Welcher Standort darf bleiben?

"Darum kämpfe ich für die Mittelschule Berchtesgaden"

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Berchtesgaden - Seit Wochen ist die Zusammenlegung der beiden Mittelschulen eines der Topthemen im Landkreis. Statt "nur" zu diskutieren gibt es aber auch Leute, die sich engagiert für ihren Standort einsetzen:

Im Talkessel Berchtesgadener Land gibt es zwei Mittelschulen. Eine in Bischofswiesen und eine in Berchtesgaden. Der Standort Bischofswiesen, hat aktuell 102 Mittelschüler, in Berchtesgaden drücken derzeit 226 Mittelschüler die Schulbank. Da die Schülerzahlen rückläufig sind, nutzen beide Schulen bereits seit einiger Zeit ihre Synergien und bieten gemeinsame Kurse an, zu denen die Schüler zwischen den Standorten hin- und her pendeln. 

Öffentliche Diskussionen um den Standort der Mittelschule

Seit einiger Zeit wird darüber diskutiert, dass beide Standorte zusammengelegt werden sollen. Auf öffentlichen Sitzungen, in den Schulen selber, aber auch auf diversen Internetplattformen. Während viele Leute über die Entscheidung mehr oder weniger ausgiebig diskutieren, gibt es aber auch einige die sich sehr engagiert für ihren Standort einsetzen. 

So auch Yasmin, die in der vergangenen Woche eine Online-Petition auf dem Petitionsportal Change.org initiert hat. Knapp 300 Stimmen hat sie mit ihrer Aktion "Keine Schließung der Mittelschule in Berchtesgaden" bereits erreicht und wirbt am kommenden Montag zusätzlich auch im Markt Berchtesgaden persönlich mit einer Unterschriftensammlung. 

Interview zur Online-Petition

BGLand24.de hat Yasmin gefragt, warum ihr der Standort der Mittelschule in Berchtesgaden so sehr am Herzen liegt

Yasmin, Du hast eine Online-Petition zum Erhalt des Mittelschulstandortes in Berchtesgaden gestartet. Was ist der Hintergrund? 

Es gibt mehrere Hintergründe. Zunächst einmal wurde die Mittelschule damals in Berchtesgaden erbaut, damit alle Kinder möglichst den gleichen Schulweg haben und keiner benachteiligt ist. Auch nicht diejenigen, die aus den Gemeinden Ramsau, Marktschellenberg, Schönau und Bischofswiesen kommen. Dann bin ich selber Mutter von sieben Kindern. Vier von meinen Kindern könnten in den nächsten Jahren von dieser Entscheidung betroffen sein. Und außerdem bin ich im Elternbeirat der Grundschule Bacheifeld. Dadurch habe ich regelmäßigen Kontakt zu vielen Eltern, die mir unter anderem auch ihre Sorgen zur Zukunft ihrer Kinder mitteilen. Hierzu gehört natürlich auch die Schulausbildung und damit auch die Standortfrage der Mittelschule .

Welche Befürchtungen oder Sorgen machen sich denn die Eltern, wenn die Kinder zukünftig nicht mehr zum Schulstandort Berchtesgaden gehen, bzw. fahren sondern stattdessen nach Bischofswiesen müssen. 

Ein wichtiger Punkt sind die längere Fahrzeiten. Man muss sich nur mal die Fahrstrecke von Marktschellenberg oder der Ramsau nach Bischofswiesen vorstellen. Mit den ständigen Stops und dem Umstieg in Berchtesgaden wären die Kinder bedeutend länger unterwegs. Dazu kommen die teilweise jetzt schon überfüllten Busse. Durch längere Fahrzeiten kommen die Kinder natürlich später nach Hause, was sich dann auch auf die außerschulischen Aktivitäten auswirkt. Eine andere wichtige Frage, die immer wieder gestellt wird, ist auch diejenige, was mit dem Gebäude geschieht, wenn es in Berchtesgaden keine Mittelschule mehr gibt. Mit einem Gebäude, dass eigentlich genau in der Mitte vom Berchtesgadener Campus liegt.

Der Leiter des Mittelschulverbandes hat auf der Veranstaltung vergangene Woche davon gesprochen, dass es möglich wäre hier Wohnraum für um die 40 Wohneinheiten zu schaffen und Wohnraum wird in Berchtesgaden ja dringend benötigt. Wäre das - abseits der Herausforderungen, denen sich die Kinder dann zunächst einmal entgegensehen, nicht eine sinnvolle Aufwertung für die Berchtesgadener Mitte? 

Der Wohnraum in der Berchtesgadener Mitte ist sehr wichtig, jedoch fehlt bei dieser Darstellung die Transparenz, wie eine Umsetzung sowohl kostengünstiger, als auch sozial verträglich für die Bildung-/ Erziehungsstätten am Bacheifeld sein soll.

Deine Unterschriftenaktion im Internet hat bislang knapp 300 Stimmen zusammen gesammelt. Hast Du Dir eine Grenze gesetzt mit der Du dann zum Bürgermeister, Schulamt oder ähnlichem gehst? 

Selbstverständlich habe ich mir auch schon überlegt welche weiteren Maßnahmen man bei entsprechender Zustimmung noch ergreifen kann. Mein Hauptziel ist es den Bürgern bei einer so wichtigen Entscheidung eine Stimme zu geben und sie über den Sachverhalt zu informieren. Eine feste Grenze habe ich mir nicht gesetzt. 

Dein Ziel ist ja der Erhalt des Schulstandorts Mittelschule Berchtesgaden, worauf liegt dabei Dein Hauptaugenmerk? Geht es Dir in erster Linie darum, dass die Mittelschule Berchtesgaden und die Mittelschule Bischofswiesen beide erhalten bleiben oder dass die Zusammenlegung nach Berchtesgaden erfolgt. Befürchtest Du bei einer Zusammenlegung auch qualitative Einbußen der Lehrpläne? 

Nein - qualitative Einbußen befürchte ich keine. Ich denke das eine Zusammenlegung nach Berchtesgaden für die Schüler die bessere Alternative wäre. Für die weitere Nutzung der zur Zeit geringeren Räumlichkeiten in Bischofswiesen Könnte ich mir zum Beispiel die Einrichtung einer Förderschule für seelenpflegebedüftige Kinder vorstellen, da es im Berchtesgadener Land keine vergleichbaren Einrichtung gibt.

Weisst Du ob es in Bischofswiesen eine ähnliche Elterninitiative zum Erhalt von deren Schulstandort gibt? 

Wissen tue ich es nicht, kann es mir aber durchaus vorstellen. Schließlich wollen die Eltern in Bischofswiesen auch nur das Beste für Ihre Kinder.

BGland24.de bedankt sich für das Gespräch.

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