Naturschutz und Erhalt der Kulturlandschaft funktionieren in BGL auf hervorragende Weise

"Almwirtschaft ist ein hohes Gut!"

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Almgespräch 2016 auf der Bindalm in Ramsau

Berchtesgadener Land - "Der jahrhunderte-alten Tradition der Almwirtschaft kommt eine besondere Rolle für Landwirtschaft und Natur zu. Sie ist auf jeden Fall zu erhalten.", in dieses Bekenntnis mündete das jährlich stattfindende "Almgespräch".

Kaniber konnte dazu ihre Kollegen aus dem Bayerischen Landtag Klaus Steiner, Stimmkreisabgeordneter Traunstein, und Eric Beißwenger, Stimmkreisabgeordneter Oberallgäu, Nationalparkchef Dr. Michael Vogel, den Leiter der Biosphärenregion BGL Dr. Peter Loreth sowie die Almbauern Elisabeth und Sepp Wurm auf der Bindalm in Ramsau begrüßen.

Steiner und Beißwenger sind u.a. Mitglieder im Ausschuss des Bayerischen Landtages für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Beißwenger zudem im Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz und als aktiver Landwirt aus erster Hand selbst mit der Thematik Almwirtschaft, vertraut.

Das "Almgespräch" dient in erster Linie dazu, den Informationsstand der landespolitischen Mandatsträger mit den aktuellen Problemen und Bedürfnissen der Almbauern abzugleichen.

Im Ramsauer Klausbachtal, dessen Grundherr der Nationalpark Berchtesgaden ist, steht nach wie vor das Thema "Trennung von Wald und Weide" im Vordergrund.

Hier treffen Belange von Schutzwaldsanierung - und Erhalt und landwirtschaftlicher Nutzung aufeinander. Biosphärenregion und Nationalpark sind sich einig, dass der traditionellen Almwirtschaft eine besondere Bedeutung zukommt.

"Die Interessenvereinigung von Naturschutz und Erhalt der Kulturlandschaft funktioniert hier auf hervorragende Weise", erklären Loreth und Vogel gemeinsam. "Deswegen haben wir höchstes Interesse am Erhalt der Almwirtschaft."

So habe die Almwirtschaft etwa durch ihre jahrhundertelange Pflege eine enorme Lebens- und Artenvielfalt geschaffen, die so eben nur durch die Bewirtschaftung wachsen und erhalten werden konnte.

"Auf den Almflächen ist keinerlei Erosionsansatz sichtbar" ergänzt Vogel, der durch die verträgliche Nutzungsweise keinerlei negative Auswirkungen auf die Schutzwaldfunktion erkennen kann.

"Die Unterstützung der Almwirtschaft ist auch deswegen so wichtig", so Vogel, "weil es im Bereich Nationalpark keinen einzigen Vollerwerbsbauern gibt. Es ist mehr als grenzwertig, wenn aus dem Haupterwerb Geld in den Nebenerwerb fließen muss und nur so der wichtige Beitrag der Almwirtschaft zum Naturschutz erhalten werden kann.

Die Landespolitiker zeigten sich einig, dass gerade kleine und kleinste Betriebe nicht durch Vorgaben wie für Großbetriebe, etwa im Bereich Wirtschaftlichkeitsprüfung, kaputt reguliert werden dürften. "Solche Anforderungen sind für unsere Almbauern schlicht nicht leistbar", so Kaniber.

Für die Almbauern bat Sepp Wurm um Unterstützung bei der zeit- und arbeitsaufwendigsten Maßnahme des Alm-Jahres: Der Auf- und Abbau der Zäune zu Beginn und Ende jeder Almsaison erfordere einen immensen Aufwand an Zeit, Kosten und Arbeitskraft.

Dies sei für die meist familiengeführten Betriebe nur unter enormem Druck leistbar. Die Erstausstattung der Weideflächen mit Zäunen übernehme zwar der Nationalpark, aber dann sind die Bauern auf sich allein gestellt. Da die Begrenzung der Flächen aber ihrer Nutz- und Schutzfunktion dient, erbitte man die Prüfung von Unterstützungsmöglichkeiten.

Die Teilnehmer des Almgesprächs konnten sich auf der Bindalm auch von der hohen Qualität ausschließlich eigener Produkte überzeugen: Milch, Butter, Käse, Speck und Brot stammen aus dem eigenen Wirtschaftskreislauf und erhöhen nicht zuletzt auch die touristische Attraktivität.

Kaniber und ihre Landtagskollegen würdigten die gute Zusammenarbeit zwischen Almbauern und Biosphärenregion wie Nationalpark und sagten ihre weitere, dauerhafte Unterstützung zu. "Wir wollen und müssen die traditionelle Almwirtschaft zum Schutz von Natur- und Kulturlandschaft erhalten", so Kaniber abschließend, "diese unverzichtbare Arbeit werden wir mit ganzem Einsatz stützen und fördern."

Beißwenger und Kaniber haben zudem mit weiteren Kollegen aus dem Bayerischen Landtag einen Antrag eingebracht, der gerade den kleinstrukturierten Viehhaltern in Bergregionen zugute kommen soll.

Sie fordern die Staatsregierung auf, das bayerische Sonderprogramm Landwirtschaft im Sinne dieser Kleinbetriebe zu erweitern. Damit könnten neben laufenden Maßnahmen auch Stallum - und -neubauten für Laufställe bis zu 25 Tiere ermöglicht und gefördert werden.

"Mit diesen Themen leisten wir einen konkreten und zukunftsweisenden Beitrag zur Umsetzung der von der CSU-Landtagsfraktion beschlossenen "Zukunftsstrategie für den bayerischen Alpenraum", so Kaniber und Beißwenger. Diese hat die ganzheitliche Weiterentwicklung der bayerischen Bergregionen zum Ziel.

Der vorangegangene Dialogprozess mit Ministerien, Verbänden und Organisationen umfasste die Themen Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensraum und wurde durch drei Regionalkonferenzen mit allen Akteuren gestaltet. "Uns war wichtig", so CSU-Fraktionsvorsitzender Thomas Kreuzer, "keine Strategie überzustülpen , sondern sie aus den Regionen zu heraus zu entwickeln." Als ein Beispiel nannte er die neu beschlossenen Zentren für Digitalisierung in Kempten und Rosenheim, die die gesamte Alpenregion von Forschung und Entwicklung profitieren lassen. Zusammen mit einer "Premium-Offensive" im Bereich Tourismus erhoffe man sich viele Projektvorschläge, um die Alpenstrategie mit Leben zu füllen.

Pressemitteilung Abgeordnetenbüro Michaela Kaniber, MdL

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