16.000 Euro für Baumaßnahmen nach Felssturz

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Insgesamt kosten die Betonstütze und Verdübelung am Fels 16000 Euro. Hier die Felsformation am Soleleitungsweg.

Berchtesgaden - Ab April soll nach dem letztjährigen Felssturz Maßnahmen die Gesteinsformation am Soleleitungssteg mit Beton abgestützt werden. Danach wird die Sterrung aufgehoben.

„Es ist keineswegs so, dass die Gemeinde untätig war“, sagt Bürgermeister Franz Rasp während der jüngsten Gemeinderatssitzung des Marktes Berchtesgaden, und meint damit den Soleleitungssteg, der oberhalb von Berchtesgaden entlangläuft und seit einem Jahr offiziell gesperrt ist – wegen Steinschlags (wir berichteten). „Wir haben in den letzten Monaten detaillierte Planungen durchgeführt“, sagt er. Ausschreibungen seien bereits erfolgt, nun wisse man, wie man weiter vorangehen müsse, um den beliebten Fußgängerspazierweg baldmöglichst neu eröffnen zu können.

Bemerkenswerte Mühe hat sich die Verwaltung der Gemeinde gemacht, um den aktuellen Status zum Thema Soleleitungsweg bildlich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dass hier etwas passieren soll, muss, das weiß man in der Gemeinde, „über die Wintermonate hätte aber nichts geschehen können“, sagt Bürgermeister Rasp. Jetzt, da die äußeren Temperaturen es zuließen, könne angepackt werden. Auf einem projizierten Bild zeigt Ordnungsamtsleiterin Elke Lanzendörfer jene heiklen Felsstellen, von denen eine „konkrete Gefahr“ ausgeht, die nun aber mit Hilfe eines Betonfußes gebannt werden soll.

Zu 100 Prozent werden die Kosten vom Markt Berchtesgaden zu tragen sein, verrät Bürgermeister Rasp. Etwa 6000 Euro wird die Maßnahme verschlingen, gut investiertes Geld. Eine zweite „Baustelle“ an der Felswand ist in Höhe der Evangelischen Christuskirche angesiedelt - feuchte Stellen künden bereits davon, dass Wasser durch die Felsritzen des Überhanges dringt, im schlimmsten aller Fälle ein weiterer Felssturz erfolgen könnte. Soweit wird man es allerdings nicht kommen lassen.

70 Prozent der Kosten sind hier von der Gemeinde zu übernehmen, 30 Prozent vom Grundstückseigentümer, erklärt der Gemeindevorsteher. In Zahlen: 10.000 weitere Euros für die Gemeinde. Der Überhang werde nicht aus der Wand gelöst, sondern mit dieser verdübelt. „Einen Zwölf-Tonnen-Felsen in 20 Metern Höhe aus der Wand zu hieven, ist kaum möglich“, sagt Rasp. Jene Maßnahme, der man nun nachgehe, wurde von Expertenseite empfohlen. Gemeinderat Lorenz Staudinger (CSU) fragt sich dennoch, warum der Stein nicht komplett aus der Wand herausgelöst werde. Die Gefahr wäre dann gebannt.

„Ein Abbruch wird mit einem wesentlich höheren Aufwand gesehen“, sagt Rasp. „Humbug“ sei das, so Staudinger. „Den Fels bringe ich doch leicht weg“. Auf eine Diskussion ließ sich Rasp dann aber nicht ein, zumal er nur jener Vorgabe des zuständigen Geologen nachkomme, wie er versicherte. In der zweiten Aprilhälfte sollen die Fels-Maßnahmen umgesetzt werden, „zu Ostern hoffen wir“, so Rasp, „dass der Soleleitungssteg in Berchtesgaden wieder geöffnet werden kann.“

kp

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