Arbeit auf den Mikrometer genau

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Gut gelaunt beim Firmenbesuch trotz großer Hitze (von links nach rechts): Wolfgang Grimm (Sprecher SPD-Sektion Schönau am Königssee), Roman Niederberger (SPD-Kreisvorsitzender Berchtesgadener Land), Adelheid Rupp (SPD-Landtagsabgeordnete), Bartl Mittner (Sprecher SPD-Sektion Berchtesgaden), Irene Wagner (Firmenchefin PSM), Thomas Jander (Vorsitzender SPD-Ortsverein BGL-Süd), Hans Metzenleitner (Sprecher SPD-Kreistagsfraktion)

Marktschellenberg - Die SPD war zu Besuch bei Firma psm protech in Marktschellenberg: Zeitarbeiter, Ausbildung und Frauenquote waren unter anderem Gesprächsthemen.

psm protech GmbH & Co. KG in Marktschellenberg: eine hochmoderne Firma mit eigenem Werkzeug- und Anlagenbau, spezialisiert auf die Herstellung von Stanzteilen, Kunststoffspritzgussteilen, Hybridteilen und Baugruppen. Diesem heimischen Unternehmen, dass sich nach einer Insolvenz neu und erfolgreich aufgestellt hat, stattete in der letzten Woche Adelheid Rupp, die SPD-Betreuungsabgeordnete für das Berchtesgadener Land im Bayerischen Landtag gemeinsam mit heimischen SPD-Vertretern einen Besuch ab. Mit der Firmenchefin Irene Wagner wurden dabei Themen wie Zeitarbeit und die Forderung nach einer Frauenquote in großen Unternehmen besprochen.

Die ehemalige Firma Thielen wurde nach ihrer Insolvenz im Jahre 2010 von Irene Wagner aufgekauft, die seit 20 Jahren in leitender Position in der Automobilindustrie tätig war; unter anderem als Geschäftführerin von Fiat Deutschland. „Wir haben 150 Mitarbeiter übernommen und beschäftigen jetzt mehr als 200 Menschen“, stellte sie in ihrer Begrüßung dar. Die Arbeitnehmer verteilen sich dabei auf den Firmensitz in Marktschellenberg und einen Produktionsstandort in Ungarn. Bei einem Unternehmen dieser Größe sind ein effizientes Qualitätsmanagement und eine moderne Personalführung unentbehrlich.

„Zeitarbeit ist für uns wichtig und aus meiner Sicht ein positives Element auf dem heutigen Arbeitsmarkt – aber sie darf nicht missbraucht werden“, antwortete Irene Wagner auf eine Frage von Adelheid Rupp. Deshalb verdienen die Zeitarbeiter in der Firma den gleichen Lohn wie die festangestellten Beschäftigten und es wird nach spätestens zwei Jahren Beschäftigung über eine endgültige Übernahme entschieden. „Als Sozialdemokraten wollen wir die gleiche Bezahlung für Zeitarbeiter gesetzlich vorschreiben und damit dem Missbrauch dieses Instruments für Lohndrückerei einen Riegel vorschieben“, zeigte sich die SPD-Abgeordnete mit der Geschäftsführerin einig.

Der Vorsitzende der SPD BGL-Süd und Gemeinderat in Marktschellenberg hob den Einsatz der psm protech bei der Ausbildung junger Menschen hervor. Irene Wagner präsentierte eine Ausbildungsbroschüre, die von den Auszubildenden in der Firma selbst gestaltet wurde und einen Einkaufswagenchip, den sie ebenfalls komplett selbst erstellt haben. „Ich bin stolz auf unsere jungen Leute, die wir nach Kräften fördern“, erklärte sie.

Hans Metzenleitner, der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Kreistag, interessierte sich für die Weiterbildung im Betrieb und die Chancen für junge Frauen. „Nicht nur, weil sich auch bei uns der Fachkräftemangel deutlich zeigt, legen wir großen Wert auf die Mitarbeiterfortbildung und die Werbung für technische Berufe auch bei Mädchen und Frauen“, antwortete Irene Wagner. Gerade im Werkzeugbau seien aber immer wieder Vorurteile und festgefügte Meinungen zu überwinden. Es könne heute keine Frage von körperlicher Kraft mehr sein, ob eine Frau einen handwerklichen Beruf ergreift, zeigte sich die Geschäftsführerin überzeugt. Deswegen sei sie auch immer bemüht, entsprechende Lösungen zu finden und Hilfsmittel anzubieten.

Auf mögliche Auswirkungen der Finanzkrise auf das Unternehmen sprach SPD- Kreisvorsitzender Roman Niederberger die Firmenchefin an. „Nervös sind wir nicht, aber bei einer Exportquote von 60 Prozent und dem derzeit großen Anteil von Aufträgen aus dem Automobilbereich in unserem Unternehmen behalten wir die Entwicklung natürlich beständig im Auge“, erklärte Irene Wagner.

Als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in Bayern interessierte sich Adelheid Rupp insbesondere für die Erfahrungen, die Irene Wagner selbst im Führungsbereich großer Unternehmen gemacht hat. Diese sprach Klartext: „Es ist ganz klar: wir brauchen eine Frauenquote für Aufsichtsräte und Vorstände großer Konzerne. Es gibt in diesen Unternehmen überhaupt keinen Mangel an qualifizierten Frauen für diesen Bereich. Aber dank alter Seilschaften sind sie in den Spitzenpositionen weiterhin die große Ausnahme“. Auch bei dieser Forderung waren sich Sozialdemokratin und Unternehmerin völlig einig.

Bei einem Rundgang durch das Unternehmen konnten sich die Gäste dann noch von der hochqualitativen Arbeit am Standort Marktschellenberg überzeugen. „Wir arbeiten hier auf den Mikrometer (ein Tausendstel Millimeter) genau“, erklärte Irene Wagner bei der Führung durch das Unternehmen, mit der der Besuch abgeschlossen wurde.

Pressemitteilung SPD Kreisverband Berchtesgadener Land (Roman Niederberger)

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