"Darum ist Bischofswiesen der bessere Standort"

Ja zu Bischofswiesen: Jetzt spricht das Schulamt

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Berchtesgaden - Der Gemeinderat Berchtesgaden hat als letzte Gemeinde darüber abgestimmt, welchen Standort sie für die Mittelschule vorschlagen. Auch das Schulamt kam zu Wort:

Im südlichen Berchtesgadener Talkessel gibt es zwei Mittelschulen. Eine in Berchtesgaden und eine in Bischofswiesen. Für die Zukunft sollen diese beiden Standorte zu einem zusammengelegt werden. In den vergangenen Wochen haben sich die betroffenen Gemeinden nach und nach für den ihrer Meinung nach besseren Standort entschieden. Als letzte Gemeinde kam nun die Marktgemeinde Berchtesgaden zum Zug.

Knapp drei Stunden diskutierte der Gemeinderat Berchtesgaden darüber, warum Bischofswiesen, bzw. Berchtesgaden der bessere Standort für die zusammengelegte Mittelschule wäre. Nach fast schon erbitterten Wortgefechten entschied sich der Gemeinderat mit 15:6 Stimmen für Bischofswiesen als zukünftigen Standort.

Neben den Berchtesgadener Gemeinderäten kam noch jemand zu Wort, der Schulamtsdirektor Frank Thieser. Auch er sprach sich für den Standort Bischofswiesen aus. Aus folgenden Gründen:

"Aus Zwei mach Eins"

"Wenn ich zurückblicke in das Jahr 2007 hatte der Schulamtsdirektor Schöbinger damals die Entwicklung der Grund- und Mittelschülerzahlen bereits aufgezeigt.Schon damals hieß es, dass man aufgrund demografischer Entwicklungen und dem Trend, dass die Schüler zu Realschule und Gymnasium tendieren, damit rechnen müsse, dass die Schülerzahlen zurückgehen. Und auch im Jahre 2010 wurde ebenfalls schon einen Schritt weitergedacht, als nämlich die Mittelschulverbände gegründet wurden. 

Schon damals wurde darüber nachgedacht, bei einem weiteren Rückgang im Bedarfsfall zwei Schulen zusammenzulegen. Sozusagen aus Zwei mach Eins. Der Vorteil: Man hat eine Schule mit über 300 Schülern und bessere Möglichkeiten andere Klassen und Gruppen zu bilden. Jeder Schüler generiert 1,8 Lehrer", so Thieser und ergänzt: "Wenn wir jetzt die beiden Schulen fusionieren, dann hätten wir den größten Mittelschulstandort im südlichen Landkreis. 

Auch hinsichtlich der Unterrichtsqualität gibt es bei einer Zusammenlegung für mich ebenfalls keinen Unterschied, denn wir haben auch zukünftig das gleiche Kollegium, da die Lehrer mit den Standort wechseln. Und wenn ich mir die Schulabschlüsse der vergangenen Jahre anschaue sehr ich auch keine qualifizierten Differenzen zwischen den beiden Standorten", so Thieser.

"Warum traut man den Mittelschülern die weitere Entfernung nicht zu?"

Als  häufig zitiertes Argument gegen den Standort Bischofwiesen wurde in den Diskussion häufig der längere Schulweg für die Kinder aus Marktschellenberg, bzw. Berchtesgaden genannt. Auch dieses Argument ließ Thieser nicht gelten. "Für mich ist die Diskussion um die Entfernung kein Thema. Wir haben jetzt schon Schüler die von Berchtesgaden nach Bischofswiesen fahren und andersrum. Es gibt Schüler aus dem Talkessel die nach der 4. Klasse in die Realschule nach Freilassing oder St. Zeno gehen wollen und Gymnasiasten aus Berchtesgaden die sich für das Karlstein Gymnasium entscheiden. Denen mutet man den Weg zu, aber unseren Mittelschülern traut man den Weg nicht zu? Für mich ist das kein Kriterium, da haben wir an anderen Schulstandorten weitere Entfernungen", argumentiert Thieser.

Wir treffen eine strategische Entscheidung

Abschließend erinnert der Schulamtsdirektor noch einmal an die öffentlichen Gelder: "Bei dem Standort Bischofswiesen haben wir den Vorteil, dass hier das Schulhaus bereits mit öffentlichen Geldern saniert wurde, während Berchtesgaden mit einem großen Investitionsstau zu kämpfen hat. Die Zeiten sind vorbei, an denen wir zwei Mittelschulen brauchten.Es ist eine strategische Entscheidung die beiden Standorte zusammenzulegen und den strategisch besseren Standort zu wählen", beendet der Schulamtsdirektor seine Argumentation.

Rubriklistenbild: © re

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