Nützlinge oder Schädlinge? Heute: Vortrag im Haus der Berge

Der Frühling ist da: Bienen, Wespen und Hornissen im Anflug

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Berchtesgaden - Für die einen sind sie gern gesehene Gäste als Bestäuber und fleißige Honiglieferanten. Für die anderen gefürchtete Nahrungskonkurrenten am Kuchenbuffet. 

Es ist soweit, der Winter verabschiedet sich langsam aber sicher und der Frühling ist nicht mehr aufzuhalten. Damit wird unsere Natur wieder bunter. Die Vögel begrüßen uns morgens bereits schon wieder mit ihrem Gezwitscher und auch die ersten Insekten sind schon wieder im Anflug. 

Kampf ums Kuchenbuffett

Aber so einfach und idyllisch ist es dann doch nicht. Denn: Die fleißigen Bienen und Hummeln sind für die einen zwar gern gesehene Gäste als Bestäuber und fleißige Honiglieferanten. Für die anderen aber gefürchtete Nahrungskonkurrenten am Kuchenbuffet. Wespen und Hornissen sind nicht weniger faszinierend wie die Honigarbeiter, flößen aber vielen Menschen Unbehagen ein, das häufig dazu führt die Tiere zu töten oder ihren Lebensraum einzuschränken wenn nicht gar zu zerstören.

Bienen in Gefahr

Ein weiteres Problem für die Tiere ist, dass ihre Lebensbedingungen werden von Jahr zu Jahr schlechter werden. Nach Angaben des Deutschen Imkerbunds sind die Bienenbestände seit 1950 in Deutschland  deutlich zurückgegangen. 

Parasiten, Pestizide und Lebensraumvernichtung bedrohen die Insekten massiv. Während 1950 noch gut zwei Millionen Bienenvölker in der Bundesrepublik lebten, hat sich der Bestand dem Deutschen Imkerbund zufolge um rund ein Drittel.

2016 - Das Jahr der Bienen und Hummeln

Landrat Siegfried Walch hat das Jahr 2016 zum „Jahr der Biene im Landkreis Traunstein“ erklärt.  Und das Wildbienen-Kataster hat die Waldhummel, die "flotte Biene mit schickem Pelz" zur Wildbiene des Jahres 2016 gekürt, um auf ihren bedrohten Bestand hinzuweisen. 

Bienenweg in Piding

Wer mehr über die Bienen wissen möchte und wie sie leben, in Piding gibt es einen Bienenweg. Er führt von der Neubichler Alm durch Mischwald, vorbei an Obstbäumen und durch abwechslungsreiche Blumenwiesen bis zum Berggasthof Johannishögl.

Insektenhotel bietet Unterschlupf

Damit unsere Bienen- und Hummelvölker nicht weiter in Gefahr sind, kann jeder einzelne etwas tun, damit sich unsere Bienenbestände nicht weiter minimieren. Wer einen Garten hat, der kann zum Beispiel Wiesenblumen-Mischungen aus heimischen Wildpflanzen aussäen. Auch auf Düngemittel sollten Gärtner verzichten. Wildbienen und -Hummeln freuen sich genau wie viele andere kleine Insekten über ein selbstgebautes Insektenhotel, indem neben Bienen auch andere kleine Tiere Unterschlupf finden und ihre Nester bauen können.

Wintervortragsreihe endet

Im Rahmen der letzten Veranstaltung der traditionellen Winter-Vortragsreihe des Nationalparks Berchtesgaden, berichten die Experten Dr. Bernhard Zimmer vom Bayerischen Institut für nachhaltige Entwicklung sowie Wespenberater Jan-Erik Ahlborn über Lebensweisen, Bedeutung und Schutz dieser heimischen Insekten. 

Der Vortrag findet am 7. April um 19 Uhr im „Haus der Berge“ in Berchtesgaden, Hanielstraße 7 statt. Der Eintritt ist frei.

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