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Berchtesgadener Hochwasseropfer kritisiert vorbeugende Maßnahmen

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Berchtesgadener Ache

Berchtesgaden - Vor wenigen Tagen haben wir das Thema Hochwasserschutz aufgegriffen und gefragt, was seit dem Hochwasser 2013 geschehen ist? Ein Leser wollte die beruhigenden Worte der Gemeinde nicht so stehen lassen:

Das Wetter schlägt eine Kapriole nach der anderen. Vielerorts haben in den vergangenen Tagen Unwetter gewütet. BGLand24.de hat das Unwetter vor drei Jahren und die aktuellen Wettervorhersagen zum Anlass genommen bei den zuständigen Behören nachzufragen, was bisher geschehen ist in puncto Hochwasserschutz

"Ich habe wirklich Angst, dass die Ache wieder über die Ufer tritt und wir eine neue Katastrophe haben", so ein Berchtesgadener Bürger auszugsweise. 

Und ein anderer fügt hinzu: "Es sind noch immer keine Maßnahmen getroffen worden, um solche Katastrophen zukünftig zu verhindern". Feuerwehr und Gemeinde streiten die Vorwürfe ab. Nachdem wir unsere Leser gebeten haben, uns ihre Meinungen zu diesem Thema mitzuteilen, hat uns folgender Leserbrief erreicht:

Leserbrief zur Hochwasserkritik

Liebe Redaktion,

mit ironischem Schmunzeln habe ich Euren Artikel zum Thema Hochwasserschutz vergangene Woche gelesen und nehme Eure Aufforderung zum Feedback gerne wahr.

Insbesondere was den Hinweis unseres Bürgermeisters angeht: „Wir haben bei der Feuerwehr massiv investiert! Zum Beispiel in einen mobilen Hochwasserschutz aus Schlauchsystemen, die innerhalb kürzester Zeit aufgebaut werden können. Dieser mobile Hochwasserschutz wird genauso bei der Feuerwehr gelagert, wie eine Vielzahl an Sandsäcken, die im Bedarfsfall ausgegeben und ausgelegt werden können.“ 

Das Schlauchsystem gibt es in der Tat, nur leider viel zu kurz

Genauer gesagt um circa 45 Meter zu kurz. Dies dürfte euch aber bereits beim letzten Hochwasser aufgefallen sein. Uns wurde damals mitgeteilt, dass zeitnah Abhilfe geschaffen wird und das System so erweitert wird, dass hier ein durchgehender Hochwasserschutz zustande kommt. 

Dieses gesamte System sollte dann erneut bei einer Feuerwehrübung getestet werden. Unser Wäscheständer, bis zu dem das Schlauchsystem damals reichte, steht noch immer an derselben Stelle. 

Aber die Übung hat nie wieder stattgefunden und eine Information, dass die Nachrüstung erfolgreich vorangetrieben wurde, ist auch nicht an uns herangetragen worden. 

Und hätte diese Übung stattgefunden, dann wären wir über das Schlauchsystem und/oder übende Feuerwehrleute sicherlich in unserem Garten „gestolpert“. 

Mit freundlichen Grüßen 

Alex Horstmann

Feedback vom Bürgermeister

BGland24 hat bei der Gemeinde nachgefragt, was es mit den Vorwürfen auf sich hat. Franz Rasp, 1. Bürgermeister der Marktgemeinde Berchtesgaden und Dienstherr der Freiwilligen Feuerwehr Berchtesgaden kommentierte den Leserbrief wie folgt

"Der Vorwurf ist so nicht zutreffend, zumindestnicht was die aktuelle Situation betrifft. Zutreffend ist, dass während der Bauzeit der Breitwiesenbrücke das Schlauchsystem nicht ausgereicht hätte. 

Wäre während der Bauphase ein Hochwasser entstanden,hätte man durch Holzbretter und Sandsäcke ergänzen müssen. Das Hochwasser vor drei Jahren hat generell gezeigt, dass die damalige Erhöhung der Brücke sinnvoll war

Mit dem Abbau des Baugerüstes hat das Schlauchsystem die richtige Länge und ist bei einem sogenannten 100-jährigen Hochwasser ausreichend."

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