"Abenteuer Sahara" im Kongresshaus Berchtesgaden

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Die Abenteurer Bernhard Etzl und Christian Dinkl besuchten die größte Wüste der Erde, die Sahara, schon mehr als 20 Mal.

Berchtesgaden – Es sind beeindruckende Bilder der größten Wüste der Erde – die Sahara. Bilder, die auf mehr als 20 Wüstenreisen entstanden sind.

Die Schweizer Abenteurer Bernhard Etzl und Christian Dinkl haben die verschiedensten Sahara-Länder bereist, teils in abenteuerlicher Weise. Alleine auf sich gestellt, ein Geländewagen, 500 Liter Diesel, 200 Liter Trinkwasser, unendliche Wüste. Im Kleinen Saal des Kongresshauses Berchtesgaden gaben sie nun Einblicke in das Leben im Sand.

Mehrere Monate haben sie im Wüstensand verbracht, Tausende Fotos geschossen, haben vier afrikanische Länder besucht, Libyen, Algerien, Niger und den Tschad. Länder, die nicht als das typischste Urlaubsziel durchgehen dürften, die aber umso beeindruckendere Bilder mit sich bringen. Motive, die man so noch nicht kennt – ein Porträt der größten Wüste der Erde, mit all ihren Bewohnern.

Ihren Vortrag haben die beiden Abenteurer aufgeteilt: Der erste Teil dieser Reise durch die Sahara führt über Ghadames zu den berühmten Mandara-Seen bis ins Akakus-Gebirge. Von hier spannt sich der Bogen nach Tamanrasset und weiter ins Hoggar-Gebirge. Der Besucher erhält Einblicke von Libyen und Algerien, faszinierende Landschaftsaufnahmen, Porträts jener Menschen, die im scheinbaren Nichts leben, mitunter vom Handel leben. Beeindruckend wird der Vortrag während Etzls und Dinkls Reise in den Niger und Tschad, der im zentralen Norden des afrikanischen Kontinents liegt und mit 1,28 Millionen Quadratkilometern etwa dreieinhalb mal so groß ist wie Deutschland. Die beiden Schweizer Expeditionsteilnehmer erzählen in beeindruckenden Geschichten von den Tuareg im Air-Gebirge, von der Durchquerung der Tenere-Wüste und von Djado, einer geheimnisumwitterten Ruinenstadt an der Grenze zum Tschad.

Höhepunkt des Vortrages bleiben aber die mit stimmungsvoller Musik hinterlegten Bilderserien ausgewählter Motive. „Ein gelernter Fotograf bin ich nicht“, sagt Dinkl, Gefühl für die Aufnahme bringt der 40-Jährige aber mit sich. Als er als Jugendlicher eine wasserdichte Kompaktkamera geschenkt bekam, war es um ihn geschehen, sagt er. Seitdem war die Leidenschaft für das Fotografieren da, die Kompaktkamera wurde durch ein Profi-Gerät ausgetauscht. Für Bernhard Etzl führte die erste Wüstenreise in den Süden Marokkos. Das war vor 17 Jahren. Zwischenzeitlich folgten 20 weitere Abenteuer in die Sahara. Weit über 100.000 Wüstenkilometer legte er mit dem Geländewagen, dem Kamel und zu Fuß zurück, erzählt er. „Bessere Ausrüstung, gewachsene Erfahrung und zahlreiche Freundschaften mit Einheimischen haben die Wüstenfahrten inzwischen wesentlich einfacher gemacht.“

Die Zuschauer sind von den gesammelten und mitgebrachten Erfahrungen fasziniert, von den Einmaligkeiten der Motive, der atmosphärischen Musikuntermalung. „Wir wollten die Wüste auch von oben sehen“, erzählt Dinkl. Irgendwo im Niger, dort, wo ihr Geländewagen wartete. Mit dabei ein motorisierter Paraglider und ein Schlauchboot, um auf den wenigen Seen herumzuschippern, Felsen zu besuchen, dort nach Überresten vergangener Kulturen zu forschen. Den motorisierten Paraglider haben die Schweizer schließlich auch noch ausgepackt. Zunächst war es der Wüstensand, der dem technischen Equipment deutlich zusetzte. Dann erhob man sich schließlich doch noch in die Lüfte, „zwei Stunden flog Bernhard über das goldgelbe Areal“. Und brachte einzigartige Aufnahmen auf den Wüstenboden mit. Bilder, die Eindruck schinden. So auch jene von den unbekannten Wüstenseen Ounianga Kebir und Ounianga Serir, aber auch Begegnungen mit den Tubu-Nomaden im Tibesti- und Ennedi-Gebirge sowie ein Besuch bei den letzten Krokodilen im Canyon von Archei, mitten in der Sahara. Bilder der Krokodile gibt es zwar nicht, der Zuschauer muss sich ganz auf die Erzählungen verlassen. Das tut er gerne. Nächste Woche geht es erneut in den Tschad - mit einer Reisegruppe, die sich selbst ein Bild vom Sahara-Land verschaffen will.

(kp)

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