Atemlos im Berg gefangen

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Besser mal den Atem anhalten: Die besten Filme des „Banff Mountain Film Festivals“ anlässlich der BERGinale

Berchtesgaden - Seit 11. März sind sie wieder auf großer Tournee und nun haben die besten Filme des "Banff Mountain Film Festivals" anlässlich der BERGinale gefunden.

Neben dem Kletterporträt des Extrembergsteigers Ueli Steck („The Swiss Machine“) wurde den BERGinale-Besuchern auch "Eastern Rises", eine Doku übers Fliegenfischen in Kamtschatka, präsentiert. Mitunter großer Höhepunkt war das beklemmende Machwerk eines Höhlenabenteuers – „Into Darkness“. Das im Kongresshaus gezeigte zweiteilige Programm bringt jene Eindrücke auf die Leinwand, die man kaum jemals am eigenen Leib erleben wird können. Außer man ist „lebensmüde“, wie einer aus dem Publikum zu sagen pflegte. Kein Wunder, sind es doch jene Kajakfahrer und Ruderer, die sich über Wasserfälle in die Tiefe stürzen, Stromschnellen des Abenteuers wegen aufsuchen, einen Tanz auf der Wasseroberfläche der gefährlichen Strömung vollführen. „Hinter jeder Biegung etwas Neues“ entdecken - das wollen die waghalsigen Jungs, denen kein Abenteuer zu klein scheint, kein Wasserfall zu hoch.

Und so ist man als Zuschauer auch dann „live“ dabei, als sich das Kajak eines Fahrers gedreht hat, die Macht des Wassers dem sportlich Aktiven kaum eine Chance lässt, Luft zu atmen. Sekunden des Bangens, die BERGinale-Besucher halten spürbar die Luft an. Nur durch das Eingreifen seiner Kameraden gelingt es, aus der Strömung zu entfliehen. Man ist nochmal mit dem Leben davongekommen. Bei Ueli Steck, dem Extremalpinisten, ist nicht das Wasser der bevorzugte Ort des Aufenthalts, sondern der pure Fels, etwa die Eiger-Nordwand. Speed-Klettern in Reinkultur, die „Speerspitze im Alpinismus“ sei Ueli Steck. „Minimale Ausrüstung – maximale Geschwindigkeit“, so das Motto, mit welchem der Schweizer den Berggipfeln entgegen hetzt. Jeder Tritt muss sitzen, Regeln gibt es bei Steck keine. Der Gipfel ist das Ziel, die Zeit der Gegner. In zwei Stunden und 47 Minuten schafft der Bergbezwinger schließlich die Eiger-Nordwand, so schnell wie noch kein anderer vor ihm.

Die besonderen Momente des Banff-Film-Programms liefern die einzigartigen Filmaufnahmen, das Zusammenspiel zwischen Bild und Ton. Beeindruckende Umgebungen, Areale, weit draußen in der Einsamkeit. Ein Wettkampf zwischen Mensch und Natur, das Publikum verfolgt das Geschehen gebannt vor der Leinwand. Verschnaufpausen gibt es dann während der Freeriding-Reportage im indischen Kaschmir. Die höchste Gondel der Welt findet sich etwa in Gulmarg. Und – man mag es kaum glauben – suchen immer mehr wintersportfreudige Touristen die besten „Freeride-Spots im Powder-Schnee“. So zeigt sich die etwas andere Seite von Indien, neue Einblicke, faszinierend, ruhig in der Umsetzung, mehr dokumentarischer Charakter denn sportliches Action-Faszinosum. So auch beim Fliegenfischen in Kamtschatka, irgendwo in Russland, ein unentdecktes Anglerparadies in der tiefsten Wildnis. Die größten Fische, eine Herausforderung für die sich selbstdarstellenden Protagonisten. Spannend bis zuletzt geht es dann aber zurück in die Tiefe der Erde, „Into Darkness“, irgendwo im US-amerikanischen Colorado, der Zuschauer erhält Einblicke in Höhlenlandschaften, so einmalig, dass das Staunen nur schwer zu verkneifen ist.

Den Atem anhaltend, in regelrechter Schockstarre verharrend, verfolgt man die Erkundung des Höhlensystems, das Passieren von schmalen Gängen gelingt nur durch Anhalten der Atemluft. So eng ist es dort unten, dass die Protagonisten ihre Helme nur seitwärts gekippt durch die Spalten durchreichen können, um sich dann selbst, unter größter Anstrengung, durch die in den Fels geformten Löcher zu winden. Unfassbar scheint das, was man hier zu Gesicht bekommt, Klaustrophobikern bietet sich hier ein wahres Eldorado unerwünschter Gedankengänge fantastischer Natur. „Warum macht man so was“, vernimmt man immer wieder aus den Reihen der BERGinale-Beobachter. Die persönliche Zufriedenheit erlangt man spätestens zurück, als die Höhlen-Truppe zurück an der Erdoberfläche angekommen ist. „Unter der Erde ist es einmalig schön“, sagt einer der Abenteurer im Film, „ich bin jedes Mal aber glücklich, wieder rauszukommen und die Sonne zu sehen.“

kp

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