Betroffene Bürger sollen sich melden 

Wie laut ist es wirklich in Berchtesgaden?

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Berchtesgaden - Lärm macht krank. Aber ab wann gelten die Alltagsgeräusche als Lärm? Häufig sind Fahrzeuge und größere Straßen die größten Lärmerzeuger. Wie lässt sich das in Berchtesgaden ändern?

Spannend war die vergangene Marktgemeinderatssitzung in Berchtesgaden, denn es ging um das Thema Lärm. Eine EU-Richtlinie schreibt vor, dass der Umgebungslärm von Schallquellen wie zum Beispiel Straßen-, Schienen- und Flugverkehr sowie durch die Industrie bewertet und kartiert werden muss. Dieser Lärm wird auf die Bewohner in dem betroffenen Gebiet umgerechnet und bildet die Basis für einen sogenannten Lärmaktionsplan. Solch ein Lärmaktionsplan wurde von der Dipl.-Ing. Antje Janßen von der LK Argus, den Mitgliedern des Marktgemeinderats sowie interessierten Bürgern jetzt vorgestellt.

Lärmaktionsplanerstellung

Ganz wichtig zum Verständnis. Ein Lärmaktionsplan basiert nicht auf einer klassischen Verkehrszählung! Er wird lediglich an Hauptstraßen durchgeführt, auf denen jährlich über3 Millionen Fahrzeuge fahren oder einfacher täglich über 8.200 Fahrzeuge. Das ist in Berchtesgaden der Fall auf der B20 und auf der B305. Die größte Lärmbelastung konzentriert sich auf den Bereich der Königsseer Strasse, auch wenn bisher keine Anträge auf Verbesserung seitens der betroffenen Anwohner bei der Gemeinde eingegangen sind.

Verbesserungsmöglichkeiten

Welche Maßnahmen können getroffen werden, um den Lärmpegel einzudämmen und die Wohnsituation zu verbessern? Zunächst unterscheidet man zwischen aktivem und passivem Schallschutz. Zu aktiven Schallschutzmaßnahmen gehört der Einsatz von Flüsterasphalt, die Errichtung von Schallschutzwänden und eine Verringerung der Geschwindigkeit. Unter passivem Schallschutz versteht man den Schutz der Menschen innerhalb der Räumlichkeiten, zum Beispiel durch den Einbau von Schallschutzfenstern oder eine langfristige umweltfreundlichere Verkehrsplanung.

Was bedeutet das für Berchtesgaden?

  • Flüsterashphalt - Eine Straßensanierung mit Hilfe von Flüsterasphalt würde innerorts eine Reduzierung von circa 2-3 Dezibel ausmachen, je nach Asphalt. Allerdings ist diese Massnahme nicht kurzfristig umsetzbar.
  • Geschwindigkeitsbegrenzung - Eine Herabsetzung der Geschwindigkeit (von 100km/h auf 70km/h bzw. 70km/h auf 50km/h) würde eine Verbesserung von circa zwei Dezibel zur Folge haben und wäre schneller umsetzbar wie eine Fahrbahnsanierung. Zum besseren Verständnis, warf die Dipl-Ingenieurin Antje Janßen ein: "Zwei Dezibel klingt zunächst nicht viel, fühlt sich aber so an, als ob der Vekehr halbiert worden sei!"

    Kurort Berchtesgaden

  • Für eine Geschwindigkeitsbegrenzung sprechen mehrere Faktoren. Zunächst einmal könnte diese Maßnahme unter dem sogenannten "Kurortstatus" kurzfristig umgesetzt werden. Sowohl als mittelfristige Maßnahme, bis eine Fahrbahnsanierung mittels Flüsterasphalt realisiert werden kann, als auch als generelle Maßnahme. Ein weiterer positiver Nebeneffekt bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung sei die Verkehrssicherheit, stellte einer der Marktgemeinderäte erfreut fest. Allerdings so, Bürgermeister Franz Rasp, dürfen wir diese beiden Dinge nicht miteinander vermischen und müssen uns in dieser Diskussion auf den Lärm beschränken, so Rasp weiter.

    Einsicht in die Pläne für die Bürger

  • Die Bürger Berchtesgadens haben nunvier Wochen Zeit, sich die vorgeschlagenen Maßnahmen anzuschauen und ihre eigenen Anregungen an die Gemeinde weiterzugeben. Ab kommender Woche liegen die Pläne im Rathaus aus. Ziel der Gemeinde ist es auf der Junisitzung die Verbesserungsmaßnahmen aus dem Lärmaktionsplan zu beschließen.

Rubriklistenbild: © dpa

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