden nach dem Erscheinen eines Artikels im Berchtesgadener Anzeiger, der die erneute Auszeichnung des Ferienparadies Alpenglühn mit dem Holiday Check Award 2016, dem booking.com Guest Review und der Auswahl des Hoteliers unter die Top 20 zum Hotelier des Jahres vorstellte, erreichte Peter Juhre ein anonymer Brief. Aber nicht nur das: Anonyme Anrufe bezeichneten ihn als Medienschlampe und warnten ihn davor, was alles passieren könne, wenn er das Haus verlässt. 

BGLand24.de hat ihn getroffen und ihm Fragen zur aktuellen Situation gestellt:

BGLand24.de: Was hat Dich als Münchener nach Berchtesgaden verschlagen?

Peter Juhre: Ich bin vor neun Jahren nach einem schweren Unfall bei dem ich schwerste Wirbelsäulenverletzungen davongetragen habe in die Schönklinik nach Schönau am Königssee zu einer mehrmonatigen Reha gekommen. Nachdem ich im Rollstuhl saß, waren mehrere Operationen notwendig, um die Basis zu schaffen, wieder neu laufen lernen zu dürfen. Ich kannte die Region bereits ziemlich gut von meinen regelmäßigen Bergwanderausflügen in den Berchtesgadener Talkessel. Da die Reha und der damit verbundene Erfolg meiner Genesung ein einschneidendes Ereignis in meinem Leben darstellte, beschloss ich damals endgültig einen Schlussstrich unter meine Karriere in der Musikbranche zu ziehen und einen kompletten Neuanfang in meinem Leben zu bestreiten. 

BGLand24.de: Warum Ferienparadies Alpenglühn? 

Peter Juhre: Ich bin der Sohn einer „Hotellerie- und Gastronomie-verseuchten Familie“ – meine Mutter war in den 70ern unter anderem stellvertretende Direktorin im Hotel Bayerischer Hof in München und mein Vater hatte nach seiner Karriere als Kempinski-Direktor in Berlin mehrere große Betriebe in ganz Deutschland. Schon während meiner Musikerkarriere habe ich mir immer wieder gesagt, irgendwann mache ich mir mein kleines individuelles und irgendwie ganz spezielles eigenes Hotel oder Ressort zu Eigen. 

Da ich während meiner Profimusikerlaufbahn in endlos vielen First Class Locations logieren durfte, habe ich natürlich einen Haufen Inspirationen und Ideen aufsaugen und kreieren können. Und so war es irgendwie ein lang gehegter Wunschtraum, den ich mir mit dem Bau und der konzeptionellen Ausgestaltung meines Ferienparadieses selbst erfüllen konnte und durfte. Meine ganze Familie war mir bei der Umsetzung dieses Vorhabens stets eine große Hilfe und Unterstützung und so sehe ich mich selbst als absolut privilegiert an, in diesem Leben eigentlich zwei Leben leben zu dürfen. Es gibt nichts schöneres, als sein eigenes Ding durchziehen zu dürfen und das auch noch im absoluten Paradies, dort wo andere Menschen Urlaub machen.

BGLand24.de: Der Berchtesgadener Anzeiger veröffentlichte einen umfangreichen Artikel über Deine erneute Auszeichnung mit dem Holiday Check Awards für Deutschland, dem erneuten booking.com Guest Review Award und der Nominierung unter den Top 20 in der bundesweiten Wahl zum Hotelier des Jahres zu sein. Nach der Freude kommt die Ernüchterung mit Drohbrief, Drohanrufen und Vandalismus. Kannst Du Dir vorstellen, aus welcher Ecke so eine feige anonyme Tat kommt?

Peter Juhre: Ich habe keinen blassen Schimmer. Die einen sagen, da steckt bestimmt ein neidischer Konkurrent dahinter. Ich kann und will mir das aber beim besten Willen nicht vorstellen, denn in meiner Denkweise gibt es keine Konkurrenz für mich in Berchtesgaden, allenfalls Mitbewerber. Unser sehr eigenen Konzept spricht nicht wirklich dafür, dass hier aus meiner Sicht ein anderer Vermieter dahinter stecken würde. 

Ich glaube einfach, dass es ein alteingesessener frustrierter und nicht über den Tellerrand  raus schauender Mensch ist, der aufgrund seiner persönlichen Lebenssituation oder auch Lebensfrustration es einem Zugereisten wie mir nicht vergönnen mag, in seinem ihm höchst eigenen Talkessel, Anerkennung und Beliebtheit zu erlangen. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass es ein hart und ehrlich arbeitender Mensch ist, der so etwas macht. Denn wer bitte, hat schon die Zeit oder Lust, mit solchen Aktionen seine Freizeit zu bestreiten und sich auf diese Art und Weise strafbar zu machen. Ein typischer Vertreter der Spezies: „Des war scho immer so und so werds immer bleiben. Des hama noch nie braucht - des brauch ma a jetzt ned. Wer bist denn du? Ois klar a Zuagroasta koa Einheimischer geh schleich Di - Eich brauch ma da ned." 

Davon gab es ja auch einige vor ein paar Jahren. Als die Familie Hetteger ihr Edelweiss gebaut hat und so mancher versucht hat, hinter deren Rücken Unwahrheiten zu verbreiten und ihnen erstmal diverse Stolpersteine in den Weg zu schmeissen. Heute bezeichnet man Thomas Hetteger schon fast als den Messias von Berchtesgaden und plötzlich sind die Schulterklopfer ohne Ende präsent. Dies, aus meiner persönlichen Sichtweise heraus, auch vollkommen zu Recht. Schließlich profitiert der ganze Markt, der Einzelhandel und irgendwie auch unsere ganze Region enorm von dem unwahrscheinlichen Einsatz, der weitblickenden Kreativität und dem schier unermüdlichen professionellen Einsatz der Familie Hetteger für unsere Region. Auch sie sind keine Einheimischen, nur kamen sie nicht wie ich aus München, sondern aus Großarl. Da haben diese ignoranten Neider und Quertreiber auch gemeint, sie sollen sich wieder nach Österreich schleichen...

BGLand24.de: Wie war die Resonanz auf den ersten Artikel hier im Talkessel? 

Peter Juhre: Ausgesprochen gut und positiv. Wir hatten über 50 E-Mails und unendlich viele Anrufer, von den verschiedensten Institutionen, Gewerbebetrieben oder auch ganz normalen einheimischen Anwohnern. Die haben sich mit uns über die tollen Auszeichnungen gefreutund sich mehr oder weniger ausschließlich dahingehend äußerten, dass es die verdiente Belohnung für meinen unermüdlichen Einsatz und Willen mit meinem kleinen, aber sehr feinen Ferienparadies Alpenglühn, ganz Großes erreichen zu können und damit auch überregional ein Zeichen für unsere geliebte Region zu setzen. 

BGLand24.de: Und auf den zweiten Artikel? 

Peter Juhre: Hier muss ich wirklich sagen, obwohl ich natürlich ob der Anfeindungen, der Sachbeschädigungen und der Drohung vollkommen fassungslos bin, umso größer war nun die Freude, welch Herzlichkeit und Solidaritätsbekundungen meiner Familie, meinem Team und besonders mir persönlich entgegengebracht wurden. Unzählige Anrufe, auch von Menschen, die ich gar nicht persönlich kenne. E-Mails über E-Mails in den letzten 24 Stunden, in denen sich bis dato ausnahmslos alle ganz klar von so einem dummen, feigen und in seiner Art einzigartig unmöglichen Verhalten distanzieren. Bis hin zu unserem Bürgermeister Franz Rasp und der kompletten Gemeinde, die genau sowenig Verständnis für so ein entgleisendes Verhalten haben. Auf diesem Weg, möchte ich mich auch hier über dieses Forum, wenn ich darf, von ganzem Herzen für die positiven Worte, Zeilen und Energien bedanken, die man meiner Familie und mir gerade nach diesen Entgleisungen entgegengebracht hat. Ich fühle mich als Berchtesgadener und das ist das Wichtigste, auch wenn ich hier nicht geboren bin!

BGLand24.de: Fühlst Du Dich oder Deine Familie jetzt bedroht? 

Peter Juhre: Blöd ist es irgendwie schon, weil man bis jetzt noch nicht weiß, wer dahinter steckt. Ist es ein armseliger kranker Geist oder jemand aus der Sparte „Hunde die bellen beißen nicht“? Aber es wäre wohl traurig, wenn es so jemand schaffen würde, Angst und Schrecken unter meiner Familie oder dem Team verbreiten zu können. Da sind wir alle aus anderem Holz geschnitzt. Nichtsdestotrotz hat es natürlich schon auch eine einschneidende Veränderung: Somit ist unser kleines Feriendomizil jetzt eben auch hochmodern videoüberwacht, so dass, sollten der Täter oder ähnliche Trittbrettfahrer auf die Idee kommen ähnliches wiederholen zu wollen, sich eigentlich dann gleich direkt bei der Polizei melden können, da durch unser Sicherheitssystem nun eine anonyme Tat quasi unmöglich geworden ist. Nur traurig ist das schon, schließlich predige ich immer zu unseren Gästen, wie glücklich wir sein können, unser Alpenglühn in diesem paradiesischen Fleckchen Erde betreiben zu dürfen. Dort wo die Welt noch ein bisschen mehr in Ordnung ist. Und den letzten Satz kann ich seit letzter Woche leider nicht mehr unterschreiben.

BGLand24.de: Apropos Gäste, fühlen sich Deine aktuellen Gäste unwohl oder wollen Gäste stornieren? 

Peter Juhre: Nein - Ganz im Gegenteil! Natürlich haben unsere aktuellen Gäste die Vorkommnisse der letzten Woche auch mitbekommen und haben einhellig eigentlich auch nur mit dem Kopf geschüttelt. Ein Gast meinte: "Als ich zum Joggen in der Früh loslaufen wollte, was für Idioten sind das, die so etwas tun, wir haben gedacht wir sind in der heilen Welt von Berchtesgaden und nicht in Berlin-Neukölln." Aber ansonsten tut die Sache dem ganzen keinen Abbruch. Es kamen alleine in den heutigen Vormittagsstunden (Anm. der Redaktion: gemeint ist Freitag Vormittag) über 20 Mails von Gastfamilien, die über das Internet von der Geschichte Wind bekommen haben. Alle bescheinigten uns nur, wie sehr sie sich auf ihren nächsten Aufenthalt freuen würden und zogen in ihren Äußerungen den Täter eigentlich mehr oder weniger durch den Kakao und sehen dieses genauso: „Das ist die Tat eines dämlich kranken Einzeltäters“ und die Sache wird sich bestimmt in Kürze im Sand verlaufen haben. "Es ist halt nur schade", schrieb ein Gast, "wie sehr Euer Einsatz, Eure Persönlichkeit und Hingabe von einem einzeln Cretein mit Füßen getreten wird." Aber wir sind ja optimistisch, auch unter anderem ob meiner ausgeschriebene Belohnung von 500 Euro, den Täter ausfindig zu machen.

BGLand24.de: Stichwort „Medienschlampe“, so wurdest Du bei einem der Drohanrufe genannt. 

Peter Juhre: Ich glaube, alleine mit dieser Aussage hat sich dieser Kleingeist schon selbst ins Abseits katapultiert. Es ist doch für unsere Region und touristische Heimat Berchtesgaden nur von Vorteil, wenn in den Medien über positive Nachrichten, wie die Auszeichnungen die wir erhalten haben und hoffentlich auch weiterhin erhalten werden, überregional berichtet wird. So sind Sendungen wie zum Beispiel die letztjährige Dokumentation „Wunderschön – aus dem Berchtegadener Land“, die beste Werbung für unsere Region. 

Ich freue mich persönlich über jeden Beitrag im Fernsehen, Radio oder Print- und Onlinemedien, sei es, dass ein Bericht über einen Holzschnitzer, über ein neu eröffnetes Hotel oder über unsere außerordentlich erfolgreichen Spitzensportler erscheint. All dies macht unsere Region in der Öffentlichkeit noch begehrlicher und ist die Nahrung für neues Urlauberklientel, von dem wir nun mal in unserem geliebten Talkessel alle irgendwie leben. So habe ich mich zum Beispiel wahnsinnig gefreut, dass neben uns noch zwei weitere Hotels aus unserer Region zu den Top Ten Deutschlands gewählt wurden. Denn nur gemeinsam an einem Strang für unsere Region ziehend sind wir stark und das lassen wir uns alle mit Sicherheit nicht von einem dummen Außenseiter verderben. Und ich schon dreimal nicht - dafür bin ich ein viel zu großer Individualist und manchmal auch sturer Querkopf.

BGLand24.de: Danke für das Interview Peter.

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Xaver Eichstädter

Xaver Eichstädter

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