Bahnhof und kein Ende: Der Bereich rund um die ehemalige Post soll gesäubert und abgesperrt werden

Bahnhof Berchtesgaden: Es müffelt!

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Die Notdurft in der Ecke ergiebt kein schönes Bild.

Berchtesgaden (kp) – Müll, Kot, ein Bild des Grauens – und mittendrin ein Briefmarkenautomat der Deutschen Post: Das Bahnhofsgelände in Berchtesgaden kommt nicht aus den Schlagzeilen.

Dort, wo einst die Deutsche Post eine Filiale hatte, wird dem Besucher erst mal schlecht. Nachdem sich ein Bürger nun beschwert hat, soll endlich etwas passieren.

Fotos: Verschmutzter Bahnhof Berchtesgaden

Von Müll umgeben: der Briefmarkenautomat.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Bereich rund um den Berchtesgadener Bahnhof in der Kritik steht. Die heruntergekommenen, verdreckten Toiletten wurden bereits vor wenigen Monaten zur Chefsache: Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer reiste zur Stippvisite an, schoss Handy-Bilder und informierte Bahnchef Rüdiger Grube – schon einige Tage später rückte ein 15-Mann-Trupp fleißiger Bahn-Arbeiter an und putzte die Sache blank.

Ein paar Steinwürfe weiter befindet sich das Gebäude, in dem bis vor einigen Jahren die Deutsche Post eine Filiale hatte. Auch die Berchtesgadener Land Tourismus GmbH (BGLT) ist dort untergebracht. Eine Post-Packstation sammelt an der Hausfassade Päckchen und Pakete für Selbstabholer.

Im offenen Eingangsbereich, wo einst ein Geldautomat und Telefonzellen waren, ist nur noch ein verwaister, funktionsfähiger Briefkastenautomat. Umgeben von Müll. Jemand hat seine Notdurft in der Ecke hinterlassen. Es stinkt. Ein Spaziergänger, auf den Zustand hin befragt, schüttelt nur den Kopf: „Eine Schande für den Ort“.

Nun ist ein Bürger aus Schönau am Königssee aufmerksam geworden. In einem Brief, den er an die Gemeinde Berchtesgaden, an die Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee und die BGLT richtete, kritisiert er den Gebäude-Zustand: „Der Anblick und Gestank, der sich mir in diesem Bereich bot, ist kaum zu beschreiben. Der Zugangsbereich ist von Müll und Dreck übersät, die ehemaligen Telefonkabinen werden als ‚Scheißhäuser‘ missbraucht.“ Jeder könne sich doch selbst ein Bild von diesem, „für eine Tourismusregion unhaltbaren Zustand“, machen.

Der Markt Berchtesgaden antwortet auf den Bürgerbrief in einer schriftlichen Stellungnahme: „Das Gebäude ist Zielpunkt eines jeden Urlaubsgastes unserer bedeutenden Urlaubsdestination Berchtesgaden-Königssee“. Daher sei dieser Zustand für den Markt auch „nicht akzeptabel“. Seit 2009 befinde man sich mit dem Gebäudeeigentümer „regelmäßig schriftlich in Kontakt, um für einen pfleglichen Zustand im Bereich der Gebäudefassade und an den Zugängen zum Gebäude zu sorgen“, so heißt es in der Gemeinde-Stellungnahme. Jedoch habe der Markt keine „Durchsetzungsmöglichkeiten hinsichtlich der Gestaltungsfreiheiten eines privaten Grundstückseigentümers“.

Die noch leerstehenden Räumlichkeiten des Gebäudes, das auf dem Markt ausgeschrieben wird, gehört zwischenzeitlich einer Immobilienfirma mit Sitz in Luxemburg. Eine dortige Anfrage zum Hygiene-Zustand bleibt unbeantwortet. Eine Antwort hat jedoch eine Vertreterin der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH. „Wir haben mit der Hausverwaltung Kontakt aufgenommen und die Situation geschildert“, heißt es von der BGLT. Jetzt soll etwas passieren. Und zwar bis Ende dieser Woche. Die Hausverwaltung hat zugesagt, man werde den Gebäudebereich grundreinigen und dann die öffentlich zugänglichen Teile mit Gittern versehen. Der Briefmarkenautomat soll nach außen verlegt werden. Anfang nächster Woche bereits werde alles erledigt sein.

kp

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