In die Röhre schauen

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Josef Obraczka hat bis zum 30. April noch viel zu tun. Dann schaltet der analoge Sendebetrieb ab, das Digitalzeitalter beginnt. Wer nicht nachrüstet, schaut in die Röhre.

Berchtesgaden - Die Zeiten des analogen Fernsehbildes sind vorüber. Ab Montag wird europaweit das analoge Signal abgeschaltet. Alle nicht-Umrüster schauen in die "Röhre". Was Sie wissen müssen:

In wenigen Tagen, am kommenden Montag, 30 April, wird europaweit das analoge Satelliten-Signal abgeschaltet. „Wer bis dahin nicht umgerüstet hat, schaut in die Röhre“, sagt der Berchtesgadener TV-Fachmann Josef Obraczka. Obwohl seit vielen Monaten bekannt und immer wieder im Fernsehen mit Werbefilmen beworben, hätten bei Weitem noch nicht alle Zuschauer umgerüstet. „Fast jeden Tag kommen Interessierte, um sich zu erkundigen“, sagt der Experte. Doch die Zeit wird knapp.

Wer bis Ende April seine Satellitenanlage nicht umgerüstet hat, empfängt keine Programme mehr. Denn ab diesem Zeitpunkt wird das analoge Signal abgeschaltet. Das Digitalzeitalter hat den Fernsehzuschauer dann fest in der Hand. Schon jetzt senden die Rundfunkanstalten digital, was bedeutet, dass man schon jetzt, im Vorfeld, – technische Anlage vorausgesetzt – digital via Satellit fernsehen kann. Die Vorteile liegen laut Josef Obraczka auf der Hand: „Im Digitalzeitalter empfängt man mehr Programme“. Darunter auch alle Landes- und Regionalsender der Dritten. „Zudem ist die Bild- und Tonqualität deutlich besser“, sagt er. Doch welcher Fernsehzuschauer ist eigentlich betroffen?

„Umrüsten müssen die, die ihre Fernsehprogramme bislang über Satellit empfangen – analog“, sagt er. Wenn man nicht weiß, ob man bereits digital oder noch analog empfängt, gibt es einen kleinen Trick, wie man das schnell herausfindet: Wenn man im ARD-Videotext auf Seite 198 schaltet und dort ein Hinweis über das Analog-Signal erscheint, ist es Zeit zum Nachrüsten. Wer die Meldung „Sie empfangen bereits digital“ eingeblendet bekommt, hat keinen Nachholbedarf. In diesem Fall ist man für das digitale TV-Zeitalter gerüstet. Wer in Zukunft auch weiterhin fernsehen möchte und im Besitz einer Satellitenanlage ist, benötigt in jedem Fall einen digitalen Receiver. Pro Fernsehgerät einen. Bei vielen modernen Fernsehgeräten sind bereits Digital-Receiver eingebaut. Hinzu kommt, dass für die Umrüstung eventuell auch Veränderungen an der Satellitenschüssel erfolgen müssen: „Ein Universal-LNB muss dann installiert werden“, weiß Obraczka. Das ist ein Empfangsteil, das vorne an der Satellitenschüssel installiert wird. So wird eine ehemals analoge Schüssel digitaltauglich. Ein Schüssel-Neukauf ist nicht notwendig.

Der TV-Fachmann weiß auch, dass es noch viele Bürger gibt, die bislang keinen Handlungsbedarf sahen oder sich mit der Thematik einfach noch nicht auseinandergesetzt hatten. „Da wird es jetzt Zeit, wenn man weiterhin fernsehen möchte“, sagt er. Viel Arbeit gab es für TV-spezialisierte Betriebe in letzter Zeit. So auch bei Josef Obraczka, der neben Privathaushalten eine Reihe von Pensionen und Hotels mit der Digitaltechnik ausstattete. „Für größere Betriebe ist die Umstellung natürlich mit hohen Investitionskosten verbunden“, erklärt er – und fügt hinzu, dass Deutschland eher Schlusslicht- denn Vorreiterrolle inne hat. „Viele Länder haben bereits umgerüstet, wir sind eines der letzten“. Bis das Analog- Signal abgeschaltet wird, vergehen nur noch wenige Tage. „Dass es jetzt noch mal stressig

wird, ist so gut wie sicher“, sagt er. Kurzentschlossene und solche, die nun die Dringlichkeit der Lage erkennen, handeln am besten in den nächsten Tagen. Davon geht Obraczka zumindest aus. Danach werde es für ihn aber wohl auf längere Sicht weniger zu tun geben. Denn viele Kunden hätten sich jetzt einen neuen Fernseher gekauft, nachgerüstet sowieso – „da wird es in unserem Geschäft ruhiger werden“.

kp

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