Vom Adventsmarkt ins Wohnzimmer

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Berchtesgaden - Insgesamt 60 Mal war Berchtesgaden und Umgebung in der Weihnachtszeit im Fernsehen präsent. Wir haben ein TV-Team vom Bayerischen Rundfunk begleitet!

Der Plan steht: „Abendschau“, Live-Schalte vom Berchtesgadener Adventsmarkt. Ein Team des Bayerischen Fernsehens ist angereist. 22 Personen – vom Techniker, über den Kamermann bis hin zum Gesamtleiter. Geplant sind kurze Beiträge, etwa über das Berchtesgadener Brauchtum. Dann ein Unfall auf der Autobahn, ein Teil des Teams schafft es nicht rechtzeitig. Planänderung kurz bevor es losgeht. „So ist das beim Fernsehen“, sagt Karin Mergner von der Berchtesgadener Land Tourismus, die die Filmteams betreut.

TV-Aufnahmen im Advent

Der Aufwand: enorm. Schon vor einigen Tagen war eine Abordnung des Bayerischen Fernsehens vor Ort. Stellproben. Wo könnte man am besten welche Einstellungen drehen? Etwa die von Grobschnitzer Stefan Fischer. Fischer macht Berchtesgadener Christbaumschmuck. Filigrane Arbeiten, die in so mancher traditionsbewussten Familie den Baum schmücken. Entschieden haben sich die Fernsehleute für den Schlossplatz, im Hintergrund ein Christbaum mit den Holzarbeiten des Grobschnitzers. „Sie müssen zu mir schauen, nicht in die Kamera“, fordert Live-Reporterin Anja Marks-Schilffahrt, die mit einem Kamerateam und einer Traube an Lichttechnikern, Tonträgern und Assistenten den Marktbereich abläuft. Vorbei an den 44 Adventsmarktständen, die in vorweihnachtliches Licht getaucht sind. Stellproben sind wichtig, bevor es live auf Sendung geht. Alles, was gedreht wird, wird im Voraus detailliert vorausgeplant. Uli Frantz ist der Gesamtleiter, verantwortlich für die Live-Berichterstattung in der Abendschau. In einem Hotel hat sich das Fernsehteam ein Büro eingerichtet. Von dort aus gibt Frantz Anweisungen an seine Live- Reporterin, mit der er kurz zuvor noch die Sprechtexte durchgegangen war. Überflüssiges wird rausgekürzt, textlich auf das Wesentliche zusammengeschnitten. „Das muss auch noch raus“, sagt Frantz und deutet auf einen Textabschnitt. Karin Mergner von der Berchtesgadener Tourismus ist nicht immer glücklich, wenn sie das hört. Wenn „Berchtesgadener Advent“ in einem Beitrag fällt, ist sie zufrieden. Je häufiger, desto besser. 60 Beiträge habe es dieses Jahr insgesamt über Berchtesgaden und das Umland gegeben. „Das ist ein guter Wert“, sagt Mergner. Viele Möglichkeiten, sich zu präsentieren. Denn dort, wo sie arbeitet, wird viel Wert darauf gelegt, dass gewisse Begriffe möglichst häufig fallen. Mergner weiß, dass dies notwendig ist, wenn man herausstechen möchte. Wenn etwa TV-Moderator Christoph Däumling oder seine Kollegin Renate Herzberg sagen, dass es sich beim „Berchtesgadener Advent“ um einen der „schönsten Adventsmärkte in Bayern“ handelt, dann kommen solche Aussagen für eine Tourismusfrau fast einer seelischen Befriedigung gleich. Reporterin Anja Marks-Schilffahrt hat sich inzwischen schick gemacht, gepudert, ihre Lippen glänzen in sattem Rot. Noch zehn Minuten bis zur Sendung. Berchtesgaden wird gleich in zwei Sendungen vorkommen – in der „Abendschau“ und in „Schwaben und Altbayern“. Knapp zehn Minuten lang werden Beiträge mit Berchtesgadener Inhalten gezeigt. Etwa von Erich Schwab. Schwab ist Schmied. „Man kann

gar nicht beziffern, wie hoch der Werbewert für diese Live-Minuten sind“, sagt Expertin Mergner, die in ihrem Leben unzählige Live-Schalten miterlebt, Aberdutzende TV-Teams begleitet hat. Bevor es in die Sendung geht, soll Schmied Schwab auf Kommando beginnen, sein glühendes Hufeisen zu bearbeiten. Dann erscheint die Moderatorin im Bild, die Kamera hält auf das Gesprächsduo drauf. Was er denn da mache, fragt sie. Hufeisen schmieden. Die Hütte am Adventsmarkt, vor der er arbeitet, liegt in einem besonderen Licht – Dank mehrerer Strahler, die den Bereich ausleuchten. „Es ist wichtig, Atmosphäre hineinzubringen“, sagt ein Techniker. Den Zuschauern, die sich um das Fernsehteam versammelt haben, gefällt es. Andächtig trinken sie ihren Glühwein. Jede mögliche Aufnahme zufriedener Gesichter in die Wohnzimmer Bayerns könnte ein Gewinn sein. Den Berchtesgadener Advent schmackhaft machen für das kommende Jahr – das ist das Ziel. Live-Reporterin Anja Marks-Schilffahrt arbeitet sich durch den Markt entlang, interviewt den Schnitzer, den Salzbergwerk-Vertreter, dann geht sie in Richtung von Maria Graßl und den Zwillingen Barbara und Anna Votz. Das Trio spielt bei der Musikschule Berchtesgadener Land in der Flötengruppe. Eigentlich soll ein kurzes Gespräch stattfinden. Doch die Technik will nicht, die Schaltung bricht ab. „So ist Fernsehen“, sagt Karin Mergner. Zufrieden ist sie am Ende aber trotzdem. Bayernweit haben die „Abendschau“ 520.000 Zuschauer verfolgt. Ein guter Wert.

kp

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