Racheakt von Ex-Mitarbeiterin in Berchtesgaden?

CJD Asthmazentrum: Das haben die Untersuchungen ergeben

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Berchtesgaden - In einem anonymen Brief wurden vor einigen Wochen gegen das CJD Asthmazentrum schwere Vorwürfe erhoben. Zahlreiche Ämter und Kontrollorgane haben sich daraufhin auf den Weg zum Obersalzberg gemacht:

Das CJD Asthmazentrum in Berchtesgaden hilft chronisch kranken Menschen, die unter Asthma, Allergien oder Neurodermitis leiden. In dem allergenarmen Gebirgsklima am Obersalzberg werden die betroffenen Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen dank einer kombinierten medizinischen, pädagogischen und psychologischen Betreuung bei ihrem Neustart zurück ins Leben unterstützt.

Wer ist der anonyme Absender?

Ein anonymer Kritiker war allerdings anderer Meinung und verfasste kürzlich ein anonymes Schreiben an BGLand24.de sowie weitere Medien und Ämter, indem er schwere Vorwürfe gegen das CJD Asthmazentrum erhob.In dem Brief warf der unbekannte Verfasser dem CJD Asthmazentrum unter anderem vor, "dass Dienstpläne nicht eingehalten, hygienische Vorschriften mißachtet und Beschwerden nicht nachgegangen würden". Außerdem prangerte der Verfasser an, dass "Pädagogen im Winter entgegen der Stellenbeschreibung und ihrer Ausbildung den Winterdienst vor ihren Häusern erledigen müssen. Die Hilfsmittel (Salz) müssen selbstständig bei den vorhandenen Hausmeistern abgeholt werden. Teilweise werden Zugänge zu Häusern von den Hausmeistern mit Schnee der geräumten Straßen im Asthmazentrum wieder zugeschoben". Insgesamt umfasst das anonyme Schreiben knapp zwei DIN A4 Seiten.

"Wir halten alle arbeitsrechtlichen Vorgaben ein!", so lautete das spontane Feedback der Leitung vom CJD Asthmazentrum auf die Vorwürfe, die in einem anonymen Brief an BGLand24.de gegen das Asthmazentrum erhoben wurde.

Racheakt einer ehemaligen Mitarbeiterin?

BGLand24.de hat beim CJD Asthmazentrum nachgefragt und sich nach dem Ergebnis der Kontrollen erkundigt. "An den Vorwürfen in dem anonymen Schmähbrief ist nichts dran. Nach Auffassung vieler meiner Mitarbeiter handelt es sich um einen Racheakt einer ehemaligen Mitarbeiterin, die wir entlassen mussten. Ich finde an diesem Vorgang besonders bedenklich, dass mit der Absicht, dem CJD zu schaden, auch Kindern, die dringend auf Hilfen angewiesen sind, geschadet wird.“ so der Ärztliche Direktor des CJD Asthmazentrums Dr. Josef Lecheler auf Anfrage von BGLand24.de.

Klar, dass in solch einem Fall die zuständigen Behörden den Beschwerden auf jeden Fall nachgegangen werden muss. BGLand24.de hat von den ersten Verantwortlichen, die sich bereits ein Urteil über die Situation bilden konnten und folgendes Feedback erhalten:

Das sagt das Landratsamt Berchtesgadener Land

"Das Gesundheitsamt war am 08.11.2016 unangemeldet vor Ort und hat die Teilbereiche seiner Zuständigkeit geprüft (Betäubungsmittel, Klinikhygiene).Zusammenfassend fanden sich keine wesentlichen Mängel. Das gleiche gilt auch nach der Prüfung durch die Lebensmittelüberwachung", so der Pressesprecher des Landratsamtes Berchtesgadener Land, Andreas Bratzdrum.

Das sagt die Regierung von Oberbayern

"Der Regierung von Oberbayern sind der Schutz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie von Patientinnen und Patienten sehr wichtig. Wir führen daher im Rahmen unserer Zuständigkeit Kontrollen durch und ergreifen – sofern notwendig – die entsprechenden Maßnahmen. Das Gewerbeaufsichtsamt bei der Regierung von Oberbayern hat Anfang November 2016 eine Kontrolle im CJD Asthmazentrum vorgenommen. Eine abschließende Bewertung ist noch nicht möglich, da noch nicht alle angeforderten Unterlagen gesichtet wurden. 

Nach derzeitigem Stand hat das Gewerbeaufsichtsamt aber keine gravierenden Verstöße festgestellt. Insbesondere im Bereich der Arbeitszeiten gab es bei einer ersten stichprobenartigen Überprüfung vor Ort keine Hinweise auf Unregelmäßigkeiten.

 Auch das Sachgebiet „Soziales und Jugend“ der Regierung von Oberbayern – landläufig oft als „Heimaufsicht“ bezeichnet – hat Anfang November 2016 eine örtliche Prüfung durchgeführt. Die Unterlagen werden derzeit noch ausgewertet und weitere Informationen wurden zusätzlich angefordert. Auch hier ist eine abschließende Bewertung also noch nicht möglich. Nach derzeitigem Stand sehen wir aber keine akute Kindeswohlgefährdung. Dies schließt einen gewissen Verbesserungsbedarf nicht aus, zu Einzelheiten ist – wie gesagt – derzeit noch keine abschließende Aussage möglich. Die Lebensmittelüberwachung fällt in die Zuständigkeit der Kreisverwaltungsbehörden, hier also des Landratsamts Berchtesgadener Land. Das Landratsamt hat die Regierung von Oberbayern darüber informiert, dass eine Kontrolle Ende Oktober 2016 zu keinen wesentlichen Beanstandungen geführt habe.

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