„Dankbar für jede Alternative“

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Berchtesgaden - Landrat Georg Grabner äußerte sich im bgland24-Interview positiv zum möglichen Asylbewerberheim im Schwesternwohnheim. Er sei „dankbar für jede Alternative“:

Das ehemalige Schwesternwohnheim als Unterkunft für Asylsuchende? „In jedem Fall denkbar“, sagt Landrat Georg Grabner im Gespräch. Händeringend sucht er nach einer Unterbringung für 34 Menschen. „Aber wir sind für jede weitere Alternative offen“. Die Wogen in der Berchtesgadener Geschäftswelt sind hoch, nachdem die Meldung die Runde machte, ein Gemeinschaftsquartier unweit der Kreisklinik Berchtesgaden sei als dauerhafter Aufenthaltsort für Asylbewerber möglich. Landrat Grabner sagt aber, dass man als Landkreis eine Quote zu erfüllen habe. 91 Menschen sind es derzeit, die im Landkreis um Asyl bitten. „Ich bin mir sicher, dass die Zahl wegen Afghanistan noch steigen wird“.

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Er sucht nach Lösungen, doch scheinen ihm irgendwie die Hände gebunden. „Ich bestehe nicht darauf, dass aus den ehemaligen Personalwohnungen Unterkünfte entstehen“, sagt Landrat Grabner. Fakt sei aber, dass man etwas tun müsse. Und zwar relativ schnell. Am 20. Juli läuft die Frist ab. Bis dahin muss das Landratsamt eine Meldung an die Regierung von Oberbayern abgegeben haben und sagen können, wo die Asylsuchenden künftig wohnen. 40 sind seit eineinhalb Jahren in Freilassing untergebracht. „Da gibt es überhaupt keine Probleme“, sagt der Landrat und beruft sich auf Stadt und Polizei. „Dort ist es ruhig, die Polizei hat nichts zu tun“. Und auch in Berchtesgaden, wo momentan 17 Asylsuchende in der Pension Waldluft wohnen, gebe es keinerlei Beanstandungen zu vermelden. „34 müssen wir noch unterbringen“, weiß der Landkreis-Chef. Dass er mit seiner Suche nach Wohnraum keine offenen Türen einrennt, scheint ihm klar zu sein. Doch gibt es bislang auch keine konkreten Gründe, warum die Asylsuchenden nicht kommen sollten. „Gerade habe ich ein Angebot aus dem nördlichen Landkreis erhalten“, erzählt er. Auch dort könnten sie unterkommen. Nun gilt es abzuwägen. Der Vorteil des Personalwohnheims? „Dort würden viele auf einmal wohnen“. Die Kosten in Gemeinschaftsunterkünften wären überschaubar. Denn: Die Gebäude gehören zur Kreisklink Berchtesgaden. In Pensionen untergebracht, kosteten Asylsuchende den Steuerzahler „ein Vielfaches“, wie Grabner zu berichten weiß. Dass die Geschäftsleute, die Marktgemeinschaft Berchtesgaden, Kopf steht und den Personalwohnungs-Vorschlag kippen möchte, wurde spätestens am Dienstag deutlich. Da waren Vertreter der Marktgemeinschaft zu Gast bei Landrat Grabner. „Sie haben mir die Sachlage dargestellt“. Und mitgeteilt, dass es bessere Alternativen abseits des vom Tourismus geprägten Berchtesgaden gebe. Dagegen möchte Grabner auch gar nichts einwenden. „Wenn mir jemand einen geeigneten Vorschlag unterbreitet, sind wir sehr dankbar“, sagt er. Fakt bleibt aber: Die Personalwohnungen stehen leer, „renoviert werden muss dort auch nichts mehr“, so der Landrat, „es müssten nur noch Möbel rein“. Eine für den Landkreis günstige Lösung, die bei so manchem Anwohner auf Missfallen stößt. „Ich verstehe die Lage des Einzelnen, aber man muss auch uns verstehen, die sich übergangen fühlen“, sagt ein Anwohner. Der Landrat beschwichtigt: „Es ist noch absolut überhaupt nichts entschieden“. Trotzdem: Die Zeit drängt.

kp

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