SPD-Kreistagsfraktion im Gespräch mit Vorstand der Kliniken

Gute Arbeitsbedingungen stehen im Mittelpunkt

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Berchtesgaden - Die SPD-Kreistagsfraktion war im Gespräch mit dem Vorstand der Kliniken Dr. Claus-Uwe Gretscher. Vor allem die gute Versorgung und die Arbeitsbedingungen standen im Mittelpunkt des Gesprächs.

Kommunale Verantwortung, hochwertige medizinische Versorgung und gute Arbeitsbedingungen: diese Eckpunkte standen im Mittelpunkt eines Gesprächs der SPD-Kreistagsfraktion mit Dr. Claus-Uwe Gretscher. Zu ihrer Klausurtagung im Haus der Berge in Berchtesgaden hatten die acht Kreisräte der SPD den Vorstandsvorsitzenden der Kliniken Südostbayern AG eingeladen. Das große Interesse an der offenen und kritischen Diskussion über die Zukunft der Krankenhäuser zeigte sich unter anderem an der Teilnahme vieler weiterer Kommunalpolitiker aus allen Landkreisteilen.

Knapp 60.000 Patienten werden jährlich stationär versorgt von über 3.700 Mitarbeitern an den insgesamt sechs Standorten des Klinikverbundes in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land, die insgesamt mehr als 1.200 Betten bereitstellen, stellte Dr. Gretscher zu Beginn des Gesprächs dar. Er erinnerte daran, dass von 2009 bis 2014 allein der Landkreis Berchtesgadener Land 21,7 Millionen Euro für die Klinik-AG bereitgestellt hat. „Wir wollen nun aus eigener Kraft unseren Weg gehen“, machte Dr. Gretscher deutlich.

Die Erlössituation der Krankenhäuser habe sich in den letzten Jahren auch und gerade im Berchtesgadener Land positiv entwickelt, führte er aus. So habe Freilassing die stationäre Fallzahl von 2014 auf 2015 um über 11 Prozent steigern können. Weiterhin problematisch sieht der Klinik-Chef allerdings der auch im Vergleich zu anderen Kliniken in kommunaler Hand hohe Anteil der Personalkosten: „Wir wollen unseren medizinischen Fachkräften gute Arbeitsbedingungen und eine gute Bezahlung bieten. Das heißt aber, dass sich ihre Tätigkeit zukünftig noch mehr auf die Pflege am Patienten konzentrieren muss und weitere Arbeiten auf Servicekräfte verlagert werden sollen“.

Hier hakte der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Hans Metzenleitner ein. „Als Sozialdemokraten waren für uns von Anfang an drei Punkte entscheidend: die Sicherung der der kommunalen Verantwortung für die Krankenhäuser, eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten in unserem Landkreis und gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten der Krankenhäuser“, führte er aus. Er war sich mit dem Vorsitzenden der SPD Piding Dieter Schaefer, der selbst Betriebsrat am Krankenhaus Bad Reichenhall ist, darüber einig, dass es nicht zu einer immer schneller drehenden Lohnspirale nach unten kommen darf.

Ebenfalls kritisch sah der SPD-Gemeinderat aus Schönau am Königssee Andreas Pfnür die zunehmende Arbeitsverdichtung, die gerade ältere Beschäftigte überfordern und krank machen könne. Der stellvertretende Landrat Helmut Fürle aus Freilassing betonte die fortbestehende finanzielle Verantwortung der beiden Landkreise für die Krankenhäuser und ihre Beschäftigten.

Dr. Gretscher betonte in der weiteren Diskussion, dass eine klare strategische Ausrichtung der Klinken unerlässlich sei. „Wir müssen uns auf unser Kerngeschäfts konzentrieren und unser Angebot in der Region weiter festigen“. Dazu gehöre auch größere Flexibilität und eine noch bessere Planung. Um die Bettenauslastung weiter zu verbessern, sei auch die zeitweise Schließung von Abteilung in Zeiten geringer Auslastung ein brauchbares Mittel, führte er aus. „Wir wollen damit aber weder Personal abbauen noch unser Angebot dauerhaft reduzieren. Wir nutzen lediglich die Chancen, Überstunden bei den Beschäftigten abzubauen und trotzdem auf Dauer unsere Präsenz zu stärken“, führte der Mediziner und Betriebswirt aus.

Nachdem der erste Entwurf zu großen Sorgen Anlass gegeben hatte, sind die Signale beim anstehenden Krankenhausstrukturgesetz jetzt deutlich positiver, waren sich die SPD-Kommunalpolitiker mit dem Vorstandsvorsitzenden der Kliniken einig. Es gelte jetzt, bis zur abschließenden Beratung wachsam zu bleiben im Interesse der Krankenhäuser, ihrer Patienten und ihrer Arbeitnehmer. Hans Metzenleitner als Fraktionschef und zugleich Mitglied im Aufsichtsrat der Kliniken bescheinigte dem Kliniken-Vorstandsvorsitzenden in der bisher noch kurzen Amtszeit einige wichtige Weichenstellungen in eine finanziell und wirtschaftlich gesicherte AG-Zukunft veranlasst zu haben. Er halte das ehrgeizige Ziel, eine medizinisch hochwertige, wohnortnahe Versorgung an sechs Standorten ohne betriebsbedingte Kündigungen zu erhalten, für umsetzbar. 

Pressemitteilung SPD-Kreistagsfraktion

Zurück zur Übersicht: Berchtesgaden

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser