Skitouren: Gefahr auf Pisten?

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Bad Reichenhall - Es ist Donnerstagmittag und das Alte Königliche Kurhaus in Bad Reichenhall ist voll. Das Thema 'Touren auf Skipisten' lockt.

"Dieser Schwerpunkt ist hochaktuell", eröffnet Brigadegeneral Johann Langenegger von der Gebirgsjägerbrigade 23 aus Bad Reichenhall das 4. Symposium für Alpine Sicherheit. Alle zwei Jahre laden die Stadt Bad Reichenhall, die Gebirgsjägerbrigade 23, die Bergwacht Bad Reichenhall, das Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei in Ainring und das Amtsgericht Laufen zu diesem Symposium ein, um die Sicherheit im alpinen Gelände zu verbessern. "Ich denke, dass die Bundeswehr zusammen mit der Bergwacht das Thema Sicherheit im Berg/in den Bergen voranbringen kann. Ganz besonders aus dem Grund, weil wir ja doch viel Expertise auch unter uns haben, ausgebildetes Personal mit unseren Bergführern. Da ist viel Erfahrung vorhanden und da sind wir natürlich bereit, die Erfahrung auch weiterzugeben", so der General.

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Recht auf Risiko

Erstmals fand das Symposium auch für die Öffentlichkeit statt. "Deshalb verwundert's mich auch nicht, dass unser Kurhaus voll ist, an einem Donnerstagmittag. Es sind viele Teilnehmer und interessierte Zuschauer, sowie hochkompetente Referenten", freut sich Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Herbert Lackner. "Ich geh selbst sehr sehr gern Skitouren. Bin allerdings ein Verfechter des Naturerlebnisses beim Skitourengehen. Doch in den letzten Jahren hat es einen richtigen Run von Tourengehern auf die Piste gegeben. Insofern ist das Thema nicht nur aktuell, sondern grad auch bei uns im Landkreis Gegenstand von intensiven Diskussion schon gewesen und so, glaub ich, ist es im ganzen Alpenraum."

Das ließen auch die intensiven Diskussionen vermuten, die die Vorträge aus rechtlicher Sicht, aus Sicht der Polizei und der Sportler auslösten. Da kam die Abwechslung durch eine Rettungsvorführung am Götschen in Bischofswiesen gerade recht. Die Bergwacht demonstrierte die Rettung von Personen aus dem Sessellift, der aufgrund eines Gleitschirmfliegers nicht mehr betriebsfähig war. Danach ging es zurück nach Bad Reichenhall, um den zweiten Themenkomplex 'Risikomanagment und Recht auf Risiko' anzuschneiden.

Rettungsvorführung Seilbahnrettung

"Es gibt das Recht auf Risiko", betont Klaus Burger von der Bergwacht Bad Reichenhall. "Jeder Bürger hat das Recht, sich selbst zu schädigen, solange er nicht die Interessen und Belange anderer Bürger verletzt." Doch was, wenn genau die, die eigenverantwortlich in Gefahr geraten sind, die Verantwortung eines anderen einfordern?

"Die Fälle sind vorhanden", gibt Burger zu. "Der klassische Fall ist der Zugspitzlauf. Der Freispruch im Zugspitz-Lauf-Prozess schlug ja mancherorts wie eine Bombe ein. Das war ein Freispruch wegen Eigenverantwortlichkeit der leider getöteten Bergsportler." Natürlich habe diese Eigenverantwortung auch strenge Voraussetzungen. Eine sei zum Beispiel, dass man volle Risiko- und Sachkenntnis haben müsse und wirklich auch in der Lage sein müsse, die Situation vor Ort entsprechend einzuschätzen und sich nicht als Gast irgendeinem Führer anschließe, so Burger. Er selbst beendete den ersten Tag mit seinem Referat "Risiko, warum nicht? - Recht auf Risiko?"

cz

Rubriklistenbild: © pa

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