Vorsicht vor dem Stau

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Berchtesgaden – Am Bavaria-Knoten staut sich der Verkehr. Noch immer. Jeden Tag. Und trotz einer „intelligenten“ Ampelanlage, die den Verkehr regelt.

„Vor allem zwischen halb vier und halb sechs am Nachmittag“, sagt Martin Bambach, Bauoberrat am Staatlichen Bauamt Traunstein. So manchem Autofahrer ist die Situation ein Dorn im Auge. Niemand steht gern im Stau. Leben wird man damit aber wohl trotzdem müssen. Auch in Zukunft.

Martin Bambach ist Realist. Einer, der sagt, wie es ist. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Ganz ohne Rückstau? „Das ist nicht möglich“. Es gebe nun mal solche Verkehrsknotenpunkte, die könne man einfach nicht umgehen. Zumal der Tageszeitpunkt berücksichtigt werden muss. Am späten Nachmittag ist Büroschluss und auch die Urlauber sind auf dem Rückweg. „Da fahren sie alle von Salzburg zurück“, sagt er. Eine Stauung ist vorprogrammiert. Wobei: „Eine Verbesserung der Situation an der Bavaria wäre möglich“. Theoretisch. Das klingt zwar toll, ist aber mit immensen Kosten verbunden, „mehrere Hunderttausend Euro, davon ein beträchtlicher Teil für den Markt Berchtesgaden“, weiß Bambach. Die Lösung: ein zweiter Kreisverkehr an der Kreuzung. „Er würde zwar zu vielen Zeiten gut funktionieren.“ Spätestens am Nachmittag geriete aber der Verkehr selbst dort ins Stocken. „Zwei Kreisverkehre können kollabieren“, sagt der Straßenexperte. Und ist deshalb überzeugt davon, dass die momentane Ampellösung sowieso schon eine der besten Varianten ist. Ein Infrarot-Detektor koordiniert derzeit den Verkehr. Wenn an einer Ampel kein Fahrzeug steht, kann eine andere Ampel länger freigegeben werden. Für die Gesamtsituation ist das eine Verbesserung. Dennoch ist bei der Anzahl an Fahrzeugen, die die Bavaria-Kreuzung passieren, eine Verstopfung der Straße unvermeidlich.

Stau-Schwerpunkt Bavaria-Kreuzung

Den gemeinen Autofahrer interessiert das zunächst mal recht wenig: „Ich warte hier jeden Tag“, sagt ein Schönauer, der aus Richtung Salzburg kommend nach Hause fährt. „Es nervt mich“. Trotzdem meint er, dass er – und seine „Leidensgenossen“ - damit wohl weiterhin leben müssten. „Es ist halt so“. Fraglich bleibt also, ob es überhaupt eine bessere Variante gäbe? Wohl kaum. Denn den ganzen Tag über verkraftet die Kreuzung den Verkehr gut, auch der weiter hinten liegende Bahnhofskreisverkehr macht kaum Probleme. „Die Situation hat sich im Vergleich mit den vergangenen Jahren, als es den Kreisverkehr noch nicht gab, deutlich verbessert“, sagt Martin Bambach. Und auch in Traunstein oder beim Laufener Stadttor gibt es nun mal Verkehrssituationen, in denen Straßen „an ihre Grenze der Leistungsfähigkeit stoßen“. Damit müsse – und könne – man im Übrigen leben. „Nicht alles ist lösbar.“

kp

Zurück zur Übersicht: Region Berchtesgaden

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser