"Bayerns Auftrag und Verpflichtung"

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Berchtesgaden - In Zusammenarbeit mit der Hanns Seidel Stiftung hatte der Kreisverband Berchtesgadener Land der Seniorenunion der CSU am Donnerstag zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung im Hotel Gasthof Bürgerbräu geladen.

In Zusammenarbeit mit der Hanns Seidel Stiftung hatte der Kreisverband Berchtesgadener Land der Seniorenunion der CSU am Donnerstag zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung im Hotel Gasthof Bürgerbräu geladen. Der Referent, Michael G. Möhnle, ist Journalist und war Pressesprecher der EVP- Fraktion des Europäischen Parlaments, Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, München.

Der Vortragende spannte einen weiten Bogen von den geschichtlichen Wurzeln der europäischen Idee, von Karl dem Großen über Erasmus von Rotterdam bis hin zu den großen Politikern der jüngeren Zeit, wie Robert Schumann und Konrad Adenauer, von den Römischen Verträgen bis zum Vertrag von Lissabon. Neben den wirtschaftlichen Vorteilen des gemeinsamen Währungsraumes ging der Vortragende besonders auf den gemeinsamen Rechtsraum in Europa ein, sowie auf die gemeinsame Verteidigung der Außengrenzen Europas, die auch durch die Europäische Eingreiftruppe gewährleistet wird.

Das Problem, das ein eventueller Eintritt der Türkei bringen würde, wurde im Vortrag und in der anschließenden lebendigen Diskussion behandelt. Von den vielen Fragen, wie z.B. Einhaltung der Grundrechtecharta – Gleichheit von Mann und Frau, Religionsfreiheit, Nichtdiskriminierung – bis hin zu geopolitischen Aspekten – der größte Teil der Türkei liegt im asiatischen Raum – sind nur wenige bislang bei den ergebnisoffenen Beitrittsverhandlungen zufrieden stellend beantwortet. Es ist auch nicht auszuschließen, daß sich die Frage in den kommenden zehn Jahren durch Veränderungen in der innertürkischen Struktur von alleine erledigen wird. Es ist eine abnehmende Tendenz im Beitrittswillen zu beobachten.

Der Vortragende hob den Beitrag Bayerns bei der Formung der EU hervor. Im Vertrag von Lissabon ist das Subsidiaritätsprinzip im Einklang auch mit der katholischen Soziallehre stark verankert. Für Deutschland hat die Europäische Union eine überragende wirtschaftliche Bedeutung, da 85% der deutschen Exporte in den Raum der EU und nur 15% außerhalb gehen. Die kulturelle Vielfalt und auch Eigenart der Mitgliedsländer kommt auch in der Sprachenvielfalt zum Ausdruck. 25 Mitglieder – 25 Amtssprachen. Die Arbeitssprachen sind Englisch, Französisch und eigentlich auch Deutsch. Leider verzichten die Repräsentanten, die Deutsch als Muttersprache haben, allzu oft darauf, Deutsch auch als Verhandlungssprache zu verwenden.

Rubriklistenbild: © Pressemeldung der CSU-Seniorenunion BGL

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